Bahamas-Konferenz absagen – Keine antimuslimische Hetze von “Linken”
Vom 25. bis 26.5. will die “Redaktion Bahamas” an der Humboldt-Universität zu Berlin die Konferenz “Revolte der Enthemmten” durchführen. Als Freiheitsliebe fordern wir, dass die Humboldt-Universität dieser Veranstaltung keine Plattform bietet oder dafür sorgt, dass die Autoren der Bahamas dieses mal keine antimuslimischen Parolen von sich geben!
Gründe für die Ablehnung der Bahamas-Konferenz gibt es genug, denn keine Zeitung oder Medium im “antideutschen” Spektrum steht so deutlich für Islamophobie, wie die Bahamas. So ist in der 3x im Jahr erscheinenden, politische Zeitschrift “Bahamas” ein Artikel unter der Überschrift “Im Geiste Winston Churchills – In Großbritannien sorgt die English Defence League für Aufregung und Verwirrung” In diesem wird Stimmung gemacht für die EDL (English-Defence-League), eine rechtsextreme Gruppierung, die aus ihrem Hass auf Muslime kein Geheimnis macht.
Im Januar dieses Jahres zogen 1.200 EDL UnterstützerInnen durch Stoke. In der Nacht vorher wurde an eine Moschee in Stoke die Parole “Moslem-Abschaum” und “EDL” gesprüht. Auf der Demo selbst wurde gerufen “Muslim-Bomber, runter von unseren Straßen” und “Wenn du die Pakistaner hasst, dann klatsch in die Hände”. Protestierende AntifaschistInnen wurden mit Zaunlatten, Flaschen, Knallkörpern und Baseball-Schlägern angegriffen.
Bei einer anderen Demo in Manchester riefen sie: “Fickt euch, geht zurück nach Hause” und “Unser Land”.
Das sind die Menschen, mit denen sich die Bahamas Redaktion solidarisiert.
Wertmüller zusammen mit Konservativen.
Bereits 2006 hatte Justus Wertmüller, Chefredakteur der Bahamas, in seiner Rede auf einer Kundgebung gegen Ahmadinedschad in Frankfurt, bei der er gemeinsam mit dem damaligen CSU-Innenminister Günter Beckstein auftrat, deutsche Fahnen schwenkende christliche Fundamentalisten und andere Rechte als „verbindliche Freunde Israels” gelobt. Und er bot der Bundesregierung generös an, es dürften „in einem Meer von israelischen” ruhig auch ein paar schwarz-rot-goldene Banner wehen. Seine Bedingung: Deutschland müsse, wie Wertmüller forderte, bloß endlich zur „Verteidigung der Zivilisation”, die es „nur an der Seite Israels gibt”, entschließen und dafür notfalls auch seine „militärischen Ressourcen ausschöpfen”, um das Atomprogramm des Iran zu stoppen. (Mehr dazu findet man hier)
Wertmüller setzt sich für eine „bedingungslose Solidarität“ mit Israel ein. Mit den Worten von Karl Marx zieht er das „allgemeine Nützlichkeits- und Brauchbarkeitsverhältniss“ des Kapitalismus vor gegenüber „einem auf Bluturenge, Natur und Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse gegründeten nur lokalen Zusammenhang“, wie Wertmüller es für die arabischen Gesellschaften konstatiert, und als regressive Zielvorstellung einer antisemitischen und antiamerikanischen Internationale befürchtet.
Die Zeitung Streifzüge schreibt über Justus Wertmüller und seine Bahamas:
Auch den Häuptlingen der Bahamas ist eine solche Denke nicht fremd, wenngleich sie sich nicht immer ganz so weit aus dem Fenster legen wie Karl das Schwein, das sich zu Arkan dem Tiger träumt. Nur noch halb verwunderlich ist es daher, wenn mittlerweile die – lange Zeit respektierte – Tabulinie überschritten wurde, die solche Autoren noch vom Lob für offene Rassisten und Rechtsextremisten trennte. Brüchig wurde sie bereits im Sommer 2002 mit dem Lob für Oriana Fallacis Buch “Die Wut und der Stolz” (in dem u. a. zu lesen ist, muslimische Menschen “vermehren sich wie die Ratten”), dem das Sektenblättchen immerhin sechs Seiten geschlossener Rechtfertigung – nebst einigen rhethorischen Mäkeleien – widmete. Es gab genau zwei Medien in Deutschland, die Oriana Fallaci als positive Referenz in ihr Program nahmen: Die Bahamas sowie die rechtsextreme Wochenzeitung Junge Freiheit, welche Fallacis Skandalwerk in ihren Büchervertrieb aufnahm. Selbst der bayerische Innenminister Günther Beckstein hatte die (freilich wohlfeile) Erklärung in Die Welt abgegeben, der von Fallaci vorgeschlagene Umgang mit Flüchtlingen sei “blanker Rassismus”.
Es gibt mehr als genug Gründe gegen diese angeblich linke Veranstaltung zu protestieren und eine weitere Ausbreitung von Islamophobie zu verhindern.
Gemeinsam sind wir stärker
Da wir nur gemeinsam etwas gegen diese Veranstaltung unternehmen können, folgt eine Zusammenstellung von Kontakten an der HU, die sich sicherlich darüber freuen, wenn engagierte Menschen ihnen ihre Meinung zur Konferenz der kulturrassistischen „Redaktion Bahamas“ sagen.
Steffen Hofmann (Referat Öffentlichkeitsarbeit)
mailto:steffen.hofmann.1@uv.hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-2178
Sylvia Bork (Referat Objektmanagement, Gruppenleiterin Gebäudedienste)
mailto:sylvia.bork@uv.hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-1227
Post: Sylvia Bork, Verwaltungsgebäude, Ziegelstr. 11, 10117 Berlin
Jan-Hendrik Olbertz (Präsident)
mailto:praesident@hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-2100
Marina Frost (Vizepräsidentin für Haushalt, Personal und Technik)
mailto:vph@hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-2101
Sandra Westerburg (Leiterin des Präsidialbereichs)
mailto:sandra.westerburg@hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-2826
Referent_innenrat (gesetzlich AStA)
mailto:refrat@refrat.hu-berlin.de, Tel. (030) 2093-2603 / (030) 2093-2614



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