Penelope Cruz und Javier Bardem kritisieren Israels Politik

Penelope Cruz, Javier Bardem

Penelope Cruz, Javier Bardem

Verschiedene spanischstämmige Hollywood-Stars haben einen Aufruf gegen die israelische Kriegspolitik formuliert, unter ihnen sind Penelope Cruz, Pedro Almodovar und Javier Bardem. Alle drei haben sich auch schon Vergangenheit zu politischen Themen geäußert und sich unter anderem gegen Pelz oder Neoliberalismus ausgesprochen. Hier ist der übersetzte Text:

Die Unterzeichner dieses Kommuniqués, die zur Welt der Kultur gehören, erklären ihre Empörung über den Genozid, den die israelische Besatzungsarmee im Gazastreifen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung betreibt.

Hinter den Bildern von getöteten, verstümmelten, verbrannten, schwerverletzten und zu Waisen gemachten palästinensischen Kinder und von zerstörten Häusern, Krankenhäusern, Ambulanzen, Kulturstätten, Schulen steht eine erschreckende Bilanz: Seit dem Beginn des israelischen Angriffs auf Gaza bis zum Sonntag, 27. Juli 2014, um 21 Uhr gab es mehr als 1040 Tote und 6000 Verletzte.

Auslöser der Gewalt ist die israelische Besatzung. Israel rückt weiter auf Territorien der Palästinenser vor, statt an den Grenzen von 1967 zu bleiben. Die Rechte der palästinensischen Bevölkerung des ganzen Westjordanlandes werden von ihm täglich gedemütigt und mit Füßen getreten, was ebenfalls viele Todesopfer fordert. Es gibt seit Jahren Blockaden von Städten wie Nablus und Hebron mit häufigem nächtlichen Eindringen der Armee. Das zu Lande, zu Wasser und aus der Luft belagerte und angegriffene Gaza erlebt dieser Tage den Schrecken.

Den Palästinensern werden Häuser eingerissen, es wird ihnen Wasser, Strom, der Zugang zu den Krankenhäusern, Schulen, Gemüsegärten verweigert – während die internationale Gemeinschaft dies zuläßt.

Israel ist das Land, das am wenigsten die Resolutionen der UNO erfüllt und am wenigsten die Menschenrechte respektiert. Es ist ein besetzendes Land, das Praktiken des Staatsterrorismus ausübt. Diesen Beitrag weiterlesen »

#Räpublik Essen und der Kampf ums Ganze

Hausbesetzung in Essen-Frohnhausen (Foto: Daniel Kerekes)

Hausbesetzung in Essen-Frohnhausen (Foto: Daniel Kerekes)

Gestern besetzten AktivistInnen in Essen ein ehemaliges Krupp Verwaltungsgebäude und das dazugehörige Gelände. Über 13 Stünden hielten über zehn HausbesetzerInnen dem Druck der Polizei stand, vier wurden bereits am Vormittag verhaftet. Um 21 Uhr ergaben sich die BesatzerInnen der Staatsmacht, um eine Eskalation zu vermeiden. Gleichzeitig solidarisierten sich direkt am Gelände über 100 Leute, über den ganzen Tag, mit der Besetzungs-Aktion. Die Besetzung ist ein Aufschrei nach Freiräumen, nach Selbstbestimmung und einem Platz für niedrigschwellige Kulturangebote – doch die Stadt und die Krupp Stiftung, größter Eigentümer des Konzerns Thyssen-Krupp, beschäftigen sich lieber mit Hochkultur und Protzbauten, wie der Umbau des Kruppgürtels zeigt. Wir waren vor Ort und haben uns unser eigenes Bild gemacht. Ein Kommentar von Daniel Kerekes. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Kopftuch nur Putz-Jobs – Auswirkungen des antimuslimischen Rassismus

Diskriminierungsgrund: Kopftuch

Diskriminierungsgrund: Kopftuch

Antismuslimischer Rassismus ist in fast allen Bereichen des Alltags präsent, ob nun im Bildungssektor, auf dem Arbeitsmarkt oder im Alltagsleben. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Berlin zum Alltag von Muslimen. Marijam Sariaslani fasst die Ergebnisse zusammen.


