Die Gemeinsamkeit der Massenmorde
In wenigen Ländern der “westlichen Welt” ist die Mordrate so hoch wie in den USA. Vor wenigen Tagen kam es wieder zu einem brutalen Massierenmord in den USA, da war der letzte Massenmord, in einem Kino in Aurora, Colorado, noch nicht aus den Medien verschwunden und die Trauer in den USA hielt noch an. Dieses Mal hat ein weißer Rassist in einem Sikh-Tempel gewütet, weil er die Opfer für Muslime hielt.
Alle sechs Menschen, die er ermordet hat, bevor er selber von einem Polizisten erschossen wurde, gehörten einer Minderheit an, die seit dem 11.09.2001 immer wieder Opfer von Gewalt und Diskriminierung wird. Nach jedem Massenmord spielen die Medien die gleichen Geschichten haben und sie läuft fast immer gleich ab. Sie beginnt mit der Feststellung, dies sei „nicht Amerika“. Die Versicherung, alles zur Aufklärung nötige, werde geschehen, kommt von der Polizei und den PolitikerInnen.
Alle MörderInnen sind unterschiedlich, auch ihre Motive haben wenige bis gar keine Gemeinsamkeiten, eine Sache eint sie alle, der unglaublich leichte Zugang zu Schusswaffen. Eine Schusswaffe ist in den USA so leicht zu kaufen wie Bier oder Wein,alle benötigen einen Ausweis, eine Waffe ist leichter zu besorgen als ein Auto, da ein Führerschein benötigt wird. In keinem anderen Land auf dieser Erde ist es so leicht offiziell eine Schusswaffe zu kaufen, in keinem anderen Land besitzen so viele Menschen eine Schusswaffe. Und in keinem anderen Industrieland werden alljährlich mehr Menschen mit Schusswaffen ermordet.
Jeder Massenmord führt zu einer Reaktion, die vor allem der Waffenlobby und den konservativen Parteien gefällt, der Verkauf von Schusswaffen und Munition steigt in einem unvorstellbaren Maße. Die Sprecher des mächtigen Verbandes der Schusswaffenfreunde (National Rifle Association) zeigen kein wirkliches Interesse an den Opfern. Sie behaupten, dass diese sich hätten retten können, wenn sie doch nur über eine Waffe verfügt hätten, die sie bei sich getragen hätten und möglichst noch über eine gute Ausbild an der Waffe verfügen.
PolitikerInnen zeigen ebenfalls wenig Respekt vor den Opfern, denn sie verweigern jede Dikussion warum die Menschen eine Waffe brauchen, sie verweigern jedes Gespräch über ein Verbot von Schusswaffen in Privatbesitz. Die Spitzenpolitiker, besonders die der Republikaner, zeigen wenig Interesse an kleinsten Veschärfung der Richtlinien. Die beiden Präsidentschaftskandidaten stehen deutlich für diese Politk, weder der demokratische Präsident noch sein republikanischer Herausforderer verlangt eine radikale Kontrolle von Schusswaffen.
Keiner der beiden verlangt die Freiheit von Schusswaffenbesitz abzuschaffen, obwohl die Zeit längst vergangen ist. Sie mögen den Familien ihre Trauer aussprechen und gegen die Mörder hetzen, die Ursachen in Kinofilmen und PC-Spielen suchen, an wirklichem Schutz der Opfer scheint aber kein Interesse zu herrschen, denn das Privileg der Waffenlobby wird nicht in Frage gestellt.

