Das Burkaverbot ist ein Zeichen der Unterdrückung!

Gestern ist in Frankreich ein Gesetz in Kraft getreten, dass es Frauen unter Strafe verbietet eine Burka zu tragen. Dieses Gesetz dient laut Sarkozy dem Schutz der Frauen, denn die Burka ist nach seiner Aussage eine Gefängnis aus Stoff und wird von ihm in Frankreich nicht geduldet. Mit seiner Aussage und dem gestern beschloßenen Gesetz, nimmt Sarkozy nun ca 2000 muslimische Frauen in Geiselhaft um seinen rechtspopulistischen Kurs zu stärken oder wie er sagt,  die Rechte der Frauen zu stärken!

Ein Verbot der Burka hat allerdings mit einer Stärkung der muslimischen Frauen nichts zu tun. Für Herrn Sarkozy mag es schwer vorstellbar sein, dass eine Frau freiwillig die Burka trägt. Durch seine Aussagen beweißt Sarkozy, dass er die Entscheidung der Frauen nicht respektiert, denn einem erwachsenen Menschen kann man nicht vorschreiben, wie und in welcher Weise er oder sie sich zu kleiden hat.

Burka als religiöses Zeichen?

Nach dem Koran gibt es keinen Zwang sich zu verschleiern oder sogar eine Burka tragen, dennoch steht im Koran geschrieben, dass es die Frauen vor Belästigung schützen kann. So steht in der Sure 33, Vers 59 : “Oh Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Dadurch ist am besten gewährleistet, dass sie erkannt und nicht belästigt werden.” Diese Zeile wird von den verschiedenen islamischen Rechtsgelehrten verschieden Interpretiert, so gibt es einige, die der Ansicht sind, dass damit die Burka gemeint sind, während andere davon sprechen, dass Frauen nur nicht zu freizügig rumlaufen sollten. Was nun gilt, kann man wohl nicht sicher sagen. Beides beruht auf einem veralteten Weltbild, in dem jeder Mann einer Frau hinterherschaut oder sogar mehr, wenn sie freizügig rumläuft. Dies galt mit Sicherheit auch für die Lebzeiten Mohammed, für die heutige Zeit gilt dies allerdings eher weniger.

Mündige Frauen

Wenn Frauen sich nun aber entschloßen haben, sich dem Islam zu widmen, alle Suren zu befolgen und diesen Vers so auszulegen, dass er einer Aufforderung zum tragen des Hijab ist, dann sollte man diese Frauen nicht daran hindern. In dem man jeder Frau unterstellt, dass sie die Burka aus Zwang trägt unterstellt man allen muslimischen Männern, deren Frauen Burkas tragen, dass sie ihre Frauen unterdrücken und ihnen somit keine Rechte gewähren. Diese Annahme ist allerdings diskriminierend, denn man unterstellt nicht nur diesen Männern, dass sie ihre Frau unterdrücken, man unterstellt den burkatragenden Frauen, dass sie keine eigene Entscheidungskraft haben und sie einen Retter brauchen um aus dem Elend ihrer Burka zu entkommen.

Einem Menschen per Gesetz vorzuschreiben, wie er seine Religion auslegt, ist in höchstem Maße diskriminierend und eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Für viele Menschen in Europa mag es schwierig sein, sich vorzustellen, dass eine Frau sich freiwillig in eine Burka hüllt. Für viele Frauen gehört, dass allerdings zur Auslebung ihrer Religion. Als Europäer müsste man sich vorstellen, dass ein Land ein Gesetz erlassen würde, dass es Nonnen untersagt ihre religiösen Gewänder zu tragen, da diese sie unterdrücken würden. Dies wäre ein unfassbarer Skandal, da die Kleidung einer Nonne zu ihrer Ausübung  ihrer Religion gehört und sie diese Kleidung für wichtig hält. Ähnlich geht es den burktragenden Frauen, diese werden durch das neue Gesetz an der Ausübung ihrer Religion gehindert und werden für etwas bestraft, dass sie für vollkommen richtig halten.