Auch wenn antimuslimischer Rassismus nicht erst seit dem 11. September existiert und durch Staats- und Lokalpolitiker immer wieder verwendet wurde, um populistische Hetzparolen zu verbreiten und ihre Vorhaben und Gesetze durchzusetzen, so sind Qualität und Ausmaß heute umso gravierender. So dient die Angst vor terroristischen Anschlägen durch Muslime, die jahrelang von Politik und Medien geschürt wurde, den Herrschenden zur Legitimation ihrer imperialen Interessen unter dem Deckmantel des Kampfes für Demokratie und Frieden und zum Ausbau des Überwachungsstaats. Der Einmarsch in Afghanistan hätte zum Beispiel ohne islamophobe Stimmungsmache niemals die öffentliche Zustimmung erhalten, die er anfangs gefunden hat.

Von dieser Politik profitieren europaweit auch neonazistische und rassistische Parteien und Gruppierungen. Ihnen werden durch die rassistische Hetze auch im Zusammenhang mit der so genannten Integrationsdebatte von der Regierung und Personen des öffentlichen Lebens Tür und Tor geöffnet, Anklang bei einer breiteren Masse zu finden. Ganz zu schweigen von Gewalt gegen Muslime und islamische Einrichtungen. Eine Hilfe für die Diskussion über das Thema Integration kann die Studie »Muslime in Berlin« darstellen.

In Europa zu Hause? Diesen Beitrag weiterlesen »

SPD-Abgeordneter zeigt stellvertretenden Bild am Sonntag-Chefredakteur an!

Anzeige gegen die Bild

Anzeige gegen die Bild

Am gestrigen Sonntag veröffentlichte der  Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest, einen Kommentar in dem er allen Muslimen unterstellte Ehrenmörder, integrationsunfähig und Frauenunterdrücker zu sein. Sein Kommentar führte zu wütenden Reaktionen in den sozialen Medien und in der Politik.

Der Landtagsabgeordnete aus NRW, Serdar Yüksel, hat daher Anzeige erstattet: „Der Kommentar des Vize-Chefredakteurs ist rassistisch und hetzerisch. Er hat in seinem Kommentar alle Anhänger des Islams als potenzielle Straftäter und Menschenrechtsmissachter verurteilt. Ich sehe die Voraussetzung für den Straftatbestand der Volksverhetzung definitiv erfüllt.“
Yüksel kommentierte weitere: „Nicolaus Fest versucht Hass in unserer Gesellschaft zu sähen. Solch ein Pamphlet dazu am einem der wichtigsten muslimischen Feiertage zu verbreiten ist eine zusätzliche maßlose Provokation“, so Yüksel weiter. Er stellt sich in eine Reihe mit Provokateuren wie Thilo Sarrazin oder Akif Pirincci. Kritik am Islam müsse zwar möglich sein, Verallgemeinerungen und Verleumdungen führen dennoch nur zu mehr Missverständnissen und Hass: „Das, was sich Herr Fest sich geleistet hat, vergiftet die Stimmung in unserer Gesellschaft. Das darf ein freiheitlicher und demokratischer Staat wie Deutschland nicht zulassen!“

Auch andere Abgeordnete empören sich

Der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat, Linke, unterstützte den von uns gestarten Aufruf zum #Bildboykott und kommentierte auf Twitter: “#Bildboykott. Weil Stimmungsmache gegen Menschen wegen ihre Glaubens oder Herkunft ein absolutes No Go ist!” Diesen Beitrag weiterlesen »

7000 protestieren in Tel Aviv gegen den Krieg!

Stop the war - End the occupation

Stop the war – End the occupation

7000 Israelis und israelische Palästinenser demonstrierten am vergangenen Samstag in Tel Aviv am Symbolträchtigen Rabin-Platz gegen den Krieg in Gaza, den Rassismus in der israelischen Gesellschaft und für Aussöhnung zwischen Palästinenser und Israelis. Eingeladen zu den Protesten hatte ein breites Bündnis aus linken und feministischen Gruppen.

