Faschisten greifen Flüchtlingslager an
Am vergangenenDienstag, den 09.10, gegen 1:30 Uhr wurde das Flüchtlingslager in Waßmannsdorf, ein Ortsteil von Berlin Schönefeld, von Nazis mit Steinen angegriffen. Es wurde der Zaun, der das Kasernengelände umgibt, zerschnitten, Fenster und eine Tür mit Steinen eingeworfen, Farbbeutel geschmissen, ein Hakenkreuz und der Spruch “Rostock ist überall” gesprüht.
Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln momentan, haben bisher aber keine Verdächtigen, die Polizei soll nun aber häufiger Streife fahren und die Flüchtlinge vor Neofaschisten schützen. Die Erinnerung an Rostock und die Stimmung vor den Morden, dürfte die Angst der Flüchtlinge verstärkt haben. Am selben Tag, wenige Stunden später, fand eine von der CDU organisierte Veranstaltung zu dem Flüchtlingslager statt. Die Veranstaltung fand in Rudow statt, ein Bezirk der an Schöneberg grenzt. Diskutiert wurde über eine geplante Notunterkunft für neuankommende Flüchtlinge ein. Dabei ging es um Containerunterkünfte auf einem Grundstück in Rudow, das angeblich als Schulstandort für eine neu zu bauende große Gesamtschule vorgesehen war. An der Veranstaltung „Asylbewerberheim in Rudow?“ in der Gaststätte „Steckenpferd (Ostburger Weg 1, 12355 Berlin-Rudow) nahmen für die CDU Hans-Christian Hausmann, Daniel Dobberke, Klaus-Peter Mahlo und Gerrit Kringel teil. Im Publikum fanden sich neben CDU-AnhängerInnen auch NPD-Anhänger, die der bürgerlichen Argumentation gegen das Flüchtlingslager lauschten.

