Kroatischer Nazi-Rocker auf Deutschlandtour

In Deutschland Willkommen - Der kroatische Sänger Thompson (Foto: wikicommons / CC- 3.0)

In Deutschland Willkommen – Der kroatische Sänger Thompson (Foto: wikicommons / CC- 3.0)

Der kroatische Sänger Thompson alias Marko Perkovic kommt nach Deutschland. In seiner Heimat füllt er ganze Stadien mit Liedern über “böse Antichristen und Kommunisten” oder eben über Vernichtungslager wie Jasenovac. Er sieht sich selber als glühenden Patrioten und Christen, doch in seinen Liedern feiert er die Ustascha und seine Fans strecken auch gerne den Arm zum Hitlergruß aus. Nun tourt der “Patriot” durch Deutschland.

Kroatien hat ein Rassismus- und Naziproblem. Nicht nur das ein Sänger wie Thompson, der klar faschistische und rassistische Positionen in seinen Lieder verteidigt, ganze Hallen und Stadien mit seiner Musik füllen kann, sondern auch die Tatsache das es scheinbar noch immer Mode ist, in Stadien “Za Dom – Spremni!” zu schreien. Der Gruß der Ustascha, den kroatischen Nazi-Kollaborateuren des 2. Weltkriegs, wurde erst unlängst Josip Simunic zum Verhängnis. Der kroatische Fußballnationalspieler stimme ihn nach der erfolgreichen WM-Qualifikation Kroatien im Stadion an und 20.000 Fans stimmten mit ein: Dafür wurde er von der FIFA zehn Spiele gesperrt, zurecht. Der Gruß, der Übersetzt ”Für die Heimat – bereit!” bedeutet, steht symbolisch für die Vernichtung hunderttausender Serben, Juden, Roma und oppositioneller im “Unabhängigen Staat Kroatien.”

Thompson in Essen und Berlin

Eine Rassisten-Liga höher spielt der kroatische “Rocksänger” Marko Perkovic Thompson. Dieser tourt momentan mit seinem neuen Album  ”Ora et Labora” durch Deutschland. Er selbst sieht sich als unpolitischen Sänger, doch einfaches googlen entlarvt ihn als Lügner. So stellt er im Lied “Jasenovac i Gradiska Stara” unter anderem einen positiven Bezug zu dem Vernichtungslager Jasenovac der kroatischen Ustascha her, grüßt am Ende des Liedes den kroatischen Ustaschaführer Ante Pavelic, sowie die “Schwarzhemden”, ein Spitzname für die SS ähnlichen Formationen der kroatischen Faschisten. In neuern Liedern verhöhnt er “Antichristen, Kommunisten und Freimaurer”, die seiner Meinung nach die kroatische Nation zerstören wollen. Für das Simon Wiesenthal Center ist klar: Thompson glorifiziert “Faschismus und Rassismus.” Thompson beteiligt sich auch jedes Jahr an den Gedenken von Bleiburg, das von kroatischen Faschisten häufig so stark verklärt wird, wie die Bombardierung Dresdens durch Alliierte von deutschen Nazis. Diese tragen dazu bei, dass die Täter-Opfer Rolle im zweiten Weltkrieg häufig verdreht wird und Partisanen werden auf irrationale Weise zu Verteidigern Kroatiens stilisiert. Diesen Beitrag weiterlesen »

RWE – Mit Kohle in den Untergang

NichtWir1In Essen fand heute die Jahreshauptversammlung der RWE Aktionäre statt. Umweltschützer leisteten erbittert widerstand. Hauptthema des Treffens: RWE ist ein Kohledino und macht erstmals seit Jahre große Verluste. Firmenchef Peter Terium stimmte alle Aktionäre auf raue Zeiten ein und Umweltschützer blockierten die Eingänge. Also wie jedes Jahr? Gleich bleibt zumindest, dass RWE Europas größter Co² Produzent ist.

