São Paulo versinkt im Chaos

“Die Türkei ist hier”, schwere Geschütze; Quelle: http://www.policymic.com/articles/48717/13-shocking-photos-of-brazilian-military-police-brutalizing-protesters-in-s-o-paulo
In Brasilien rumort es. Zum einen wird die WM im eigenen Land scharf kritisiert: Der Staat kommt für fast die gesamten Baukosten der zwölf WM-Stadien auf während im Bildungs- und Gesundheitssektor kräftig gekürzt wird. Zum anderen strömten tausende Menschen auf die Straßen als sie erfuhren, dass wieder einmal die Ticketpreise für Bus & Metro erhört werden. Zwar handelt es sich um eine recht gerine aber empfindliche Erhöhung: 20 centavos(rund 7 Eurocent) – Ähnlichkeiten zur Türkei sind vorhanden. Ob sieben Cent oder Bäume in einem Park. Dies sind nur die Tropfen, die das Fass zum überlaufen bringen.
Meine Freunde in Brasilien schämen sich. Sie schämen sich für die Polizeigewalt, für die Intransparenz, die Korruption und die wieder aufkeimende Gewalt. Als ob Brasilien nicht schon mit ausreichend Problemen konfrontiert wäre, wird im kommenden Jahr die Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land ausgetragen. Die Welt schaut auf Brasilien und da werden nunmal kritische Stimmen einfach ausgeblendet. Die Medien stellen die friedlichen Demonstranten als Brandstifter und Krawallmacher dar, die Polizei sei nur da, um Sicherheit zu gewähren. Und über das Pfeifkonzert beim Confedcup-Eröffnungsspiel gegen Staatspräsidentin Dilma Roussef und Fifa-chef Joseph Blatter wurde einfach drüberhinweggeschwiegen.
Viele Verletzte, darunter auch Journalisten Diesen Beitrag weiterlesen »
“Das alte Modell des Konsums und der Gewalt durchbrechen”

Präsident Maduro; Quelle: http://www.flickr.com/photos/periodismodepaz/8640504865/sizes/m/in/photostream/
Nachdem es nach den Präsidentschaftswahlen in Venezuela zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Sozialisten und Konservativen kam und sich die Wogen nun ein wenig geglätten haben, gibt es bereits erste programmatische Änderungen. Die sozialistische Regierung will “das alte Modell des Konsums und der Gewalt durchbrechen”.
Die Regierung Venezuelas hat vor rund zwei Wochen das angekündigte Sozialprogramm für die Jugend gestartet: Präsident Nicolás Maduro forderte bei seiner Rede die jungen Menschen des Landes auf, “rebellisch und kritisch” zu sein. Zudem solle sie gegen die Korruption angehen. Die junge Generation dürfe sich nicht angewöhnen, ruhig zu bleiben, wenn die Dinge falsch liefen.
Soziale & kulturelle Projekte für die Jugend Diesen Beitrag weiterlesen »
„.. und wo sind die Frauen?“
Ob in Politik, Kultur, Wissenschaft oder Wirtschaft: Frauen „holen auf“ oder haben ihren Platz längst erstritten – so heißt es. Andererseits fehlt es angeblich immer wieder an kompetenten Frauen, um Podien, Gremien und einflussreiche Positionen zu besetzen.
Mit diesen Widersprüchen wollen wir uns auseinandersetzen:
- Spielregeln der Macht und die Sozialpsychologie des Vorurteils: Warum werden Frauen in vielen Kontexten noch immer überhört und übersehen? Wie funktionieren „Männerbünde“?
- Fehlt es tatsächlich mancherorts an Frauen – und andernorts an Männern? Wie und zu welchem Nutzen werden Geschlechterdifferenz und geschlechtsspezifische Arbeitsteilungen hergestellt und ideologisch abgesichert? Inwiefern sind Geschlechterverhältnisse stets auch Produktionsverhältnisse? Welchen Beitrag leisten Frauen selbst?
- Wo setzen wir an, um etwas zu verändern? Was bringt die Quote: die Hälfte vom verschimmelten Kuchen? Oder ist sie ein notwendiger Schritt hin zu einer ganz anderen Welt? Welche Ansätze und Initiativen gibt es außerdem?
