Halbe Million Siedler in Palästina
Die illegalen Siedlungen in Palästina werden immer weiter ausgebaut und die Welt schweigt zu diesem völkerrechtswidrigen Vorgehen, das von der rechtsgerichteten israelischen Regierung nicht nur gedeckt, sondern finanziell und rhetorisch unterstützt. In einer solchen Situation kann die Presseerklärung des palästinensische zentrale Statistikamt (Palestinian Central Bureau of Statistics – PCPS) nicht wirklich verwundern.
In der Presseerklärung hiess es, dass die Zahl der Siedler im Westjordanland bereits eine halbe Million überschritten hat. Laut PCPS gibt es im Westjordanland insgesamt 144 Siedlungen. Die größten Siedlungen befinden sich im Bezirk Jerusalem (Jerusalem + Umland). 16 dieser Siedlungen befinden sich direkt in der palästinensischen Hauptstadt, Ostjerusalem.
Neben dem Jerusalem Gouvernorat mit 267.643 ist das Ramallah und Al-Bireh Gouvernorat mit 100.501 Siedlern die am zweitstärksten durch die Besatzer besiedelte Region, gefolgt vom Bethlehem Gouvernorat mit 59.414.
Zahlen und Daten
Insgesamt leben in den Siedlungen 536.932, stand Dezember 2011, soviele wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihre Zahl um 1,3 Prozent gestiegen, ein Beweis für die Missachtung des Völkerrechts durch die israelische Regierung. 2006 lebten “nur “465.419 Israelis im Westjordanland. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der illegalen Siedler um fast 72.000 an. Seit 1972 hat sich die Zahl der Siedler um das 40-fache gesteigert.
Im Westjordanland leben fast 3 Millionen PalästinserInnen, die durch die Besatzung und Siedlungen um viele Rechte gebracht werden.
Die Geschichte der Siedlungen zeigt, dass diese selbst in Israel nicht unstrittig sind. So gelangte Ende Januar 2008 die israelische Tageszeitung Haaretz an eine geheime Siedlungsdatenbank, die vom Verteidigungsminister Ehud Barak wegen ihrer politischen Brisanz zurückgehalten wurde. Die Datenbank belegt, dass in 75 % aller Siedlungen im Westjordanland Bebauungen zum Teil in erheblichem Umfang ohne Genehmigung oder sogar gegen israelische Bestimmungen vorgenommen wurden. In über 30 Siedlungen wurden Gebäude und Infrastruktur (Straßen, Schulen, Synagogen, Jeschiwas und auch Polizeistationen) auf Privateigentum von Palästinensern errichtet.
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