Als Mensch, der die Freiheit über alle anderen Werte stellt, ist es für mich unvorstellbar, wie man einem erwachsenen und mündigen Bürger seine Ausübung der Religion untersagt, da man diese als Zeichen der Unterdrückung anzieht. Die Unterdrückung entsteht dadurch, dass man diese Menschen zwingt ihre religiösen Vorstellung verbergen zu müssen!

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  • Nic

    Ich würde gern wieder den Artikel von Euch übernehmen. Siehe auch hier: http://nicsbloghaus.org/2011/04/12/burka-verbot-french-angst/ (Kommentare beachten!) und hier: http://nicsbloghaus.org/2011/04/11/sarkozy-und-die-sharia-reversed/
    CU Nic

  • http://twitter.com/semih44m Semih Yildirim

    klar darfst du das ;)

  • Friedolin19999

    Allerdings muss man sich fragen wie viele dieser Frauen die Burka freiwillig tragen, dies durfte eine kleine Minderheit sein!

  • Frank

    Es geht schlicht um die Frage, ob der Staat über der Religion steht und dahingehend Vorschriften machen kann. Hätte man auch mit Schächten (Tierschutz) etc. verbinden können. Gleichberechtigung, Frauenrechte da reinzubringen vernebelt nur die grundlegende Machtfrage.

    Ja, ich bin unbedingt dafür. Frankreich tut sich da leichter, weil sie ein im Volk verankertes, laizistisches Gesellschaftsverständnis haben.

    • http://twitter.com/FriedenFreiheit Freiheit

      Ich würde es verstehen, wenn man es in staatlichen Gebäuden verbietet, aber nur wenn dies für jedees religiöse Zeichen gilt. Man kann nicht den Anhängern einer Religion etwas verbieten und den Anhängern der anderen Religionen nicht!

      • Frank

        In staatlichen Gebäuden gilt es ja eh schon. Das bedeutet Laizismus: Konsequente Trennung von Staat und Religion.
        Völlig egal, ob Kreuz, Kopftuch, Kipa etc. Die Franzosen gehen halt noch etwas weiter, und verbieten es auch in der Öffentlichkeit. Aber wie gesagt, eigentlich ist die Grundfrage eine Machtfrage. Religionsfreiheit bedeutet nicht, alles machen zu können, was einem angeblich ein Gott oder dessen Prophet oder irgendein “heiliges Buch” eingibt. Selbiges gilt für Steinigungen, Beschneidungen etc. In einigen Ländern und von vielen Menschen wird das als religiöse Pflicht gesehen, in Europa ist das inakzeptabel.

        Im übrigen gibt es klare Ansagen auch von muslimischen Gelehrten: ” An Europa und Frankreich möchte ich als Botschaft schicken – der Niqab hat keine Grundlage im Islam, er schadet vielmehr dem Ansehen des Islam”, erklärte Abdel Muti Al-Bayyumi, Mitglied des Hohen Rates der Geistlichkeit an der Kairoer Al-Azhar Universität, der höchsten Lehrautorität der sunnitischen Muslime.
        http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/verbot-vollschleier-gehlen

        Das Nonnenbeispiel hinkt, weil Nonnen hauptberufliche “Gottesdienerinnen” sind und das quasi ihre Dienstkleidung ist.
        Aber auch Nonnen “zeigen Gesicht”. Leider haben wir in Deutschland nur eine säkulare Ordnung (teilweise Trennung von Staat und Religion), deswegen dürfen Kreuze manchmal in öffentlichen Gebäuden hängen oder Nonnen in Schulen unterrichten und es gibt halt leider separatistischen Religionsunterricht statt Ethik für alle . Das Ziel aufgeklärter Menschen muss nicht “mehr Privilegien für noch mehr Religionen” lauten, sondern “Weg mit allen Privilegien”.