Zu den Einladerinnen gehörten unter anderem die linksliberale Meretz, die Kommunistische Partei Israel – Hadash, Breaking the Silence, Palestinian-Israeli Parents Circle – Families Forum, Women to Women – Feminist Center in Haifa, Combatants for Peace and Peace Organizations Forum. Unter den Slogans  “Stop the war,” “Bring the soldiers back home” and “Jews and Arabs refuse to be enemies”, versammelten sich die Protestierenden und machten lautstark ihre Meinung deutlich.

“Statt wieder und wieder Kriege und militärische Aktionen durchzuführen, ist es jetzt an der Zeit den Weg des Dialogs und einer politischen Lösung zu finden. Es kann nur eine politische Lösung geben. Die Frage ist welchen Preis müssen wir zahlen – müssen die Menschen im Süden und die anderen Bewohner von Israel, und die Menschen in Gaza und der Westbank zahlen – bis wir eine politische Lösung finden? Gemeinsam werden wir, Juden und Araber,  Besatzung und Krieg, Hass, Hetze und Rassismus überwinden – und einen Weg zur Hoffnung finden”.

Gegenüber der Kundgebung bezogen 300 Anhänger der israelischen Rechten Positionierung und skandierten Sprüche wie “Araber in die Hölle” und “Linke in die Gaskammer”.

Eine Positionierung der Kommunistischen Partei Israels findet sich hier.

#36 Filmtipp am Montag: “Wo landet mein Schrottfernseher?”

Reichlich Elektroschrott - auf dem Weg nach Ghana? Quelle: https://www.flickr.com/photos/gynti/4016196335/in/

Reichlich Elektroschrott – auf dem Weg nach Ghana? Quelle: https://www.flickr.com/photos/gynti/4016196335/in/

Die Fernsehgeräte werden dünner – ultraschmale LCD-Bildschirme haben schon vor einigen Jahren die klobigen Röhrenfernseher in den Technikregalen verdrängt. Der “Austauschprozess” der Röhrenfernseher durch die neuen LCD-Bildschirme dauert noch an – da stellen sich pfiffige NDR-Reporter die Frage was nun mit den alten Fernsehgeräten passiert. 

Kaputte Fernseher müssen in Deutschland recycelt werden. Doch die NDR-Reporter misstrauen dem Recyclingsystem in Deutschland. Der Reporter Christian Salewski hat gleich zwei verschiedene TV- Diesen Beitrag weiterlesen »

Sex, Violence and IDF – Die Sexualisierung von Krieg

I Love IDF - solche Fotos entstehen gerade zu hunderten. (Quelle: Facebook)

I Love IDF – solche Fotos entstehen gerade zu hunderten. (Quelle: Facebook)

Im Internet sind hunderte Fotos von halbnackten Frauen auf einer Facebookseite aufgetaucht, die sich Herzen, „Support our Troops“ und IDF auf nackte Körperteile wie Busen, Po und Oberschenkel gemalt haben. In Bikini, nackt oder Reizwäsche, alles ist dabei. Manche zeigen gar ihren Allerwertesten zusammen mit der Aufschrift „Küss meinen Arsch Hamas.“

Die Operation „Protective Edge“ steht bereits seit ihrem Beginn unter massiver Kritik: Sie ist wie die Massenbestrafung eines ganzen Landstrichs für die Tötung von drei Jugendlichen. Dabei stört es die Israelische Regierung Netanjahus weder, dass es bisher keine Beweise gibt, die den Mord an den Jugendlichen Soldaten mit der Hamas in Verbindung bringen, noch das Kollektivstrafen völkerrechtswidrig sind. Über 700 zivile Opfer haben die PalästinenserInnen bisher zu beklagen, auf der anderen Seite stehen weniger als zehn Tote Zivilisten und 33 Tote Soldaten der Israelischen Armee (Israel Defence Force – IDF).
Diesen Beitrag weiterlesen »

„Ein unnötiger Einschnitt in die Privatsphäre der Menschen“

Orwelsche Verhältnisse - zu welchem Preis? (Foto: Flickr.com/ jonathan mcintosh/ CC-Lizenz)

Orwelsche Verhältnisse – zu welchem Preis? (Foto: Flickr.com/ jonathan mcintosh/ CC-Lizenz)

Großbritannien ist das Land mit den meisten Überwachungskameras der Welt und zeigt damit am besten, wie wenig Überwachungskameras helfen: Ein Artikel in der Times zeigt nun die Wahrheit über den orwellschen Wahn. In der Times tauchte nun eine Statistik über den Anteil an Fällen auf, die ohne Verdächtigen zu den Akten gelegt werden müssen (April und Mai).Interessant war, dass vor Allem in den Gebieten, in denen eigentlich Videoüberwachung solche Fälle verhindern müsste, der Anteil der „Unclosed Cases“ höher war als in Gebieten ohne Kamera. Ein Beitrag von Richard Diesing.