Melanie Stitz ist Leiterin des RLS-Regionalbüros in NRW, Redakteurin der
Zeitschrift Wir Frauen und Mitherausgeberin des gleichnamigen Kalenders.
Diskussion / Vortrag
18.06.2013 | 19:30 Uhr
Salon & Galerie Freiraum, Köln
Mit Melanie Stitz
Intervention in die deutsche Beschneidungsdebatte
Vor einem Jahr fand in Deutschland eine Debatte statt, die ein Lehrstück für den rassistischen Grundton darstellte, der sich in Teilen der Bevölkerung einer großen Beliebtheit erfreute, die Bescheinundsdebatte. Beginn der Debatte war eine Mutter bringt ihren vierjährigen Sohn in die Notaufnahme eines Kölner Krankenhauses, weil er unter Nachblutungen einer Vorhautbeschneidung leidet, die von einem Arzt fachgerecht unter Narkose vorgenommen wurde. Weil das Krankenhaus sich mit der Mutter nicht verständigen kann, wird die Polizei und nicht etwa ein Dolmetscher verständigt.
Mit der auf diesen Fall folgenden Debatte und der Holm Putzke, der Person, die die diese Debatte entscheidend mitprägte, setzt sich das Buch “Intervention gegen die deutsche Beschneidungsdebatte” auseinander. Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter haben sich schon vor Beginn der Debatte mit Rassismus und Herrschaftsstrukturen beschäftigt, in diesem Buch nehmen sie nun die Debatte aus medizinischer und gesellschaftlicher Sicht in den Blick.
Kultur und Vorurteile
Der erste Aufsatz von Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Diskussion um die Beschneidung und dem versteckten Rassismus, der durch diese Debatte offen zu Tage kam. Diesen Beitrag weiterlesen »
SPD für EU-Abkommen mit Zentralamerika

Demonstranten, hier in Honduras, warnen vor der erneuten Kolonialisierung Mittelamerikas
Bildquelle: COPINH
Sozialdemokraten ermöglichen erneut neoliberales Abkommen mit Lateinamerika. Dissens in eigenen Reihen. NGOs: Nicht glaubwürdig
Am 7. Juni hat der Bundesrat in letzter Lesung mit knapper Mehrheit das Assoziierungsabkommen der EU mit den Ländern Zentralamerikas angenommen. Nachdem bei der Abstimmung im Bundestag am 25. April die drei Oppositionsfraktionen geschlossen gegen das Abkommen gestimmt hatten, bestand wie schon bei der Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Peru und Kolumbien die Möglichkeit, dass das Abkommen im rot-grün dominierten Bundesrat durchfallen könnte.
26 Nichtregierungsorganisationen hatten sich zuvor in einem offenen Brief an die Mitglieder des Bundesrats gewandt. Ihre Kernaussage: “Die unterzeichnenden Organisationen sind der Überzeugung, dass das dem Bundesrat vorliegende Assoziierungsabkommen einer grundlegenden und insbesondere menschenrechtlichen Überarbeitung bedarf und der Bundesrat diesem in der Form, wie es nun vorliegt, nicht zustimmen sollte.” Diesen Beitrag weiterlesen »
Wegen kritischem Blog entlassen:
Die Hamburger Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann wurde bekannt durch die Veröffentlichungen auf ihrem Blog. Sie zweifelte die Grundgesetzkonformi-tät des Sozialgesetzbuches II (besser bekannt als Hartz IV) an und entlarvte die Sanktionspraxis im SGB II. Daraufhin wurde die Kollegin Inge Hannemann am 22. April 2013 nach ihrem Urlaub mit sofortiger Wirkung durch die Ge-schäftsführung der Teamarbeit Hamburg (Jobcenter Hamburg) vom Dienst „freigestellt“. Ihren Schlüssel musste sie sofort abgeben und ein Jobcenter darf sie nicht mehr betreten.
Über www.altonabloggt.wordpress.com/ solidarisierte sich nicht nur Inge Han-nemann mit den Hartz IV-Betroffenen, sondern stimmten auch andere Jobcen-ter-Mitarbeiter und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit den Kritiken zu.
