Ethisch-ökologische Banken eröffnen neue Wege
Die Banken- und Finanzkrise hat gezeigt, dass sich das Bankenwesen radikal ändern muss. Ein Umdenken muss in den führenden Köpfen geschehen. Wir müssen uns von Traumrenditen und exorbitanten Gewinnen verabschieden, denn die zügellose Bankenwelt wird immer soweit gehen bis es zum nächsten Crash kommt. Eine mögliche Alternative ist es, die Banken an die kurze Leine zu nehmen und neue dratische Beschränkungen durchzusetzen. Keine Hedge-Fonds mehr, keine Nahrungsmittelspekulationen mehr, keine Finanzkonstrukte mehr, die ganze Länder in Notlage bringen können. Eine zweite Alternative ist zwar deutlich weniger progressiv, aber dafür umso erfolgsversprechender.
Die Rede ist von einem Aufbau von Banken, die sich zum Ziel setzen, die Gesellschaft zu stärken, indem ebensolche Projekte gefördert werden, die diese Stärkung herbeiführen. Die demokratische Bank, die vor wenigen Monaten gegründet wurde zielt auf ein demokratischeres Bankwesen ab, dass nicht nur einzelnen Personen, sondern allen dienen soll. Auch Christian Felber, Autor des Buchs die Gemeinwohlökonomie, ist Mitbegründer der Bank. Eine weitere von diesen Banken ist die GLS-Bank, die ökologische Projekte unterstützt und Kleinstunternehmen mit Mikrokredite ausstattet. Die GLS-Bank kann nicht nur alles was auch ein Großbank kann – mehr noch: Die GLS-Bank liefert eine volle Transparenz und bietet eine ethisch-ökologische Geldanlage. Denn Kredite werden nur denjenigen gewährt, die nachhalig, ökologisch und sozial handeln. Zudem wird jeder Kredit offengelegt – Mitglieder können jeden gewährten Kredit unter die Lupe nehmen. So wird durch die Transparenz ein jeglicher potenzieller vergifteter Kredit gar nicht erst möglich. So kann man auf der Homepage der GLS-Bank folgendes lesen:
Die GLS Bank empfiehlt nur solche Unternehmen, die einen herausragenden Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften innerhalb und außerhalb des Unternehmens leisten und ihren ökonomischen Erfolg unter Einbeziehung sozialer und ökologischer Aspekte erreichen.
Das zeigt sich vor allem in folgenden Themenbereichen:
- sozial-ökologisch ausgerichtete Unternehmenspolitik
- soziales Engagement
- entwicklungspolitische Ziele
- Energieeffizienz und erneuerbare Energien
- energieeffiziente Transportsysteme
- Ressourceneffizienz
- anthroposophische Medizin, Homöopathie, Pflanzen- und Naturheilkunde
Die GLS Bank gibt keine Anlageempfehlung für Unternehmen, die von den nachfolgenden Kriterien berührt werden:
- Verletzung von Menschenrechten
- Verletzung von Grund- und Arbeitsrechten
- Kinderarbeit
- Tierversuche
- Kontroverses Umweltverhalten
- Kontroverse Wirtschaftspraktiken
- Atomenergie
- Biozide
- Chlororganische Massenprodukte
- Embryonenforschung
- Agro-Gentechnik
- Pornografie
- Rüstung
- Suchtmittel
Die Zukunft liegt in der Nachhaltigkeit
Eine der vielen Säulen der GLS-Bank ist die Nachhaltigkeit. In Zukunft werden die bereits knappen Ressourcen noch knapper und wenn irgendwann die Ressourcen ganz aufgebraucht sind, bricht den Banken der hiesige Markt der Spekulationen einfach weg. Anders ist das bei der GLS-Bank, die schon heute auf die Strategie Nachhaltigkeit setzt und durchaus gute Zahlen vorweisen kann. Die Zahl der Mitglieder steig in den letzten Jahren stetig an: 2005 waren es noch 14.000 Mitglieder, so sind es nun über 22.000 Mitglieder, die sich die ethisch sozialen Ideale der Bank auf die Fahne schreiben. Im gleichen Zeitraum konnte die Zahl der Kunden von anfänglich 45.000 auf mehr als 116.000 anwachsen. Der Unterschied zwischen Mitgliedern und Kunden liegt darin, dass Mitglieder einmalig 100€ zahlen und somit die Bank zusätzlich unterstützen und zu den jährlichen im Juni stattfindenen Hauptversammlungen eingeladen werden.
Bank des Jahres 2010 & 2011
Nicht umsonst wählte der Nachrichtensender n-tv die GLS Bank zur Bank des Jahres. Die Existenz der GLS-Bank birgt Hoffnung auf ethisches Handeln in einer Welt, in der es scheint, dass die Ausbeutung und der schnelle Gewinn die Maxime der Neuzeit widerspiegeln. Während Regierungen mit Banken schon seit Jahren über striktere Bankenregeln streiten und immer mehr deutlich wird, dass die Lobbies die Fäden in der Hand haben, liegt es am Bürger sich über Alternativen bewusst zu machen und schließlich zu handeln. Ein Weg aus der Finanzkrise sind sicher strikte Sanktionen gegen die Großbanken, ein deutlich eleganterer und hoffnungvollerer Weg jedoch ist der Weg zu den ökologisch-ethischen Banken.
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Klaus-Peter
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freeleo
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