Als Beispiel nehme man den klassischen Raub. Dort wurden nur in 28% der Fälle überhaupt ein Verdächtiger gefunden. Wie vielen Verdächtigen die Tat überhaupt nachgewiesen werden konnte, ist in der Statistik nicht ersichtlich. Auch bei Sachbeschädigung wurde ein hoher Anteil der Fälle (78%) nicht aufgeklärt.Der nachfolgende Gedanke ist nun: Wenn es so viele negative Seiten der Überwachung gibt, wiezum Beispiel die Einschränkung der Privatsphäre oder das ständige Gefühl des beobachtet seins, stehen diese negativen Aspekte dann überhaupt in irgendeiner Relation zu der erhofften Wirkung? Diesen Beitrag weiterlesen »

“Die Anstalt” verliert vor Gericht

Quelle: Screenshot

Quelle: Screenshot

Die Kabarettsendung “Die Anstalt” des ZDF wird weitesgehenst von den deutschen Medien totgeschwiegen. Zwar ernteten die Verantwortlichen nach ihrer ersten Epidosde viel Applaus, doch dieser flachte in den Folgewochen ab. Das könnte nicht zuletzt daran liegen, dass die Neuen Max Uthoff & Claus von Wagner zu sehr der Wahrheit auf der Spur sind. 

Urban Priol und Erwin Pelzig hatten ein große Lücke hinterlassen. Als die beiden Kabarett-Virtuosen ihren Rückzug aus der Sendung “Neues aus der Anstalt” erklärten, kam es beim ZDF zu einem Umbruch. Viele vermuteten, dass Urban Priol & Pelzig unverzichtbar seien und erwarteten in der Zukunft einen herben Qualitätsverlust für die Sendung. Doch es kam anders. Nach einigen Episoden kann man sich sicher sein: Der Taptenwechsel tat dem Format gut. Die beiden jungen Nachfolger Uthoff & von Wagner verleihen dem Format viel Frische – der Glanz der alten Tage ist noch längst nicht verloren. Der Glanz der alten Tage ist jetzt.

Transatlantiker klagt “Die Anstalt” an Diesen Beitrag weiterlesen »

Linker Gipfel Serbiens – Radikale Linke formiert sich!

Die Linke in Serbien formiert sich (Foto: Marks21)

Die Linke in Serbien formiert sich (Foto: Marks21)

In Serbien formiert sich die Radikale Linke neu. Seit über einer Woche befinden sich Gewerkschaften und etliche linke Gruppierungen auf der Straße, um gegen das neue Arbeits-, Renten-, Insolvenz- und Privatisierungsgesetz zu protestieren. Der „Linke Gipfel Serbiens“ (Levi Samit Srbije) existiert bisher in über 15 Städten und plant sich im Herbst Strukturen zu geben. Ein Vorbild für diesen Prozess  ist auch der kürzliche Wahlerfolg der Vereinigten Linken in Slowenien.

In Serbien wird der Ruf nach einer Partei neuen Typus immer lauter. Zu lange habe es keine echte linke Kraft mehr im Land gegeben, monieren Journalisten und Intellektuelle. Die sozialistische Partei ist bereits seit Milosević Zeiten zum Steigbügelhalter neoliberaler Gesetzgebung verkommen. Umso dringender benötige man eine außerparlamentarische Linke, welche die Gewerkschaften im Kampf um ArbeitnehmerInnenrechte unterstützt, so der Autor Dr. Vladimir Unkovski-Korica. Diesen Beitrag weiterlesen »

Soziale Netzwerke


Creative Common