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  • Hoky

    Ich kann diesen Artikel nur inhaltlich ablehnen. Glücklicherweise leben wir nicht einem islamischen Gottesdienst, wo Frauen unter Gewaltandrohung gezwungen sind, sich mit dem mobilen Frauengefängnis Burka in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich möchte in dieser Gesellschaft keine Frauen mit Burka vor Augen haben müssen. Wir leben schließlich in einer säkularen Gesellschaft mit einem im Grundgesetz garantierten Recht auf Glaubensfreiheit. Aber warum müssen Menschen zwanghaft ihre religiösen Überzeugungen nach außen tragen?

    • http://twitter.com/FriedenFreiheit Freiheit

      Wir leben nicht in einer säkularen Gesellschaft jeder kann seine Religion si zeigen, wie er oder sie mag, warum sollte, dies dann einer Muslima verboten sein?

  • http://twitter.com/pjotrpjati pjot j

    Rassismus per Gesetz

  • Frank

    Hier habe ich aktuell noch etwas gefunden: Quelle: http://www.exmuslime.at/politik/375-zum-burkaverbot

    Der französische Entschluss, das Tragen von Burkas zu verbieten, stieß erwartungsgemäß nicht nur auf Zustimmung. Direkt nach der Urteilsverkündung pochte eine französiche Muslimin in Burka auf ihr Recht der freien Religionsausübung. Die Türkei hat ebenfalls heftige Kritik geübt, mit derselben Begründung. In Internetforen wird Frankreich sogar mit Terroranschlägen gedroht.

    Religionsfreiheit

    Grundsätzlich ist natürlich jeder berechtigt, seine Religion auszuleben. Die Frage ist nun, wieso das vom privaten Bereich in die Öffentlichkeit verlegt werden muss.

    Religion ist ein Privatrecht, sprich: Im Privaten soll jeder glauben, was er möchte. Solange er damit nicht andere schädigt. Was aber zwangsläufig passiert, wird Religion zur Schau gestellt. Daraus folgt nämlich eine Reduzierung einer Person auf ihren Glauben. Oder gibt es Burkaträgerinnen, die sich nicht moralisch und in anderen Aspekten höher gestellt sehen als z.B. Frauen in Miniröcken?

    Das Argument der Religionsfreiheit kann schon deswegen nicht greifen, da Frankreich laizistisch geprägt ist. Die Freiheiten einer einzelnen Religion dürfen nicht über den Menschenrechten stehen und die Meinungsfreiheit nicht behindern. Des Weiteren ist die Burka ja nicht nur ein religiöses Symbol, da es sich um ein extrem einengendes Kleidungsstück handelt, im Unterschied zu einem gewöhnlichen Kopftuch oder einem Kreuz um den Hals.

    Die Burka als Instrument der Unterdrückung

    Burkas lassen sehr wenig Bewegungsfreiheit, das Sichtfeld ist ebenfalls eingeschränkt. Ich wundere mich auch, wie es in Zeiten der Emanzipation sein kann, dass Frauen solche Gefängnisse zu tragen haben, während Männer desselben Glaubens nichts Vergleichbares haben.

    Möglicherweise kann man hier nun mit (religiöser) Tradition argumentieren. Dass es aber alles andere als zielführend sein kann, Tradition über relativ neue und den Anspruch der Universalität erhebende Errungenschaften wie Emanzipation, Menschenrechte usw. zu stellen, dürfte auch klar sein.

    Kurz gesagt: Die Burka widerspricht den gesellschaftlichen Werten, und Religionen haben kein Anrecht auf eine Ausnahmeregelung.

    Inwiefern Frauen diese Verhüllung freiwillig tragen oder nicht, sei dahingestellt.

    Eine Erfindung der Männer

    Die Burka ist des Weiteren eine männliche Erfindung. Nirgends im Koran steht geschrieben, dass man sich auf diese Art und Weise verhüllen müsste.

    Aus diesem Grund hat das Argument, die Burka ist ein Instrument zur Unterdrückung der Frau, durchaus berechtigt.

    Mit der Burka werden der Frau nicht nur ihre femininen Aspekte abgesprochen, sondern es wird auch ihre Würde verletzt, weil sie im Moment der vollständigen Verschleierung als Mittel zur Festigung alter patriarchalischer Strukturen benutzt wird. Und die Würde des Menschen muss unangetastet bleiben.

