Archiv für September 2011
Damals, als das Internet noch uns gehörte..
Wie mag eine Prognose bzgl. des freien Internets 2020 aussehen? Vor erst rund einer Dekade erlebte das <Internet> seinen Boom, ganze Branchen profitierten mächtig vom Medium Internet. Schon nach wenigen Jahren ist die gesellschaftliche Abhängigkeit vom Internet riesengroß geworden. Kein Mensch mag sich mehr vorstellen, ein Internet-freies Leben zu führen. Frei, sicher und allein fühlen wir uns, wenn wir im word wide web surfen, doch der Schein trügt: Die Internet-Zensuren nehmen Jahr für Jahr zu und allmählich kristallisieren sich die Internet-Herrscher heraus.
Informationslawine bereits losgetreten
Ein Internet-Riese ist der allseits Bekannte Mark Zuckerberg mit seinem Facebook-Imperium. dem Unternehmen Facebook geht es primär darum, soviele Informationen über seine Nutzer zu bekommen wie nur möglich. Die gewonnen Daten können ausgewertet werden und Werbeunternehmen verkauft werden – alles rechtens, da Facebook sich dieses Recht durch das Bestätigen der AGBs durch die Nutzer vorbehaltet. Alle Informationen gelangen freiwillig vom Nutzer zum Daten-Monster Facebook, was eine sehr friedliche Beziehung vom Nutzer und Facebook entstehen lässt.
Wer sich jedoch gegen Facebook entschliesst und virtuell ergo gar nicht existiert, läuft Gefahr, den Anschluss zum Freundeskreis zu verlieren, sozial ausgegrenzt zu werden.
Papst-Zensur Diesen Beitrag weiterlesen »
NPD verschickt Rückflugtickets!
Der Wahlkampf der NPD in Berlin war wohl das beste Beispiel dafür das es für Neonazis und Faschisten keinen Platz in unserer Gesellschaft geben darf. Vor Synagogen wurden Werbeplakate aufgehangen auf denen der NPD-Vorsitzende, Udo Voigt, mit dem Spruch “gas geben” warb und damit Erinnerung an die schlimmste Zeit in der Geschichte erinnert.
Diese Werbeplakate erregten zu Recht aufmerksamkeit, leider wenig erwähnt wurde eine andere “Werbeaktion” der Neonazis. Sie schickten an Menschen mit Migrationshintergrund Rückflicktickets:

Der Verfassungsschutz ermittelt nun wegen diesen Tickets gegen die NPD, der Vorwurf laut auf Volksverhetzung!
Altruisten fliegen nicht
Ikarus ist uns bekannt aus der griechischen Mythologie. Seine Hybris, zu denken er könne jeden und alles überfliegen, wird gnadenlos mit dem Tod bestraft. Dass die Mehrheit der Menschheit über ihre Verhältnissen lebt, zu hoch fliegt, ignorieren wir. Doch langsam schmilzt das Wachs, mit dem wir unsere Flügel befestigt haben.
Isoliert, anonym, wertlos
Das sind die undankbaren Attribute eines in der Großstadt lebenden Menschen, welche mir jetzt so präsent wie nie sind. Vor einigen Monaten noch lebte ich in einer anderen Gesellschaft, in einer anderen Welt, deren Lebensstil von entgegengesetzten Werten bestimmt wird. Integriert, als Persönlichkeit anerkannt, man ist ein kleines, aber doch wertvolles Glied in der Gesellschaft. Ich lebte für ein Jahr in einer brasilianischen Favela, in der südlichsten Peripherie Sao Paulos. Arm sind die Menschen dort, haben im besten Fall das Nötigste um zu überleben, doch erscheinen sie mir zufriedener, glücklicher und erweisen sich als solidarischer als die im Überfluss lebende Gesellschaft in der westlichen Welt. Um zu ergründen, warum die Armen in einer Favela in meinen Augen glücklicher sind als die Verwöhnten in der westlichen Welt, müssen wir das Umfeld der beiden Welten betrachten.
