Gedanken eines Utopisten

Was ist eine Utopie? Die Vorstellung von einer Welt, die geprägt ist von positiven Grundsätzen und moralischen Vorstellungen. Basierend auf den Grundpfeilern der Freiheit, Gleichheit und Individualität. Eine Utopie scheint vor dem historischen und kulturellen Hintergrund nicht realisierbar oder noch nicht realisierbar.
Das Gegenteil einer Utopie nennt man Dystopie und literarische Beispiele hier für wären Georg Orwells “1984″ oder Aldous Huxleys “Brave New World”. Zukunfts-Beispiele in denen sich die Welt zum negativen entwickelt hat, die Leute sich nicht mehr individuell entfalten können und unter einer ständigen Beobachtung stehen. Vom Tage ihrer Geburt an determiniert. Determiniert nicht durch ein “Gott gegebenes” Schicksal, sondern determiniert von einem Staat, welcher auf komplette Ausbeutung und Aussiebung des Materials Mensch beschränkt ist.

Hierbei stellt sich die Frage in wie weit die Gedankengänge der Herren Huxley und Orwell heute noch Dystopie sind.
Aussiebung des Materials Mensch? Wo bleibt in einer vom Kapitalismus geprägten und von Konsumgeilheit beherrschten Welt die Möglichkeit zur freien Entfaltung? Beginnt das Aussiebungsverfahren bei uns nicht eigentlich schon nachdem wir die Grundschule beendet haben? Es wird bestimmt, manchmal nicht zum persönlichen Besten der Person, dass diese auf eine vordefinierte Schulform zugehen habe, oftmals entgegen von Empfehlungen von Pädagogen. Dort werden Kinder auf ein Gymnasium geschickt, damit Eltern in ihrem Freundeskreis erzählen können: “Mein Junge ist so intelligent, der geht jetzt auf’s Gymnasium.” Dabei wird nicht mal nach dem Wohl oder den Wünschen des Kindes entschieden. Schließlich sei dieses ja noch nicht Mündig. Dann stelle ich die Frage: Ab wann beginnt Mündigkeit?
Ab welchem Alter hat man das Recht, die Pflicht oder die Fähigkeit erhalten für sich selber zu entscheiden? Und mit welchem Recht erstellen überforderte Lehrer Aussagen über die Eignung eines Kindes, wenn sie dieses nicht als Individuum ansehen, sondern nur als Teil einer Klasse. Fakt ist, dass es zu wenig Lehrer auf zu viele Schüler gibt, aber ich kritisiere dabei auch die Lehrer und möchte mich persönlich als Fall Beispiel angeben.
Ich konnte bis zur 2 Klasse nicht lesen und es keinem Lehrer aufgefallen. Ich besaß zu diesem Zeitpunkt noch ein ausgezeichnetes Gedächtnis und behielt einen Text auswendig im Kopf nach einmal hören. Nach Ansicht der Lehrer konnte ich lesen. Hätte ich nicht einen aufmerksamen Vater wäre ich durch das Raster gerutscht. Ich wäre praktisch schon für eine schlechtere Zukunft programmiert gewesen, als ich sie heute habe.
Vielleicht stehe ich mit dem gedanklichen Bild, welches ich von einer Gesellschaft im Kopf alleine da, aber genau deswegen nenne ich mich Utopist.
Ich träume, nein ich sehe eine Welt, die Frei ist von Vorbestimmung. Eine Welt, in der Sachen, wie Rassismus, Faschismus oder Armut gar keinen Platz eingeräumt kriegen. Ich fordere nicht die Abschaffung einer Obrigkeit, auch nicht die Differenzierung zwischen verschiedenen Schichten, aber ich fordere oder sehe eine Welt in der Mann von Anfang an die selben Startvorraussetzungen hat.
In der nicht zählt, wie viel Geld der Vater auf der Bank hat oder aus welchem Stadtteil man kommt, sondern in der die Veranlagung, die Fähigkeit und das Talent des einzelnen mehr wiegt, als andere so genannte Auswahlkriterien.

Der Utopist

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