Eines ist anders auf dieser Hauptversammlung: Die Aktionäre werden keine großen Dividenden mit Nachhause nehmen. Der Energiedino ist in einer ernsten Krise. Der WDR-Wirtschaftsexperte Jürgen Döschner erklärt gegenüber dem WDR, dass RWE die Energiewende verschlafen hat. Viel zu lange hätte das Unternehmen auf die giftige Braun- und Steinkohle gesetzt. Seit dem Boom der erneuerbaren Energie sind die Strompreise an der Strombörse regelrecht eingebrochen und RWE bleibt auf seinem teuren Kohle- und Atomstrom sitzen.

RWE hätte anstelle der viel zu hohen Dividenden, die es Jahr für Jahr gezahlt hatte, das Geld in erneuerbare Energien investieren müssen. Der Vorstand tue nun so, als ob die Krise über Nacht über RWE gekommen wäre, so Döschner. Anstelle eines Umdenkens, verfeuert RWE so viel Kohle wie nie zuvor: „Die Abhängigkeit vom alten Geschäftsprinzip ist nach wie vor extrem groß. Man will mit aller Kraft an der Kohleverstromung festhalten. Diese Kohlekraftwerke aber sind so unflexibel, dass sie selbst zu Zeiten, wenn der Strom gar nicht gebraucht wird, auf Hochtouren laufen und einen unglaublichen Überschuss an Strom produzieren, der dann zu Billigpreisen verscherbelt wird. Ähnlich unflexibel ist offenbar auch die Führung von RWE.“ Bis zu 4.000 Stellen sollen abgebaut werden, die Firmenzentrale in Essen verkauft. Diesen Beitrag weiterlesen »

Buchrezension: Flucht und Migration

50579-8_Bierdel.inddAls im vergangenen Oktober 300 Menschen vor der Küste Lampedusa bei dem verzweifelten Versuch ertranken, das schützende Ufer der EU zu erreichen, geriet das Flüchtlingsdrama an den EU-Außengrenzen erstmals in ein breiteres, öffentliches Bewusstsein. Seither hat sich eine Bewegung formiert, die die unmenschliche Flüchtlingspolitik der EU kritisiert und sich mit den Flüchtlingen solidarisiert. “ In Flucht und Migration – Von Grenzen, Ängsten und Zukunftschancen” haben die Herausgeber Elias Bierdel und Maximilian Lakitsch Kritik, Analysen und Alternativen zusammengetragen, um an dieser Situation etwas zu ändern. Das Buch, so schreiben sie selbst, soll keine Kampfschrift sein, sondern vielmehr Hintergrundinfos für eine fundierte Debatte geben, aus der am Ende eine “neue Willkommenskultur” entsteht.

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Grüne Shops im Netz mischen Markt auf

Quelle: https://www.flickr.com/photos/mag3737/8399911270/in/

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Nachhaltigkeit ist “in”. Auch wenn wir in einer Überfflussgesellschaft leben und gefüllte Supermarktregale die ewige Nachhaltigkeit suggerieren, muss sich unser Kaufverhalten ändern.

Die zahlreichen Reaktionen zu unseren Berichterstattungen über den Witzenhausener Containererprozess oder das Verbot der belgischen Supermarktbetreiber, die keine genießbaren Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen haben gezeigt, dass die immense Lebensmittelverschwendung nicht im Sinne der Bürger geschieht.

Wie leiste ich einen Beitrag zur Nachhaltigkeit?

Wenn man zum Beispiel nachhaltig Gemüse und Obst einkaufen wollen, sollte bei der Kaufentscheidung folgende Prioritätenliste zur Hand genommen nehmen: Diesen Beitrag weiterlesen »

#21 Filmtipp am Montag: “Speed – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”

Quelle: https://www.flickr.com/photos/cosmiccine/8694547097/in/photostream/

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Wir haben keine Zeit mehr. In einer Welt, in der die Zeit immer schneller zu rasen scheint und das Primat der Effizienz unseren Alltag bestimmt, verlieren wir nicht selten den Blick auf das Wesentliche. Doch woher kommt diese Raserei? Wie sollen wir eigentlich leben – wie kann ich mir die die verlorene Zeit zurückholen? Florian Opitz begibt sich auf die Suche.

