“Ich rette Griechenland!”
Griechenland retten? Ist das überhaupt noch möglich? In Griechenland findet seit einigen Monaten ein gewaltiger Umbruch statt: Die EU entdemokratisiert die Griechen mittels Finanzwächtern, der Mindestlohn wird gedrückt, Gelder für das Gesundheitssystem werden halbiert etc. Das Land ist dem Untergang geweiht, denn diese unsoziale Politik wird die Lage der Griechen weiterhin verschlechtern – ein Land wird schlichtweg prekarisiert.

Was mich schon seit einiger Zeit stört sind die hetzerischen deutschen Medien wie die BILD, die die Griechen für die Misere verantwortlich machen. So einfach ist es aber nicht. Erstens: Als Griechenland 1981 in die EU eintrat, so weiß man heute, wurden die griechischen Staatshaushaltszahlen seitens der griechischen Regierung derart manipuliert, dass die EU bei einer normalen Kontrolle hätte erkennen müssen, dass Griechenland für die europäische Integration nicht reif genug ist. Zweitens, und der Punkt wiegt in meinen Augen viel mehr, ist das Schubladendenken vorherrschend: Grieche gleich Grieche. Die Entscheidungen der griechischen Politiker werden mit den griechischen Bürgern gleichgesetzt. Durch die hassschürenden Artikel steigt immer weiter und weiter die Ablehnung gegenüber den Griechen. Umgekehrt aber genauso: Die griechischen Medien berichten oft über die hetzerischen deutschen Medien(zitieren BILD), sodass das Hasspotenzial auf der anderen Seite ebenfalls wächst. Diese Hass-Akkumulation ist sicher nicht im Sinne der europäischen Integration.
Griechenland Pleite gehen lassen oder retten?
Dieser Gretchenfrage widmen sich seit geraumer Zeit die Ökonomen. Fakt ist, dass bei einer Pleite Griechenlands und dem folgenden Austritt aus dem Euro die Staatsschulden Griechenlands aufgrund der neuen abgewerteten Währung weiter ansteigen würden. Ein einfaches Ausbluten Griechenlands ist aber mindestens genauso irrsinnig, denn wenn die Euro-Bombe hochgeht, spürt ganz Europa die Auswirkungen. “Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker”, sagte einst Guevara. Doch scheint die europäische Solidarität nur als Deckmantel für die eigenen Interessen zu fungieren.
Finanzgeplänkel aus, Solidarität an
Während die Politik den Weg es tauben Aktionismus geht bzw. gehen muss(Druck der Finanzmärkte), blende ich den ökonomischen Faktor einmal völlig aus. Ich möchte selbst herausfinden, wie sich die Menschen in Griechenland fühlen, was sie von der EU, den Deutschen, den Franzosen denken. Ich möchte mit denen sprechen, die alles verloren haben, die nun auf der Straße leben müssen nur weil sie das Pech haben, in einem unstrukturierten und stärker korrupten Land zu leben.
Trampen als Solidaritätscheck