Inge Hannemann kommt nach Halle.
Ort: Hörsaal B im Melanchthonianum Universitätsplatz in Halle/S.
Unterstützt von Gewerkschaftern im DGB und Erwerbslosen aus der Region und der rls Sachsen-Anhalt
Diskussion / Vortrag
17.06.2013 | 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Melanchthonianum der MLU, Halle
Die blutige Geschichte des Deutschen Kolonialismus Teil 3: Ausbeutung und Unterdrückung (1907-1915)
Viele Überlebenden des Herero-Aufstands vegetierten nach seiner Niederschlagung in berüchtigten Internierungslagern der Deutschen vor sich hin, jeder zweite starb dort an Krankheit, Hunger und Erschöpfung. Die Nama setzten ihren Widerstand in kleinen Scharmützeln bis Anfang 1908 fort, doch im Oktober 1905 wurde der Anführer Henri Witbooi getötet. Das demoralisierte die Aufständischen, denn sie verloren auf diese Weise ihren charismatischsten Anführer.
Der Aufstand der Einheimischen war der Vorwand, den die Schutzverwaltung brauchte, um das Gebiet endgültig offiziell in eine Kolonie umzuwandeln und ein System aus Unterdrückung und kapitalistischer Ausbeutung zu institutionalisieren, das seinesgleichen suchte und noch weniger bekannt ist, als die Ermordung der Aufständischen durch General Trotha. Das Massenmorden sorgte sogar im Deutschen Reich für Empörung, so dass Trotha abberufen wurde und 1905 Friedrich von Lindequist der erste Zivilgouverneur der Kolonie wurde.
ERT sendet weiter! Nieder mit den “Weimarer Verhältnissen”
Die griechische Regierung, allen voran die Neokonservative Regierungspartei, hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch alle staatlichen Sendestationen Rundfunkanstalten abgeschaltet. Drei Landesweite Fernsehsender, sieben Landesweite und 19 Regionale Radioanstalten wurden geschlossen. Über 3000 Menschen würden ihre Arbeitsplätze verlieren und das Pressemonopol wäre vollkommen in öffentlicher Hand. Die Polizei kann die Gebäude nicht räumen, weil stetige Solidarisierungsproteste an den Sendeanstalten den Zugang verhindern.
Interview with the pianist of the Taksim square, Davide Martello
14 hours playing the piano for peace and freedom
Taksim square kept peaceful the last nights – for a specific reason. The sicilian-german pianist Davide Martello played one more time for thousands of exhausted protesters in the middle of the Taksim square – the whole night from 9 pm till 11 in the morning. Martellos balmy sound of the piano replaced the usual violent noises of the clashes and the din of battle, consisting of rough watercannons and shots. Around him the protest movement of Istanbul gathered together as well as policemen. Together they experienced a rare time of peace, enabled by the power of music.
We talked to Davide on the telephone just after the concert night.
Nora: Where are you now in Istanbul and how long do you plan to stay?
Davide Martello: I am now at a friend of mine in Istanbul and I seriously don’t know how long i will stay here. It also depends of the situation here, if itll stay peaceful.
N: How are you welcomed and what are the people’s reactions to what you give?
D: The people are so so much delighted that I am here. Because in the time I am here there are no riots and therefore I played the whole night. Riots were announced and were signalized but in these nights and the morning the riots are absent.
Leben zwischen Grenzen
Alltag in Palästina
Die Referentin, 1956 in Bethlehem geboren, ist eine christliche Palästinenserin, die sich der arabischen Kultur verpflichtet fühlt. Sie beschreibt auf ihren Vorträgen sehr eindrücklich und spannungsreich den Alltag in einem Land, in dem Frieden und Versöhnung derzeit in weite Ferne gerückt sind. In ihrem Vortrag spricht sie über die besonderen Bedingungen des tagtäglichen Lebens im Heiligen Land.
Diskussion / Vortrag
16.06.2013 | 19:00 Uhr
Iranhaus, Weimar
Mit Faten Mukarker


