Lindner gönnt sich Joint bei Tv-Sendung
“Er ist den ganzen weiten Weg von Berlin-Dahlem mit nur einer Hand am Sack zu uns getänzelt!” Der Eierkrauler hatte es wirklich in die TV Sendung “Stuckrad-Barre” geschafft und stellte sich zum Anfang der Sendung einigen Fragen des Moderators. Mitunter stellte er präzise dar, dass Erfolg gut rieche und dass er Mitleid mit den einbeinigen Bettler am Kurfürstendamm hat. Auch klärte er seine Mitmenschen darüber auf, dass der Mädchenname “Karoline Graf von Kerssenbrock” nicht echt sei. Das mag alles hochinteressant klingen, das eigentliche Highlight der Sendung jedoch ließ noch ein wenig auf sich warten….
Die FDP ist nicht gerade eine Partei, die für die Legalisierung von Drogen bekannt ist. Umso bemerkenswerter ist der Auftritt von Martin Linder in der Show “Stuckrad-Barre”. “Um sich den Kopf matschig zu machen trinkt man entweder zwei Flaschen Barolo oder man raucht einen Joint”, zitiert ihn der Moderator und lässt prompt das Lindner-Gedeck auftischen. Als er vor die Wahl gestellt wird, welche Droge er denn konsumieren möchte, leugnet Linder die Echtheit des Joints. “Testen?”, fragt Barre aufgeweckt und wiederholt sich dabei immer wieder – solange bis Lindner den Joint zwischen die Lippen fluppt. Zum “Testen” müssen die beiden jedoch das Studio verlassen. Nach einem Zug am Joint stand dann das Ergebnis fest: “Tatsächlich. Ist echt”. Wissbegierig will der Barre wissen: “Und wie gehts?”. “Saugut!”, entgegnet ihm Lindner. Hurra! Die FDP kifft!
http://youtu.be/BK1w5o8CTwo
Dyckmans zeigt sich wenig begeistert
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), zeigte sich allerdings wenig erfreut über die Experimentierfreudigkeit ihres Parteikollegen und tadelte ihn öffentlich. Lindner habe als Abgeordneter “eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion”, sagte Dyckmans der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag in Berlin. “Eine Verharmlosung des Cannabiskonsums in der Öffentlichkeit sendet ein völlig falsches Signal aus.” Interessant ist zu sehen, dass in Wahrheit der Cannabiskonsum sicherlich nicht verharmlost wird. Erst durch bürgernahe, gerechte Drogenpolitik lässt sich effiziente Drogenpolitik gestalten. Und eigentlich sollte eine liberale Partei sich nicht nur auf die Freiheit der Märkte konzentrieren, sondern eben auch gesellschaftlich liberal sein. Dazu gehört konsequenterweise auch eine Drogenpolitik, die den Bürger in den Mittelpunkt stellt und nicht die Pharakonzerne und dessen Profite.
Dyckmans weiter: Cannabis sei eine illegale Droge und unterliege dem Betäubungsmittelgesetz, betonte Dyckmans. Außerdem sei Cannabis “gesundheitlich eben nicht unbedenklich”, es gingen gerade für Jugendliche und junge Erwachsene erhebliche gesundheitliche Gefahren aus. Dies belegten gestiegene Behandlungszahlen in den Suchthilfeeinrichtungen. Auch hier zerfällt Dyckman Argument schon beim Lesen der Wörter. “Gesundheitlich eben nicht unbedenklich”. Klar. Alkohol ist gesundheitlich eben auch nicht unbedenklich. Trotzdem verenden jedes Jahr ca. 80.000 Menschen pro Jahr am Alkohol, ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden von mehr als 20 Milliarden € entsteht. Die Frage muss sein, wie mit den Drogen umgegangen werden soll. Dinge persé zu verbieten schließt Räume und lässt eine konstruktive Debatte in einem intoleranten Licht erscheinen. Ohnehin ist eine Einteilung in “weiche” und “harte” Drogen nicht sinnvoll.
Junge Liberale unterstützen Lindner
“Wir Junge Liberale Berlin begrüßen ausdrücklich, dass Martin Lindner in der Sendung ‘Stuckrad-Barre’ unverkrampft mit Cannabis umgeht. Schon sein Interview 2003 in der taz zeigte, dass er eine sehr differenzierte Einstellung zu Drogenpolitik hat. Damals wollte er ‘einen entsprechenden Antrag auf der Bundesebene unserer Partei stellen, damit sie sich für eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes stark macht.’ Nur zu, die Unterstützung der JuLis für solch einen Änderungsantrag für das Bundestagswahlprogramm wäre ihm sicher. Wir bringen den Antrag auch gerne gemeinsam auf dem Bundesparteitag im Mai 2013 ein.”
“Die Vorwürfe der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans und der drogenpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Angelika Graf können wir nicht nachvollziehen. Lindner mangelnde Vorbildfunktion vorzuwerfen, geht hier völlig an der Sache vorbei. Beide sollen anerkennen, dass Genuss weicher Drogen gesellschaftliche Realität ist. Eine Tabuisierung ist der falsche Weg um auf Risiken hinzuweisen und auch um Jugendliche grundsätzlich für einen verantwortungsbewussten Umgang mit legalen Drogen wie Alkohol und Tabak zu sensibilisieren.”
“Wir wollen eine konsequente Drogenpolitik, die nicht diskriminiert, Gefahren aber auch nicht verkennt. Durch eine geprüfte Freigabe könnte die Qualität der Produkte besser kontrolliert werden. Außerdem müssten die Konsumenten zum Kauf der Genussmittel nicht mehr kriminelle Milieus aufsuchen. Die Märkte für weiche und harte Drogen würden somit getrennt, weil Erwachsene weiche Drogen ganz legal erwerben können. Dennoch müssen Aufklärung und Prävention im Hinblick auf die Gefahren aller Drogen intensiviert werden.”
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Dr.Fisch
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gast
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Al Bundy

