IhrPlatz verabschiedet sich vom Markt
Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Schlecker wohl in den nächsten Tagen in Planinsolvenz gehen werde. Soeben wurd zudem bekannt, dass auch das Schlecker-Tochterunternehmen “IhrPlatz” insolvent sei. Beim Amtsgericht Ulm sei ein entsprechender Antrag bereits eingereicht sein.
Ihr Platz stellt in Deutschland 5800 Mitarbeiter ein, welche nun durch Arbeitslosigkeit bedroht sind. Alle 650 Filialen, die vorwiegend in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen anzutreffen sind, stehen mit auf dem Spiel
Zweite Insolvent binnen sieben Jahren
IhrPlatz war bereits nach einer schweren Krise 2005 in Insolvenz gegangen. Zum 31. Dezember 2007 hat der heute insolvente Drogeriemarktkonzern Schlecker das Unternehmen aufgekauft, um Ihr Platz als Premium-Zweitmarke zu führen.
Als Schlecker am Anfang der Woche Insolvenz angemeldet hatte, betonte die Führungsspitze noch, dass IhrPatz und die Auslandsfilialen von Schlecker nicht vom Aus betroffen seien. Arndt Geiwitz, der vorläufige Insolvenzverwalter verlautete jedoch, dass sich IhrPlatz in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker befinde und somit mit in das Verderben gestürzt worden ist.
Schlecker öffnet Ladentüren wieder
Am heutigen Donnerstag nahm Schlecker den Regelbetrieb wieder auf. Dies gelte auch für Ihrplatz. „Durch die Fortführung der Einkaufskooperation sind Warenbestellungen Lieferungen und Abrechnungen für die Schlecker Märkte in Deutschland wieder sicher gestellt“, kann man einer Mitteilung entnehmen.
Auch der Insolventverwalter äußert sich optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Grundlage dieser Entscheidung auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen können“
Misere von Management veruracht
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zumindest ruft auf, weiter bei Schlecker einzukaufen und appelliert sogleich an ein Bündnis zur Unterstützung der Schlecker-Beschäftigten. „Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, betonte Stefanie Nutzenberger, die im Verdi-Bundesvorstand sitzt. Nutzenberger appelliert einmal mehr an eine Offenlegung der Arbeitsplatzsituation: „Die Frauen und Männer haben einen berechtigten Anspruch zu erfahren, ob ihre Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert sind“
Wie es genau mit Schlecker und IhrPlatz weitergeht, bleibt weiter ungewiss. Seitens der Konzernsspitze ist zu erwarten, dass die Beschäftigten möglichst bald darüber aufgeklärt werden, ob ein großer Teil der Arbeitsplätze gehalten werden kann oder ob für die meisten Mitarbeiter nur der schwere Gang zum Sozialamt bleibt.
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