Dortmund den Dortmundern und Deutschland den Deutschen?
“Deutschland den Deutschen” ist eine Parole, die nicht ohne Grund mit Rechtsextremismus gleichgesetzt wird, denn sie steht für Ausgrenzung und Rassismus. “Dortmund den Dortmundern” vermittelt genau das gleiche Bild, ist aber der Titel einer Veranstaltung des Familienministeriums, bei der sich rechtsextreme Jugendliche und Autonome Nationalisten mit Jugendlichen aus der Mitte und Jugendlichen aus der Antifa unterhalten und diskutieren sollen.
Die Veranstaltung “ermöglicht die Projektteilnahme der Autonomen Nationalisten eine direkte Auseinandersetzung mit handelnden Personen.” Unser Familienministerium will also eine Veranstaltung fördern, bei der die Faschisten ihre Gegner kennenlernen und mit diesen diskutieren sollen.
Die Frage, die sich nun stellt ist, wie kommt man auf diese Idee?
Jugendliche und Autonome Nationalisten?
Jugendliche, die sich offensiv gegen Rechtsterrorismus und Neofaschismus stellen, sollen mit den Menschen diskutieren, die in Dortmund ihre Familien terrorisieren und ihr ganzes soziales Umfeld bedrohen. Diese Aktionen mag zwar sinnvoll erscheinen, wenn man wirklich der Ansicht ist das einige Jugendliche und einige Antifaschisten Autonome Nationalisten überzeugen können.
Diese Hoffnung ist aber vergebens, wenn man sich überlegt, dass die Autonomen Nationalisten in diesem Gespräch zu normalen Diskussionspartnern gemacht werden, denen das Familienministerium eine Bühne darbietet, auf der sie ihre menschenverachtenden Thesen verbreiten können. Dem Dortmunder Forum gegen Rassismus kann man sich nur anschließen, wenn dieses schreibt:
Wir sind entsetzt über das Projektvorhaben und die Kooperation bzw. mögliche Beteiligung, insbesondere der Stadt Dortmund – Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, sowie des Jugendrings Dortmund. Diese unterstützen uns zur Zeit bei der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“.
Wir lehnen die Einbeziehung von Neonazis an jeglichen Projekten und Aktionen, die über Nazis aufklären sollen und rechtes Gedankengut bekämpfen wollen, grundsätzlich ab. Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, geschulte Nazikader gegen Jugendliche antreten zu lassen und ihnen eine Plattform zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu bieten. Außerdem ist es absolut inakzeptabel, Nazis als gleichberechtigte „Spielpartner_innen“ zu akzeptieren, wie es in dem Projektantrag des Trägers „multilateral academy“ beabsichtigt zu sein scheint.
Wir möchten uns hiermit von einem solchen Umgang mit Nazis deutlich distanzieren und fordern die Kooperationspartner_innen des Projekts zu einer Stellungnahme bezüglich dessen und im Zweifelsfall zu einem Rückzug aus dem Projekt auf.
Rassismus und Faschismus sind keine Meinungen, sie sind ein Verbrechen, ein Verbrechen, dem nun anscheinend eine Bühne geboten werden soll. Eine Gesellschaft, die sich selbst als multikulturell und offen bezeichnet, kann es nicht zulassen, wenn junge Erwachsene und Jugendliche mit Faschisten an einen Tisch gesetzt werden. Wir brauchen Aufklärung über rassistische und faschistische Thesen, keine Möglichkeiten diese auch noch unter weiteren Jugendlichen zu verbreiten.
178 Menschen sind seit dem Fall der Mauer von Nationalisten ermordet worden, diesen darf keine Plattform geboten werden um ihre Thesen an den Mann oder die Frau zu bringen.
Keine Diskussion von Jugendlichen mit Autonomen Nationalisten!
Ähnliche Artikel:
-
Mephistopheles
-
Thanthalas
-
ghoti42
-
alles so einfach…
-
DeutscherPatriot
-
Drummer55