“Zu hause fällt es mir schwer im Moment zu leben. Ich bin zwar da, aber mit dem Kopf bin ich ganz woanders.” Florian Optiz , Drehbuchautor, Regisseur und auch Protagonist des Dokumentarfilms, macht sich höchstpersönlich auf eine Reise – er will unbedingt die Wurzel seiner inneren Unruhe und der rasenden Zeit finden. In den letzten kapitalistischen Jahrzehnten wurde viel Wohlstand geschaffen. So viel Wohlstand, dass wir heute zu viele Nahrungsmittel haben, zu viele Informationen bekommen und unzählige wichtige Entscheidungen jeden einzelnen Tag treffen müssen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Intendant des Deutschlandfunks gesteht, dass die Linke unterrepräsentiert ist!

Fehlt die Linke? - https://www.facebook.com/Missing.LINKE.Mediawatch

Fehlt die Linke? – https://www.facebook.com/Missing.LINKE.Mediawatch

Verschiedenste Statistiken haben schon gezeigt, dass die Linke im deutschen Medien unterrepräsentiert ist, auch in den öffentlich-rechtlichen. Thorsten Hild, Betreiber des Blogs “Wirtschaft und Gesellschaft”, hat das zum Anlass genommen um den Intendant des Deutschlandfunks mit dieser Tatsache zu konfrontieren und ihn nach den Ursachen zu fragen. Dieser hat nun geantwortet.

Hild fragt in seinem Brief: “Können Sie mir erklären, warum der Deutschlandfunk im ersten Quartal des laufenden Jahres 43 Interviews mit Politikern der Grünen geführt hat, aber nur 11 Interviews mit Politikern der Linken?”

Hild veröffentlicht auf seinem Blog die Antwort von Steul. Dieser gibt nach einer Überprüfung zu: “Es wurden mit Vertretern der Linkspartei in der Tat weniger Gespräche geführt als mit Politikern der Grünen bzw. der SPD oder der Union.”

Steul erläutert das in seinem Schreiben an mich wie folgt:

“Ich weiß, wie gewissenhaft die Mitarbeiter der Kölner aktuellen Information arbeiten und ich kann Ihnen versichern, das bei der Auswahl eines Interviewpartners rein inhaltliche Kriterien angelegt werden, z.B.: Zu welchem tagesaktuellen Thema kann wer zur weitergehenden Information etwas sagen? Welche Partei setzt welche tagesaktuelle Thematik ?

Und manchmal entscheidet sich alles an der Frage: Wer sagt am Ende zu und steht zu einem Gespräch zur Verfügung? Auch wenn wir im Deutschlandfunk aufgrund unserer langjährig nachgewiesenen Qualität der Information das Privileg haben, dass Politiker gerne Interviews mit uns führen, kommt es doch auch vor, dass wir eine Absage erhalten.

Übergeordnetes Prinzip ist es, zu relevanten tagesaktuellen Themen die Bandbreite der Meinungen abzubilden, ohne dass dieses Prinzip jedoch auf jede einzelne ´Tagesausgabe´ angewendet werden kann. Dies wird immer wieder auch in den internen Besprechungen des Bereichs mit der Chefredakteurin und dem Programmdirektor thematisiert.

Nichtsdestotrotz werde ich Ihre Anfrage zum Anlass nehmen, Ihr Anliegen noch einmal zu thematisieren.”

Die Erkenntnis, dass die Linke unterrepräsentiert ist, ist ein wichtiger Schritt für eine ausgeglichene Berichterstattung, nun müssen die nächsten Monate zeigen, dass der Deutschlandfunk dies wirklich ändern will. Auf Facebook gibt es eine Seite, die sich mit der Unterrepräsentation der Linken beschäftigt und diese aufdecken will.

