Kirche vergleicht Homo-Ehe mit Mord

Kein Raum für Homophobie – Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/steffireichert

Die katholische Kirche ist sicherlich kein Bündnis liberaler und weltoffener Menschen, ihre Aussagen und Handlungen in den USA unterscheiden sich dennoch sehr stark von denen in Europa. So mobilisiert die katholische Kirche  im US-Bundesstaat Minnesota ihre Anhänger um sich an einer Abstimmung zu beteiligen, die die Rechte der Homosexuellen auf Dauer einschränken sollen.

John Nienstedt, der Erzbischof von St. Paul and Minneapolis, hat seine Anhänger aufgefordert, bei einem Volksentscheid für ein Verbot der Homo-Ehe zu stimmen, da gleichgeschlechtliche Hochzeiten so falsch seien wie die Tötung eines Menschen.
In einem Brief an die Gläubigen erklärte Nienstedt, die Kirche müsse bei diesem Thema “die Wahrheit mit Liebe” sagen: “Unser Versuch, den unabänderbaren Plan Gottes für die Ehe zu verteidigen, ist keine Kampagne gegen irgend jemanden. Wir wollen nur die Wahrheit über die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau verbreiten”, so Nienstedt. Die Gleichsetzungen und Hetze, die er dabei betreibt, sind sehr zielgerichtet, dafür, dass sie niemanden treffen sollen, so sagt er: “In Wahrheit dürfen wir die Ehe nicht neu definieren, genauso wenig wie wir menschliches Leben nehmen dürfen. Denn Gott hat sowohl das Leben erschaffen als auch die Ehe.”

Abstimmung über Homo-Ehe

Die gleichgeschlechtliche Eheschließung ist momentan in sechs der 50 US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington legal. Zwölf weitere Bundesstaaten bieten eingetragene Partnerschaften an, die steuerlich anders behandelt werden.
Im Bundesstaat Minnesota wird Anfang November über ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung abgestimmt. Die Eheschließung ist homosexuellen Paaren schon jetzt untersagt, den rechtskonservativen Hardlinern ist die bisherige Verfügung aber nicht fest genug, da sie Angst haben wir einer Aufweichung durch “liberale Richter”.

Homophobie ist gefährlich nicht Homosexualität – Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/sterneck/6166447323/sizes/m/in/photostream/

Nienstedt behauptet, ganz der rechtskonservativen Linie folgend, dass die Homo-Ehe Kindern schaden würde und ein”soziales Experiment” sei: “Das Konzept geht davon aus, dass das Geschlecht nicht wirklich wichtig ist”, erklärte der Erzbischof. Ferner würde die Öffnung der Ehe verhindern, dass Männer und Frauen Liebe finden: “Bei der Ehe geht es darum, für wahre Liebe zu werben, nicht sie zu verhindern”, erklärte Nienstedt. “Als Gottes Geschöpfe sind wir viel mehr als unser sexuelles Verlangen. Dieses Verlangen sollte niemals definieren, wer wir sind.”

Der Bischof konnte weder erklären wie die Ehe die Liebe von Mann und Frau gefährdern kann, noch wie sie Kinder davon abhält ihren Weg zu finden. Die Politik in dem Bundesstaat, der seit den letzten Wahlen von der reaktionären Tea-Party dominiert wird, scheint aber kein größeres Interesse zu haben, sich der Frage zu widmen.

Konservative Gruppen sowohl aus der Politik als aus dem kirchlichen Bereich haben Millionen investiert um die Kampagne voran zu treiben. Allein die katholische Kirche soll nach Informationen der “Minn Post” eine Million Dollar in den Wahlkampf gesteckt haben.

Die Erfolge und Geld

Die Folgen und Erfolge solcher Wahlkampagnen konnten vor kurzer Zeit in North Carolina beobachtet werden. Die BürgerInnen des Bundesstaates haben sich mit deutlicher Mehrheit hinter ein Verbot staatlicher Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in der Regionalverfassung gestellt.

Nach ersten Auszählungen votierten 61 Prozent für “Amendment One”, 39 Prozent stimmten dagegen. In der Verfassung des Bundesstaates ist nun festgelegt, dass die “Ehe zwischen Mann und Frau die einzig gesetzlich anerkannte Partnerschaftsverbindung” im Staat sein darf. Damit sind dort auch eingetragene Partnerschaften verboten. Das Verbot ist nun in 30 der 50 US-Staaten, darunter alle anderen Südstaaten, in der Verfassung verankert. AktivistInnen erklärten, dass sie im Notfall vor Gericht klagen würden. Vor einigen Jahrzehnten wurde bereits erfolgreich gegen Diskriminierung geklagt: Der Supreme Court hatte 1967 das Verbot von interrrassisch-heterosexuellen Ehen in den Verfassungen von North Carolina und einem Dutzend weiterer Südstaaten als Verstoß gegen das Gleichheitsgebot für verfassungswidrig erklärt.

Die Menschen in den USA stehen der Öffnung der Ehe immer aufgeschloßener gegenüber, trotz der Erfolge der reichen Lobby-Gruppen und konservativen Gruppen. Einer neuen Gallup-Umfrage zufolge befürworten 50 Prozent die Ehe-Öffnung, 48 Prozent sind dagegen.

Für die anstehende Abstimmung in Washington sind diese Zahlen hilfreich. In Washington wird über die Öffnung der Ehe für Homosexuelle abgestimmt, obwohl das Parlament diese bereits durchgesetzt hatte.

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