Auf die rechte Tour mit Sarkozy

Sarkozy - Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/busy-pochi/5503853314/sizes/m/in/photostream/

Nicolas Sarkozy wollte sich als Macher darstellen, als jemand der handelt statt zu reden, so zumindest der eigentliche Plan. Da die Franzosen ihm diese Rolle aber nicht abnehmen, versucht er ein weltweit bekanntes Rezept, er nutzt rassistische Thesen zum Stimmen fang. Statt Wirtschaftskrise, Eurorettung und Arbeitsplatz aufbauen stehen nun Sozialchauvinismus und Rechtspopulismus auf dem Plan.

Bis vor wenigen Tagen äußerte sich der französische Präsident nicht zu einer möglichen Wiederwahl, seit Mittwoch ist es nun offiziell, Sarkozy wird wieder kandidieren. Bis zuletzt wollte Sarkozy den Zeitpunkt seines Eintritts in die Wahlkampfarena bis Anfang März hinausschieben. So hoffte er, dass die Franzosen sich an seinem sozialistischen Gegner satt sehen würden.

Tour de France zum Präsidentenpalast

„Eine Präsidentenwahl entscheidet sich wie die Tour de France in den letzten Etappen“, beruhigte er seine Freunde angesichts schlechter Umfrageergebnisse. Nach einer neuen Erhebung des Instituts BVA liegt Sarkozy mit 26 Prozent deutlich hinter seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande mit 34 Prozent zurück, zumindest für den ersten Wahlgang am 22. April. In der folgenden Stichwahl würde Sarkozy mit 42 Prozent gegenüber Hollande mit 58 Prozent unterliegen, heißt es weiter.

Er versuchte alles um mit wirtschaftspolitischen Themen seine Landsleute zu überzeugen, doch die wirtschaftlichten Erfolge konnten ihm die Franzosen nicht abnehmen, da sie nur auf die Straße gucken mussten, um die Wahrheit zu sehen. Bei den Gipfelkonferenzen der acht großen Industriestaaten (G 8) und der zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen (G 20) gab er sich als moderner Staatslenker, der es versteht eine Nation zu führen. Eine Rolle, die nicht zu ihm passen wollte, wo immernoch viele Franzosen in Armut leben und die Wirtschaft die Menschen ausbeutet.

Seit seiner offiziellen Kandidatur am Mittwoch hat Sarkozy auch neue Ziele mit denen er seine Wähler überzeugen möchte. Statt über komplizierte Themen wie die Wirtschaftskrise zu reden und über die Schwächen des Kapitalismus zu lügen, setzt er nun auf Rechtspopulismus um der rechtsextremen Front National Wähler abzujagen.  So will er ein Referendum abhalten, bei dem die Franzosen entscheiden können, welche Migrantengruppen im Land bleiben dürfen und welche neue Regeln diktiert bekommen sollen. Dabei soll sich nicht die Situation der Migranten in Frankreich verbessern, deren Stimmen kann Sarkozy nach seiner Hetze gegen die Bewohner der Banlieues ohnehin nicht erhoffen. Stattdessen soll die Angst vor dem sozialen Abstieg, die viele Franzosen plagt, in Hass auf die gesellschaftlichen Minderheiten gelenkt werden.

Statt sich für eine liberale und offenere Gesellschaft einzusetzen, will er auch einen härteren Kuss gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen führen. Auch die angeblich so faulen Arbeitslosen sollen ihr Fett wegbekommen.  Über eine Volksabstimmung sollen die Franzosen darüber befinden, ob Arbeitslose jeden Alters zu Umschulungen und zur Annahme von Jobangeboten gezwungen werden sollen. Damit sollen die Rechte der Arbeitlosen weiter beschnitten werden und der Gedanke gestärkt werden, dass die Arbeitslosen an ihrer Situation selber schuld sein. Sowohl der Kandidat der französischen Linkspartei, Melechon, als auch der Kandidat der französischen Sozialisten, Francois Hollande, reagierten mit Spott auf Sarkozys Pläne.

 

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