Buchrezension: Jugend im Dritten Reich von Arno Klönne

314174161873Viele Mythen und romantische Vorstellungen ranken sich um die Hitlerjugend. Von einigen zur weitgehend unpolitischen Jugendorganisation zur gemeinsamen Freizeitgestaltung in der NS-Zeit verklärt, von anderen für ihre Rolle in der Indoktrination der Jugend mit den Ideologien der Nationalsozialisten scharf verurteilt. Arno Klönne nennt sie “die effektivste Jugendorganisation der bisherigen Geschichte”. In “Jugend im Dritten Reich” analysiert er den Aufstieg, die Organisation, die Theorie und die Wirklichkeit der Hitlerjugend und zeigt zugleich auf, wie jugendliche Opposition im Dritten Reich stattfand und sich organisierte, die nicht in der Kritik am Nationalsozialismus ein Gegenentwurf zur Hitlerjugend war, sondern sich explizit von den Inhalten und Erscheinungsformen der totalen Organisation der Hitlerjugend abgrenzte. Seine Analyse ist jetzt in neuer Auflage im PapyRossa Verlag erschienen.

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Kampf gegen Sexismus und sexuelle Gewalt in Brasilien

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By camilagarcia [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

Nachdem auf einem Internetportal die Zahlen einer Umfrage zu sexueller Gewalt und Sexismus veröffentlicht wurden, gab es in den sozialen Netzwerken Brasiliens und gestern auf der Straße heftigen Protest. In der Studie bekannten über die Hälfte der befragten Männer, dass eine aufreizend gekleidete Frau selbst schuld an einer Vergewaltigung sei. Brasiliens Frauen wehren sich – mit der Unterstützung von Präsidentin Dilma Rousseff.

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Welternährungsorganisation gründet Hugo Chávez-Programm

 

Chavez vor tausenden Revolutionären

Chavez vor tausenden Revolutionären

Venezuelas Kampf gegen Armut und Hunger gilt weltweit als vorbildlich, nun erkennt auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ihr neues Programm zur Bekämpfung des Hungers nach dem ehemaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez benannt. 

“Dies ist die beste Weise, einen Mann zu ehren, der ein Visionär in diesem Bereich war. Er war dem Rest der Führungspersönlichkeiten auf der Welt um zehn Jahre voraus”, sagte Benítez, FAO für Lateinamerika und die Karibik. Deshalb werde das neue Programm, das den Zugang der ärmsten Bevölkerungsschichten zu Nahrungsmitteln verbessern will, den Namen “Hugo Chávez Frías” tragen. Gleichzeitig betonte er, dass noch niemals so viele Nahrungsmitteln produziert worden sein, wie jetzt. Trotz des Nahrungsmittelüberschusses gibt es in Lateinamerika und der Karibik nach wie vor 47 Millionen Menschen, die an Hunger leiden.

Problem ist der Zugang zu Nahrungsmittel Diesen Beitrag weiterlesen »

#3 Aquakulturen – wirklich so gut wie alle sagen?

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aquakultur-Vestmanna.jpg

Sechs typisch marine Fischgehege
Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aquakultur-Vestmanna.jpg

Fischfarmen zu errichten und so den Fischereidruck auf freilebende Wildfische zu verringern klingt erst einmal gut und logisch. Der stetig wachsende Hunger auf Fisch kann schon lange nicht mehr durch Wildfänge gedeckt werden, zumal die Gaumen der Fischesser meist „hochwertigen“ Speisefisch verlangen wie Thunfisch, Forelle und Lachs. Fische also die schon seit langem zu einem großen Teil überfischt sind. Nach Jahrhunderten von Jahren stetig anwachsender Wildfänge, sinken diese seit 1988, wie man den Daten der Food and Agriculture Organization FAO entnehmen kann. Die Alternative: Aquakultur. Sie wuchs und wächst in einem atemberaubenden Tempo. Doch kann sie wirklich helfen die Ozeane zu entlasten? Sie kann, wenn man sie richtig betreibt.

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