Proteste gegen ultraorthodoxe Siedler sind die direkte Folge der Siedlungspolitik!
Israels Präsident Schimon Peres hat seine Landsleute eindringlich zur Teilnahme an einer Demonstration gegen eine Gruppe ultraorthodoxer Juden aufgerufen, so titelte die Zeit vor wenigen Tagen. Es ist durchaus zu begrüßen, wenn der israelische Präsident zu Protesten gegen die radikalste und gewalttätigste Gruppe im Staat aufruft, die Gründe dafür sind die Freude nicht wert.
Seit Jahren werden Palästinenser in ihren Dörfern im Westjordanland von israelischen Siedlern bespruckt, durch die Straßen gejagt, geschlagen und manchmal sogar umgebracht, interessiert hat sich dafür kein Israeli. Nun hat die israelische Staatsmacht zu Protesten gegen die ultraorthodoxen Israelis aufgerufen, da diese ein kleines Mädchen angespuckt hatten und gegen das israelische Militär vorgegangen waren.
Hass auf Palästinenser – kein Problem?
Die Proteste gegen die Siedler werden vor allem von den säkularen Bevölkerungsgruppen in Israel getragen, da diese fürchten die Siedler könnten für sie zu einem echten Problem werden und den Staat noch stärker beeinflussen. Die Proteste gelten vor allem den Siedlern, sowie den Ultraorthodoxen in Jerusalem, die ähnlich radikal sind.
Die meisten israelischen Zeitungen und Nachrichten berichten äußerst wohlwollend über die Entwicklung der Proteste gegen die Siedler und schreiben, dass diese schon länger notwendig gewesen sein. So wird den Siedlern vorgeworfen, dass sie häufig auf Kosten des Staates leben würden und ihre Interessen von den Säkularen bezahlt bekämen. Auch ihre Radikalität in der Auslegung des jüdischen Glaubens und die damit verbundene Abgrenzung von säkularen Israelis wird ihnen vorgeworfen.
Ihnen wird vorgeworfen, dass sie die Rechte der Frauen nur teilweise anerkennen würden und sie kein Interesse hätten, dass der Staat Israel wirtschaftlich besser darsteht.
Bis auf den berühmten Gidon Levy wirft ihnen aber keiner vor, dass sie die Palästinenser angreifen und behandeln wie Tiere. Dieser fragt vollkommen berechtigt:
Wie können ein paar Tropfen Blut einer Person mehr schockieren als Ströme von Blut eines anderen Volkes? Wie kann ein Stein, der Harpatz Stirn verkratzte, unermesslich mehr Echo verbreiten als der Tränengaskanister, der die Stirn des Palästinensers Mustafa Tamini aufriss und vier Tage vorher von Soldaten der Armee, in der Harpatz dient, getötet wurde?
Warum werden die Palästinenser vergessen?
Die Proteste gegen die israelischen Siedler werden vorangetrieben, weil diese Israelis angegriffen haben, die angegriffenen Palästinenser werden vergessen. Sie scheinen nicht einmal den liberalen israelischen Medien eine Erwähnung Wert zu sein, wenn diese über Hügeljugend und Siedler berichten. Wie kann es sein, dass der israelische Nobelpreisträger Schimon Peres nur zu Protesten aufruft, wenn die Radikalen in seinem Land die eigene Bevölkerung bedrohen? Wie kann es sein, dass ein ganzes Land schweigt wenn tagtäglich Palästinenser angegriffen werden und es erst reagiert, wenn die Angreifer sich so stark fühlen auch die eigene Gesellschaft anzugreifen?
Die Rechte der Palästinenser scheinen irrelevant zu sein, denn gegen die tägliche Gewalt, die dieser ertragen müssen wird nicht demonstrieren. Auch bei den aktuellen Demonstrantionen hatten, außer einige wenige Demonstranten von der radikalen Linken, die Teilnehmenden keine Banner dabei, die auf die ermordeten Palästinenser hinweisen.
Es scheint als sein den israelischen Medien nur die Angriffe innerhalb Israel eine Erwähnung wert, während die Angriffe auf Palästinenser ignoriert oder sogar toleriert werden. Die Siedler greifen die israelische Gesellschaft an, weil sie glauben, dass die Medien über ihre Angriffe schweigen würden, wie es bei Angriffen auf die Palästinenser der Fall war.
Wenn Israel die Probleme mit den Ultraorthodoxen abbauen will, dann sollte es dafür sorgen, dass die Angriffe auf palästinensische Zivilisten genauso hart bestraft werden, wie die Angriffe auf Israelis. Die Hügeljugend und die Siedler werden ansonsten weiter an ihrer Unberührbarkeit festhalten, da sie tagtäglich sehen, dass ihnen niemand etwas vorschreibt.
Israel kann nur gesunden, wenn es gegen seine Siedler vorgeht, ob diese nun Israelis oder Palästinenser angreifen. Israels innere Sicherheit ist abhängig von der Behandlung, die sie den Palästinensern zu teil werden lassen.
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Frank
