Israelis lehnen Angriff auf den Iran ab!

 

Nicht in unserem Namen

Israel bereitet einen Angriff auf den Iran vor und die ganzen Israelis scheinen hinter diesen Angriffsplänen zu stehen. Ein Eindruck der täuscht, denn die Mehrheit der israelischen Bevölkerung lehnt einen Angriffskrieg gegen den Iran ab, aus vielen verschiedenen Gründen. Die israelische Regierung versucht die Stimmung für einen Krieg zu schaffen, hat bisher aber keine wirkliche Begründung gefunden, die die Bevölkerung überzeugt.

Laut einer Umfrage der linksliberalen israelischen Tageszeitung Haaretz, lehnen 61% der Israelis einen Angriffskrieg gegen den Iran ab, wenn die USA Israel nicht unterstützen, nur 25% sind für einen Angriffskrieg unter allen Bedingungen. Die Mehrheit der Befragten traut den Aussagen nicht, dass ein solcher Krieg schnell vorbei sein könnte.

Demos und Proteste

In Israel finden inzwischen täglich Proteste gegen einen möglichen Krieg statt. Am vergangenen Sonntag demonstrierten Hunderte vor dem Haus des Verteidigungsminister Ehud Barak, der aus Arbeiterpartei ausgetreten war, und riefen Slogans wie “Nein zum Krieg” und “Keinen Angriff auf den Iran”. Aufgerufen hatten die Chadasch, ein Bündnis aus der kommunistischen Partei Israels und kleineren sozialistischen Parteien. Auch der Filmregisseur Doron Tsabari nahm an der Demonstration teil und äußerte sich gegenüber den Medien. “Ich weiß nicht, ob Netanjahu einen Angriff plant oder nicht. Aber wenn er sagt, daß er in den Krieg zieht, glaube ich ihm. Deshalb bin ich hier”, so Tsabari.

In der Küstenstadt Haifa fanden in der vergangenen Woche Demonstrationen von israelischen Juden und Arabern statt, zu denen die linke Balad-Partei, Partei der Abgeordneten Hanen Soabi, und die Chadasch eingeladen hatten. Die kommunistsche Partei Israels wirft Netanjahu und Barak vor, “jeden Rekord politischen und sicherheitspolitischen Abenteurertums” zu brechen und “das Leben israelischer Bürger , Juden wie Arabern, schrecklicher Gefahr auszusetzen.Das Kabinett versuche, durch seinen Kurs von den Forderungen nach einem Friedensschluß zwischen Israelis und Palästinensern und von dem durch eine Massenbewegung unterstützten Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit und einem Ende der Kürzungen abzulenken” so ein Sprecher der Partei. Die israelische Regierung versuche durch aggressive Kriegshetze von den wahren Problemen der Gesellschaft ablenken.

Sagen Sie auf Wiedersehen

Einen sehr passenden Kommentar verfasste der Kolumnist Bradley Burston, Mitarbeiter der Haaretz: “Herr Netanjahu, verabschieden Sie sich von allen, die Sie kennen, bevor Sie Iran bombardieren. Sagen Sie auf Wiedersehen zu allen, die Sie lieben. Sie wissen, Sie werden nicht in der Lage sein, sie alle vor dem sicheren Gegenschlag zu beschützen. Jeder, den Sie kennen, ist ein Ziel. Jeder, den Sie lieben, ist in Gefahr. Der beste Freund Ihres Sohnes, die ganze Familie Ihrer Frau, die Familien Ihres Kochs, Ihres Fahrers, Ihres Leibwächters. Die Jungs, mit denen zusammen Sie aufgewachsen sind. Deren Kinder und Angehörige. Sagen Sie auf Wiedersehen zu ihnen, zu jedem einzelnen. Jetzt, bevor Sie den Befehl geben. Bevor es zu spät ist. In dem Augenblick, in dem Sie den Befehl geben, wird es nichts geben, was Sie ihnen sagen können. Uns sagen können.”
Widerstand in Israel und Deutschland

Liebesgrüße aus Tel Aviv und Teheran

Eine Mehrheit der israelischen Bevölerung teilt die Angst vor dem Krieg, in diesen Kommentaren mag sich eher eine Sorge um das eigene Leben, als das der IranerInnen wiederspiegeln, es zeigt aber auch ein Abrücken der israelischen Gesellschaft vom Militarismus.

Einen bewegenden Brief haben auch israelische FriedensaktivistInnen verfasst, die einen Angriff auf den Iran aus humanistischen und sozialen Argumenten ablehnen. Sie wenden sich aber nicht an die israelische Regierung, sondern an die Soldaten, die den Angriff ausführen müssten und selber sterben könnten: “Ihr habt mehr als irgend jemand sonst die reale Macht in Eurer Hand, diese Katastrophe zu verhindern. Niemand kann Euch diese Entscheidung abnehmen. Wir hoffen Euch und uns zuliebe, daß Ihr, sollte dieser Moment kommen, in der Lage sein werdet, die richtige Entscheidung zu treffen.”

Auch in Deutschland regt sich Widerstand gegen einen drohenden Krieg. Wolfgang Gehrcke hat im Namen der Linksfraktion eine Stellungnahme herausgegeben, die jegliche Kriegsbefürwortung ablehnt. “Wer ständig vom Krieg redet, wie es Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak tun, wird letztlich beim Krieg enden”, warnt der Obmann der Fraktion DIE LINKE im Auswärtigen Ausschuss, Wolfgang Gehrcke. “Die wiederholten Angriffsdrohungen der israelischen Regierung gegenüber Teheran steigern die reale Kriegsgefahr im Nahen Osten und verringern die Chance einer diplomatischen Lösung bezüglich des iranischen Atomprogramms. Außerdem wirken sie sich eskalierend auf den Bürgerkrieg in Syrien aus.”

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  • Kianusch Yamini

    Ein Angriff gegen Iran ist genau so falsch und verbrecherisch wie der Angriff der Alliierten 1939 gegen Deutschland.und später gegen Japan.
    Im Grunde hätte die Welt Roosewelt, Churchil und Degole vor Gericht stellen müssen.
    Mit Männern wie Hitler, Musolini, Goebells,Saddam Hossein ,Teno und Ahmadinejad kann man doch reden.
    Es darf keine Rolle spielen dass Hitler Juden vergast hat und Ahmadinejad Menschen Foltert und tötet.
    Das ist deren Privatvergnügen.
    Wer wird denn nach lächerlichen 10 Jahren Verhandlung gleich zur Waffe greifen ?
    Ich bin gespannt ob die Ironie bemerkt wird.

    • gast

      “und Ahmadinejad Menschen Foltert und tötet”

      Das macht Obama doch auch und der hat sogar schon Atomraketen. Ganz zu schweigen von den ganzen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen. Vielleicht sollten die USA zuerst angegriffen werden.

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