Rassismus und Hass sind mehrheitsfähig!
Mehr als 60 Jahre liegen seit den schlimmsten Tagen in der Geschichte Menschheit hinter uns, gelernt haben die Menschen aus diesen allerdings immernoch nicht. Auch heute noch sind Ressentiments, Vorurteile und Hass für viele Menschen in Europa alltäglich, so fand eine Studie der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung heraus. Die Forscher befragten rund 1000 Bewohner in acht europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Italien, Niederlande, Polen, Portugal).
Dabei unterscheidet sich die Zielgruppe gegen die sich die Vorurteile richten, je nach den aktuellen Debatten in den verschiedenen europäischen Ländern.
In Deutschland und Italien sind die Vorurteile gegen Muslime am ausgeprägtestenDie Umfrageergebnisse zeigen, dass die Islamophobie in allen europäischen Ländern relativ stark ausgeprägt ist, sich aber auch dabei regionale Unterschiede feststellen lassen. So sind die Befragten in Deutschland, Ungarn und Italien islamophober als in den anderen befragten Ländern. So stimmen fast die Hälfte der Deutschen der Aussage zu, dass es in Deutschland zu viele Muslime gibt, in Polen und Italien liegt der Wert sogar bei erschreckenden 60%. In Portugal dagegen stimmt nur etwa ein Viertel der Befragten dieser rassistischen Aussage zu.
28% der Deutschen und der Italiener stimmten der Aussage zu, dass viele Muslime islamische Terroristen als Helden verehren würden. In Ungarn und Großbritanien stimmten fast 40 %dieser Aussage zu und sagten damit zumindest indirekt, dass die Muslime Gewalt befürworten! Nur 17% der Deutschen denken, dass die muslimische Kultur gut zu Deutschland passen würde, wobei es geschichtskundigen schwer fallen dürfte, von der muslimischen Kultur zu sprechen. In keinem anderen europäischen Land ist dieser Wert so gering. Fast die Hälfte der Portugiesen sind der Ansicht, dass die muslimische Kultur gut zu der eigenen Kultur passe.
Homophobie ist immernoch ein Problem!
Die Unterschiede in den einzelnen Ländern im Bereich der Islamophobie sind relativ gering, bei der Homophobie sind allerdings deutliche regionale Unterschiede zu erkennen. So lehnen fast 90% der Ungarn die gleichgeschlechtliche Ehe ab und bezeichnen sie als etwas nicht Gutes, in Polen liegt dieser Wert ebenfalls bei fast 70% . In den relativ liberalen Niederlanden lehnen “nur” 17% der Befragten die gleichgeschlechtliche Ehe ab, in den mitteleuropäischen Ländern liegt der Wert zwischen 40 und 50%. Die Homosexualität sei unmoralisch, denken 75% der Ungarn, dieser Wert ist mehr als viermal so hoch wie der Wert in den Niederlanden.
Vorurteile gegen Homosexuelle sind in den verschiedenen Ländern unterschiedlich stark ausgeprägt, leider gibt es sie selbst in den als so liberal geltenden Niederlanden noch.
Antisemitismus bleibt aktuell
Der Hass auf Juden hat zu den schlimmsten Verbrechen in der Geschichte der Menscheit geführt, trotz aller Aufklärung über diese Verbrechen ist der Antisemitismus immernoch aktuell, wie die Ergebnisse der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigen. Allerdings ist der Antisemitismus in den verschiedenen Ländern unterschiedlich stark ausgeprägt. So hegen wesentlich mehr Menschen in Ungarn und Polen Vorurteile gegen Juden, als dies in Großbritanien und den Niederlanden der Fall ist.
In Ungarn sind 70% der Befragten der Meinung, dass Juden zu viel Einfluss hätten, in Polen stimmen etwas mehr als die Hälfte dieser Aussage zu. In den Niederlanden sind es noch nicht einmal 6% der Bevölkerung, die dieser Aussage zustimmen. Die Studie befragte die Menschen auch zu Israel, wobei davon ausgegangen wird, dass Israel als jüdischer Staat gesehen wird und nicht als Staat, der Anhängern der verschiedensten Religionen als Heimat gilt. So stimmten selbst in Italien und der Niederlanden fast 40% der Bevölkerung der Aussage zu, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinser führe, in den anderen Ländern ist der Wert höher.
Diese Aussage überrascht, da zumindest die westeuropäische Presse sehr israelfreundlich ist und meistens das Bild von terroristischen Palästinensern und einer friedlichen israelischen Armee zeichnet. Die Beurteilung der Kriege Israles als Vernichtungskrieg ist aber zu hart!


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