Inhaftierter palästinensischer Fußballnationalspieler soll freigelassen werden
Seit drei Jahren wird der palästinensische Fußballnationalspieler Sarsak unter der „Unlawful Combatant Law” illegal im israelischen Gefängnis festgehalten, ohne dass es je einen Prozess –geschweige denn Beweise für die Vorwürfe, Sarsak sein Mitglied des Islamischen Jihad– gegeben hat.

Ganze lange drei Monate befand sich Sarsak im Hungerstreik, der nun Wirkung zeigt. In Anwesenheit Sarsaks Anwalt kam es offenbar zu einer Vereinbarung mit der israelischen Gefängnisbehörde. Demnach wird Sarsak am 10. Juli 2012 freigelassen und zurück nach Gaza gebracht sofern er seinen Hungerstreik beendet. Um diesen Angebot anzunehmen und somit den Hungerstreik zu beenden, aß er am gestrigen Montagabend ein süßes Stück Schokolade. Dieses Abkommen setzt jedoch noch mehr voraus: Am heutigen Dienstag muss er vom Gefängniskrankenhaus in Ramle in ein ziviles Krankenhaus verlegt werden, so sein Anwalt Mohammed Jabareen. Allerdings soll er am gleichen Tag wieder ins Gefängniskrankenhaus gebracht werden, in dem er dann bis zur seiner Freilassung bleiben wird.
Der Hungerstreik und der Weg der Besserung
Innerhalb der 92 Tage, die sich Mahmoud Sarsak im Hungerstreik befand, verlor er die Hälfte seines Körpergewichts. Dieser Hungerstreik gilt als der längste Hungerstreik in israelischen Gefängnissen und einer der längsten Hungerstreike überhaupt.
Vor sechs Tagen begann Sarsak wieder Milch zu trinken und hat seit dem fünf Kilogramm zugenommen. Wie es mit seiner Gesundheit steht, ist noch fraglich, da einige Organe durch den Nahrungsentzug langfristig geschädigt sein könnten. Auch, wenn Sarsak seinen Hungerstreik gebrochen hat, kann es sein, dass er sich immernoch in Lebensgefahr befindet. Seine körperliche Verfassung ist immer noch sehr kritisch, deshalb ist ein gut betreuter Krankenhausaufenthalt essenziell.
Physicians for Human Rights – Israel (PHRI – Ärzte für Menschenrechte) berichtet, dass das Ramle Gefängniskrankenhaus nicht dafür ausgerüstet ist, ehemalige Langzeit-Hungerstreikende während ihres Genesungsprozesses zu behandeln. Daher rufen PHRI zu einem endgültigen Transfer in ein ziviles Krankenhaus auf.