Per Anhalter zur Akropolis. Diese Gedanken sind schon länger in meinem Kopf, welche nun kurz vor der Umsetzung stehen. Am 31. März geht es los. Mannheim – Athen. 2.281 km to go.
Aber warum Trampen? Durch den gestiegenen Wohlstand konnten sich immer mehr Menschen ein Auto leisten, unser Leben wird schnelllebiger und annonymer: Trampen kam aus der Mode. Während man in den 70er und 80er Jahren an Tank- und Raststellen noch viele Trampen sehen konnte, findet man heute nur noch ab und zu einen verirrten Tramper. Ehrlich gesagt bedauere ich diese Entwicklung sehr, da sich doch durch das Mitnehmen interessante Gespräche ergeben und man stets gibt und nimmt. Einmal nahm mich jemand mit, der im Afghanistankrieg war. Erstaunlicherweise konnten wir viele Ansichten teilen und kamen zu dem Schluss, dass der Krieg sinnlos sei. Ein anderes Mal: Ein Auto hielt, die Beifahrertür schnappte auf und ich saß neben einem Kernforscher. Ich hätte es wissen müssen, denn die Ausgangssituation prädestinierte einen etwas lauteren Diskurs, den ich aber am Ende zu zügeln wusste.(Argument gegen Windkraft: “Wer montiert die Windkraftanlagen wieder ab, wenn sie mal kaputt sind? Das ist irrsinnig aufwendig und kostet Hunderttausend..”). Ein anderes Mal nahm mich ein slowakischer Fernwahrer mit. Er hatte kurze Haare, war ein wenig korpulent und lediglich mit einem verschwitzen Unterhemd bekleidet. Unglücklicherweise sprachen wir keine gemeinsame Sprache, sodass wir uns mit Wortfetzen jeglicher romanischer Sprachen unterhielten. Irgendwie klappte die Kommunikation. Der Zielort näherte sich und nachdem er mir stolz in regelmäßigen Intervallen aufzählte in welchen Ländern er überall schon war, gaben wir uns zum Schluss eine Umarmung und weg war ich.
Trampen ist ein Privileg, ein Solidaritätsprivileg, welches wir nicht schätzen. Oft muss man sich von Privilegien distanzieren, um sie dann, wenn man wieder Zugang zu ihnen hat, wertzuschätzen. Uns so war es auch bei mir als ich im Nordosten Brasiliens verweilte. Trampen ist in Brasilien aufgrund der hohen Kriminalitätsrate gänzlich verboten – ich versuchte es dennoch. Ernüchternderweise musste ich nach einem zwölfstündigem Tankstellenaufenthalt das Feld räumen und in einen Nachtbus einsteigen. Ich sprach mit unzähligen Fernfahrern, die mich gerne mitgenommen hätten, doch leider eine andere Route vorgegeben hatten oder dem Gesetz die Treue schworen.
Das Große spiegelt sich im Kleinen

Es bleibt aber natürlich nicht nur beim Trampen, da ich Größeres vor habe. Dabei ist das Trampen nur das Mittel zum Zweck. Da ich weder das Gesamtbild aller Deutschen in Griechenland wiederherstellen kann, noch im Stande bin die Massenarbeitslosigkeit zu verhindern, versuche ich einen Dialog mit den Griechen herzustellen und im Kleinen zu helfen. Ich werde diejenigen besuchen, die die Staatskrise am stärksten betrifft: Diejenigen die gestern noch in weichen Betten träumten und heute auf harten Kopfsteinpflaster schlafen.
Der ein oder andere wird jetzt sagen: Der verändert doch eh nichts, die Verbesserungen sind maginal. Es wäre sicher mehr als naiv zu sagen, dass ich signifikante Veränderungen im Land der Oliven bewirken könne. Mir geht es aber vielmehr um aktive Solidarität, an der Du mit einer Spende teilhaben kannst. In Athen angekommen werde ich auf der freiheitsliebe.de regelmäßig über meine Erfahrungen und die Verteilung der Sachspenden schreiben. In Athen wartet zudem noch ein Freund von mir, der der griechischen Sprache mächtig ist und mir somit Dialoge mit den Griechen ermöglicht!
Sach- und Geldspenden sind willkommen!
Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mich bei meiner “Ich rette Griechenland”-Aktion unterstützt. Schicke mir doch einfach den Gegenstand, von dem Du denkst, er könnte einem Griechen behilflich sein. Falls es ein spezieller Gegenstand ist, werde ich mir genau überlegen, wie ich diesen sinnvoll vermitteln kann. Am einfachsten, aber nicht unbedingt die ineffektivsten(Geld für Nahrung & Trinken, Decken, Medikamente…)Art der Spende ist die Geldspende, die gerne über unser Paypal-konto(am rechten Bilderrand zu sehn) getätigt werden kann. Wenn Du das Projekt mit einer Sachspende bereichern möchtest, so findest Du die richtige Adresse im Impressum. Schicke es mir einfach via Post zu. Bitte achte darauf, dass ich nur mit einem Rucksack nach Griechenland reisen werde. Kleine Gegenstände werden also erwünscht. (:
Ich möchte abschließend nocheinmal betonen, dass ich nicht Größenwahnsinnig bin, sondern es mir auf die Hilfe im Kleinen ankommt. Der Projektname “Ich rette Griechenland” ist sicher hochgegriffen, aber vielleicht kann ich einigen Menschen dort zumindest kurzfristig helfen.
gez. freeleo
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http://twitter.com/nereide12 Swaantje Janke
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freeleo
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