    Vor allem auch jene der Frauen, Tradition hin oder her.

    Schutz der Kinder

    Des Weiteren nützt das Verbot dem Schutz von Kindern vor religiöser Indoktrination und Diskriminierung. Kein Kind der Welt wird die Burka von selbst tragen wollen, da spielen eher streng konservative muslimische Einflüsse eine Rolle. Die einen jungen Menschen zwangsläufig in seiner persönlichen Entfaltung behindern.

    Das Opfer- Syndrom

    Als Gegenargument wird wieder mal von Diskriminierung gesprochen. Da es sich im Falle der Burka um strenggläubige Muslime handelt, muss man zwangsläufig davon ausgehen, dass diese auch den Ideen der Scharia sowie diversen demokratisch untragbaren Passagen des Koran nicht abgeneigt sind.

    Diese Einstellung diskriminiert die Umwelt, indem sie diese in Gläubige und Ungläubige einteilt und somit ein Garant für Intoleranz ist. Also genau für das, wogegen sie sich selbst wehren wollen. Man kann keine allumfassende Toleranz fordern, wenn die eigenen Vorstellungen intolerant und engstirnig sind.

    Fazit

    Die Burka ist nicht “nur” ein religiöses Symbol, sondern auch ein Mittel zur Diskriminierung, zur Einschränkung von Persönlichkeitsrechten sowie aus menschenrechtlicher Perspektive unhaltbar.

    • Muka

      Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man von außerhalb( nicht nur der Burka) ganz genau zu wissen scheint, wie diese Frauen leben und das sie unterdrückt werden von bösen islamistischen Ehegatten, Vätern und Brüdern! Führt man diesen Gedanken zu Ende, wird der “Zwang”, dem diese Frauen ausgesetzt sind, einfach vergrößert, indem sie gar nicht mehr das Haus verlassen können, da sie damit eine Straftat begehen. Wie absurd ist das denn? Ich hätte dann auch Vorschläge für Kleidungsverbote: Wie wäre es, wenn Springerstiefel und Bomberjacken verboten würden? Viele Träger sind nachweislich verfassungsfeindlich und haben Menschen aufgrund ihres Glaubens von wertem und unwertem Leben getötet! Und sie sind aggressiv missionarisch unterwegs, terrorisieren andere Menschen, schrecken vor Brandanschlägen, Mord, und Körperverletzungen nicht zurück! Oder Kleidervorschriften in Büros, in denen Frauen gezwungen werden den ganzen Tag Stöckelschuhe und Kleidchen anzuziehen.
      Wie absurd das Ganze ist, erkennt man auch darin, dass mitnichten die ganzen arabischen Prinzessinnen mit Burka aus den teuren Geschäften geworfen, geschweige den bestraft werden! Sie werden sogar polizeilich eskortiert und von der Politik hofiert!
      Diese Aktion ist nichts anderes als Fischen am rechten Rand, da Sarkozy (da sind er und ich uns beide ausnahmsweise einig) zu Recht Angst hat, das die Front Nationale sehr viele Stimmen bekommen wird!

  • Axel0912

    Jede/r sollte das anziehen dürfen, was er/sie will. Ob Piercing, Burka, Kopftuch, Turban oder sonst was. Betriebe können am Arbeitsplatz verlangen, dass man sich so oder so kleidet bzw. sein Outfit anpasst, aber der Staat darf dies nicht vorschreiben.

  • Pingback: Grüne sorgen sich um Musliminnen/Wählerstimmen – Opfern für die Mehrheit! | Die Freiheitsliebe

  • Freiheit

    Natürlich sollten sich junge hübsche Damen gut benehmen und lange Beinkleider tragen. Zweifelsfrei würden sie sonst Signale liefern, die dem Stigma einer Prostituierten gleichkommen. Eine Frau in Begleitung eines Mannes ist sehr viel freier in der Entscheidung über die Darstellung ihrer Reize. Wenn sich eine Frau für die Prinzipien des Korans entscheidet, sollte sie zum Arzt.

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