Aus dem Vatikan nichts Neues

Homophobie ist gefährlich nicht Homosexualität - Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/sterneck/6166447323/sizes/m/in/photostream/
Vor rund vier Monaten tauchte Papst Benedikt XVI. auf Einladung der Grünen im Bundestag auf. Die Rede des Papst wurde von den Politikern und den Medien gut augenommen. Rhetorisch stark und klar habe er sich ausgedrückt.Schon damals hat Benedikt in seiner Rede eine unterschwellig schwulenfeindlich gewirkt.
Was die Neuigkeiten aus dem Vatikan betrifft, beginnt das Jahr nicht gut. Wieder einmal äußert sich der Papst äußert deutlich zur Homosexualität und Abtreibungen. In seiner Rede betont Papst Benedikt, dass die Religionsfreiheit der Christen von großer Bedeutung sei. Seiner Argumentationslinie nach erscheint dieser errichtete Schutzwall, der um alle Christen errichtet wurde, wie eine gleichzeitige Ausgrenzung aller Homosexuellen.
Der Papst spricht hinsichtlich der Homosexualität und dem nicht traditionellen Familienbild von einer ernsthaften “Bedrohung der Menschheit”, dabei bedroht der Papst die Zukunft der Kirche. Denn wie will die Kirche die Bürger von ihrer Religion und Glauben überzeugen, wenn sich Gesellschaft und Normen ändern und dabei seitens der Kirche an erzkonservativen Standpunkten festgebissen wird?
Diese Schwulenfeindlichkeit aus dem Vatikan wirkt nicht nur aufgrund der uralten Ansichten unseriös und auch ein stück weg lächerlich.
Denn ganz sicher schießt der Papst mit seiner Schwulenfeindlichkeit ins eigene Lager. Wer glaubt, dass sich unter den 1,2 Millionen katholischen Priestern und Ordensträgern nur heterosexuelle Männer befinden, glaubt wohl auch, dass Ablassbriefe nicht aus finanziellen Absichten verkauft wurden.
Wenn die Kirche sich zum Thema Sexualität äußert, wird es meistens brisant zumal die Kirche in den letzten Jahren in immer mehr Missbrauchsskandale verwickelt wurde. Wie soll also die Kritik einer Organisation, in welcher Mitglieder pedophile Absichten hatten, zu einem Thema, was gesellschaftlich mehrheitlich akzeptiert ist, ernstgenommen werden? Anstatt sich, wie in anderen Ländern, gegen die immernoch stark verbreitete Homophobie einzusetzten, legt Papst Benedikt den Finger in die Wunde und spricht von einer “Bedrohung der Menschheit”, während täglich Menschen in Kriegen sterben. Wer Gleichberechtigung predigt, darf nicht nur den rechten Beschützerarm um die eigenen Freunde legen, sondern muss auch die linke Hand aus der Hosentasche nehmen.
Zu allem Unnütz dieser Kritik bleibt aber dennoch die Frage, warum der Papst diese schwulenfeindlichen Phrasen verlauten ließ. Glaubt der Papst etwa er könnte mit seinen harten Worten die Schwulen in ein traditionelles Familienbild einfügen? Will er homosexuelle Kirchenanhänger mit all seiner Wortmacht vertreiben? Es wird nicht im Ansatz klar, wieso diese Kritik ausgerechnet zu einer einer Zeit ausgesprochen wird, wo doch Homosexuelle gesellschaftlich immer mehr akzeptiert werden. Auch das Preisen der Nächstenliebe erscheint in diesem zusammenhang paradox, so steht doch nichts von einer geschlechterdiffenzierten Nächstenliebe geschrieben.
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