Facebook am Zenit angekommen? – Facebook-Alternative Diaspora im Kommen!
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass in den nächsten Wochen die Facebook-Chronik zur Pflicht wird. Viele Nutze sind erbost und drohen bereits: “wenn die Chronik kommt, bin ich weg”. Wenn man genauer hinschaut und sich die Facebook-Alternativen einmal näher anschaut und sich die Vorteile vor Augen führen lässt, muss man Facebook nicht missen. Nicht nur der normale Facebook-Nutzer, sondern vorallendingen Bewegungen wie die Occupy-Bewegung könnten durch neue Netzwerke wie “Diaspora” profitieren – wenn Facebook ersteinmal der Rücken gekehrt würde.
Facebook ist bei vielen Menschen, allein 20 Millionen Menschen in Deutschland, fester Bestandteil im Alltag. Es wird geteilt, gechattet und gelikt. Der Inforamtionsaustausch steht im Vordergrund, doch merken mittlerweile immer mehr User, auf welche Art und Weise Facebook penetrant versucht, an immer mehr Informationen der User zu gelangen. Das interne Facebook Dogma scheint also “Wissen ist Macht und Macht ist Geld” zu lauten.
Occupy-Bewegung von Zensur betroffen
Stephan Urbach vom internationalen Hackernetzwerk Telecomix weiß von mehrere Fälle bescheid, in denen private Nachrichten von Occupy-Aktivisten niemals ihr Ziel erreichten. Es wurden nicht nur Aufrufe gelöscht, sondern auch das Teilen bestimmter Links konnte nicht durchgeführt werden. “Vielen Aktivisten ist nicht klar, dass Facebook über seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Art Hausrecht ausübt”, wirft Urbach vielen Facebook-Nutzern vor.
occupy.org – hoppla, da ist was schief gelaufen
Imm Oktober etwa berichtete ein Blogger auf dem Online-Magazin Freitag.de, dass Facebook das Teilen der Internetadresse occupydc.org mit der Meldung “Hoppla. Etwas hat nicht funktioniert. Wir versuchen dieses so schnell wie möglich zu reparieren” kommentierte. Ein Screenshot stellte den Beweis dar. Unter anderem gab es auch noch andere Unregelmäßigkeiten bei Occupy-Inhalten. Teilte man einen Link wie etwa http://occupydc.org, so wurde die übliche grafische Vorschau nicht angezeigt, sondern nur der einfach und unspektakuläre Link gepostet, welcher wohl deutlich weniger Aufmerksamkeit als ein Link mit einem großen Bild genießt .Diesem Umstand zufolge beschwerte sich Urbach bei Facebook, musste aber ernüchternd feststellen, dass “Facebook auf Nachfragen nicht [reagiere].”
Facebook löscht occupy-event-Seite
Carlo von Loesch, ein Informatiker, der die Eventseite für eine Occupy-Demonstration vor dem Bundestag organisierte, durfte einmal mehr eine Kuriosität erleben. “Ich musste den Event noch mal anlegen, weil Facebook uns verbot, das Datum einfach nach vorne zu verlegen und damit die Einladungsliste beizubehalten.” Loesch weiter: “Meine alten Partys von vor drei Jahren kann man immer noch angucken gehen, aber eine große Occupy-Demo vor dem Bundestag ist einfach weg.”
Loesch ist sich sicher, dass es sich um subtile Manipulationen seitens Facebook handelt. So beklagt Loesch, dass keine occupy-Einladungen mehr durchkämen. “Für den 15. Januar ist eine Demo geplant, aber ich sehe nur Flyer und Texte dazu – keine Event-Einladungen.”
“Social Swarm” schwärmt aus
Social Swarm ist ein loser Zusammenschluss von Aktivisten und Programmierern, die eine Alternative zu Facebook entwickeln wollten – ganz ohne Werbung und Überwachung. Neu ist diese Idee nicht, denn schon vor einigen Jahren entwickelten Mathematiker das soziale Netzwerk Diaspora, welches nach Startschwierigkeiten nun besser läuft. Zwar erstellten bis heute erst knapp 350.000 Menschein einen Account bei Diaspora, doch wer den Sprung von Facebook zu Diaspora schafft, ist die Überwachung samt Werbung los. Ironischerweise spendete neben 6478 Spendern auch Facebook-Gründer Zuckerberg den Jungspunden ein Sümmchen. Zuckerberg bezeichnete das Vorhaben der Mathematiker als “coole Idee”.
Sich auf ein soziales Netzwerk zu verlassen und sich ausschließlich darüber auszutauschen ist einem Mitglied von social swarm noch zu wenig. “Wenn man sich beispielsweise bei Identica einloggt, soll man über offene Schnittstellen mit denjenigen kommunizieren können, die sich bei Diaspora angemeldet haben.” Der Schlüssel zum Erfolg liege also darin, offene Schnittstellen zu nutzen, um sich innerhalb geschützten Netzwerken austauschen zu können.
Auf dem Schoße des Königs
Der Börsengang Facebooks rückt immer näher. Mit unglaublichen 100 Milliarden Dollar werde das soziale Netzwerk um Zuckerberg bewertet – sagen zumindest einige Analysten.Wirtschaftsexperten beäugeln die hohe Bewertung des Informationsgiganten Facebooks jedoch skeptisch. Der Analyst Marcus Silbe von Close Brothers Seydler Research beispielsweise hält die Zahl nach den bislang geschätzten Umsatz- und Gewinnzahlen für viel zu hoch: “Ein realistischer Wert liegt bei 20 bis 30 Milliarden Euro”. Außerdem sei Facebook mit seinen 800 Millionen Nutzern bereits fast am Zenit angekommen. “Es ist fraglich, ob Facebook überhaupt auf eine Milliarde Nutzer kommt”. Der Markt in Nordamerika und Nordamerika sei gesättigt und auf China könnte man aufgrund des zensurfreudigen Staates nicht bauen.
Möchte die Occupy in Zukunft handfeste Erfolge feiern, so muss die Devise lauten “Raus aus Facebook, rein zu Diaspora & co.”. Denn eine Bewegung die sich in den Fängen eines multi-Milliardärs befindet und zugleich dem Facebookkonzern die vollkommene Transparenz gewährt, hat es schwer die Welt zu verändern.
Wer auf dem Schoß eines Reichen sitzt und sich über die Haare streicheln lässt, startet eben keine Revolution. Die Occupy-Aktivisten scheinen dies langsam zu begreifen



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