Rechte Gewalt in Berlin nimmt zu – Widerstand wächst

Es kann jeden Treffen – Bildquelle : https://www.lautgegennazis.de/blog/wp-content/uploads/2009/03/rechte-gewalt1.jpg
Rechte Gewalt ist in ganz Deutschland ein Problem, während in NRW Gruppen der “Autonomen Nationalisten” (AN) verboten werden, greifen Neofaschisten in Berlin Büros linker und sozialdemokratischer Organisationen, sowie Wohnhäuser an. Inzwischen regt sich Widerstand gegen die rechte Szene und deren Terror.
In der Nacht zu Mittwoch wurden Scheiben der Wohnhauses des Bezirkspolitikers Hans Erxleben (Linke) in Adlershof zerstört, in seinem Briefkasten wurden Böller gezündet. Erxleben ist Sprecher des bezirklichen Bündnisses für Demokratie und Toleranz und sitzt in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick. In der selben Nacht wurde das Büro der SPD-Jugendorganisation Jusos in Oberschöneweide angegriffen, zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage. Beim erstem Angriff wurde die Eingangstür mit einer Eisenstange eingeschlagen und Scheiben beschädigt.
Gewalt gegen Personen
Erst vor zwei Wochen ist ein junger Mann beim Entfernen von NPD-Plakaten in Johannisthal von einem vermummten Neonazi geschlagen worden. Einen Tag später griffen Rechtsextreme in der Nähe einige Jusos beim Verteilen von Flugblättern an. Die Gewalt richtet sich in Berlin nicht mehr “nur” gegen Gebäude, sondern auch gegen Personen, die Angriffe waren nach der massiven Gewalt im letzten Jahr etwas abgeklungen, nun scheint die rechte Szene wieder Mut zu finden.
Kati Becker vom Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick sagte gegenüber Red-Globe: “Die Anschläge machen mich wütend. Die Neonazis versuchen in Treptow-Köpenick politisch Engagierte einzuschüchtern, in dem sie Einzelne terrorisieren. Es muss jetzt ein deutlichen Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen gesetzt werden und gleichzeitig deutlich gemacht werden, dass Neonazis in Schöneweide ein berlinweites Problem sind. Dringend erforderlich ist daher nicht nur die Solidarität durch die Landespolitik, sondern pragmatische und langfristige Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Arbeit vor Ort durch den Berliner Senat.”
Helga Seyb von ReachOut der Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt: “Wir beobachten besonders im Süden und im Südosten der Stadt das gleiche System des Terrors gegen Nazigegner_innen und Menschen, die als nicht hierher gehörig definiert werden. Das muss von allen Zuständigen endlich ernst genommen werden und als ein Phänomen wahrgenommen werden. Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um fortgesetzte geplante Vertreibungsaktivitäten. Die Betroffenen brauchen alle Unterstützung.”
Linke Gruppen, antifaschistische Organisationen und Parteien haben für Montag den 27. August 2012 um 17.30 Uhr eine Solidaritätskundgebung am S-Bahnhof Berlin-Schöneweide/ Cajamarcaplatz geplant. Ob sich die Faschisten von Solidaritätskundgebungen entmutigen lassen, ist aber mehr als Zweifelhaft!

