EU plant Riesenlager für Geflüchtete

11. August 2015 - 12:21 | | Balkan21 | 4 Kommentare
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Laut einem internen EU-Bericht soll in Serbien, EU-Beitrittskandidat, ein EU-Lager für bis zu 400.000 Geflüchtete gebaut werden. Das Vorhaben klingt zunächst wie ein bizarrer Witz.

Was wie ein gewaltiger Witz klingt soll laut serbischen Politikern bittere Realität sein: Die EU plant ein Aufnahmezentrum mitten in Europa, so groß wie eine Stadt. Das zumindest behauptet der Vorsitzende des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit in Serbien, Momir Stojanovic. Nach dem Bau eines 175 km  langen Zaunes an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien scheint dies die zweite „Maßnahme“ gegen Geflüchtete zu sein.

Politik für Geflüchtete nicht gegen

Leider wirkt die EU weiter daraufhin, ihre Festung auszubauen. Gleichzeitig ist sie für viele der Probleme des Globalen Südens verantwortlich. Gemeinsam mit den USA dominieren sie seit Jahrhunderten die ökonomische Basis Afrikas und Asiens. Durch Schutzzölle und einseitige Freihandelsabkommen wird zudem seit Jahren die wirtschaftliche Basis von Kleinbauern und mittelständischen Unternehmen in Afrika zerstört. Nachhaltige Entwicklung sieht anders aus. Die Folgen sind zunehmende Umweltprobleme, wirtschaftlicher Niedergang und Krieg.

Wahnwitzige Rüstungsexporte

Gleichzeitig exportiert die EU, gemeinsam mit Russland und China, fast alle Waffen dieser Welt. Und Waffen finden ihre Kriege. So lieferte Deutschland Waffen nach Algerien, die ägyptische Diktatur und Saudi Arabien.

Serbien als Transitland

Dabei ist Serbien für Geflüchtete vor allem ein Transitland auf dem Weg in den Westen.  Sie schlafen zu hunderten in Parks, verlassenen Fabrikgebäuden und auf der Straße. Bis zu 70.000 Geflüchtete sollen sich ständig auf der Durchreise durch Serbien befinden. Hans Schodder, Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Serbien, lobt die Geflüchtetenpolitik des Landes. Aufgrund des offenen Umganges mit Geflüchteten, gibt es keinen Ansatzpunkt für Schlepperbanden. Falls die Weiterreise in die EU erschwert würde, könnte es in Serbien zu einer nie dagewesenen humanitären Katastrophe kommen.

Über den Autor

Graswurzel-Aktivist bei die Linke und Redakteur für Freiheitsliebe & Balkan21. Wortakrobat für Medien wie Marx21 und junge Welt.
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