Ein gut situierter, westlicher Bürger, der Bourgeoisie angehörend, bringt Maslows’ Bedürfnispyramide zufolge alles mit, um zufrieden und glücklich zu sein. Ein gesunder Körper, ein festes Einkommen, genügend Nahrung, eine Unterkunft. Neben den körperlichen Existenzbedürfnissen und der Sicherheit, ist unser Bürger in einem großen Freundeskreis eingeschossen, hat eine Frau und Kinder, lebt also in einer intakten Familie. Bis hierhin können alle Bedürfnisse im vollen Umfang befriedigt werden. Nun aber nähern wir uns der Stufe, über die in meinen Augen eine ganze Gesellschaft stolpert: Die Stufe der Anerkennung. In der heutigen Leistungsgesellschaft scheint es nicht mehr auszureichen, seine Familie zu ernähren, seine Miete zahlen zu können und sich ein wenig Geld auf die Seite zu legen, um Freitag Abends in einer geselligen Runde das Bier in der Kneipe bezahlen zu können.
Linke will linke Politikerin ausschließen!
Die Mauerdebatte hat der Linken sicherlich mediale Aufmerksamkeit gebracht und ihr auch geschadet. Die Politikerin, welche nun für die Mauerdebatte und ihre persönliche Meinung bestraft werden soll ist Marianne Linke, welche sich bei der Gedenkminute nicht erhoben hatte.
Marianne Linke ist die ehemalige Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern und in der Linken eher dem linken Flügel zuzurechnen. Den Opfern der Mauer und des Stalinismus sollte in jedem Falle gedacht werden. Eine Aussage, die auch Marianne Linke teilt, sie fordert allerdings, dass man nicht nur den Opfern der Mauer gedenke, sondern allen Ermordeten.
So hat sie auf ihrer Webseite eine Stellungnahme veröffentlicht in der sie ausführlich begründet wieso sie sitzen geblieben ist:
Zu Beginn des Landesparteitages Mecklenburg-Vorpommern der Linkspartei wurde zu einer Schweigeminute für die Opfer der Mauer aufgerufen und gebeten, sich von den Plätzen zu erheben. Ich bin sitzen geblieben. Warum? Diesen Beitrag weiterlesen »
Wer folgt dem Papst im Bundestag?
In der vergangenen Woche durfte der Papst im Bundestag sprechen, die meisten Abgeordneten hörten sich die Rede an und empfanden diese als wahren Fortschritt, obwohl der Papst nichts neues gesagt hat. Nun scheinen die Bundestagsabgeordneten, der verschiedenen Parteien, den Auftritt des Papstes als wahren Segen empfunden zu haben und fordern nun noch mehr Auftritte von Geistlichen im Bundestag!
So fordert der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Beck, das man nun den Dalai Lama in den Bundestag einladen müssten und ihm die Möglichkeit bieten sollte als Führer der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus zu sprechen. Dieser Vorschlag kommt ausgerechnet von einem Abgeordneten der Grünen, welche sich eigentliche für eine strikte Trennung von Religion und Staat aussprechen.
Keine Religion im Bundestag Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Emanzipatorische Linke im Gespräch mit Julia Bonk
Wir haben uns überlegt Interviews mit Mitgliedern der verschiedenen linken Strömungen zu machen. Im Zuge dieser Interviews wollen wir euch natürlich auch die EmaLi (Emanzipatorische Linke) vorstellen. Wir haben mit der Landtagsabgeordneten und Sprecherin der Emanzipatorischen Linken, Julia Bonk, gesprochen!
Die Freiheitsliebe: Wie würdest du die Emanzipatorische Linke beschreiben?
Julia Bonk: Die Emanzipatorische Linke ist ein Zusammenschluss in und bei der Partei Die Linke. Wir haben uns im Auftakt beschrieben mit dem Ziel, einen Diskurskorridor für ein emanzipatorisches linkes Politikverständnis in und bei der Partei Die Linke. zu bilden. Ausgangspunkt war ein Papier, dass einige PolitikerInnen der Linken unterschrieben haben, allerdings auch Personen, die nicht Mitglied der Partei sind. Wir haben uns im zweiten Schritt schwer damit getan, uns als Zusammenschluss und tatsächlich als Strömung zu gründen, und uns trotzdem dafür entschieden, weil wir meinen so besser auf die inhaltlichen Debatten in der Partei Einfluss nehmen zu können. Dabei geht es uns auch darum, eine Scharnierfunktion zwischen innerparteilichen und außerparteilichen Debatten wahrzunehmen. Die Strömungsauseinandersetzungen hinterfragen wir gleichzeitig kritisch: wir wollen dazu beitragen, Auseinandersetzungen nicht vordergründig als solche zwischen Personen und um Einfluss, sondern um Konzepte und Vorstellungen zu führen. Nur so kann eine Linke insgesamt gestärkt aus Diskussionen hervor gehen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Siedler drohen, in die Gebiete der Palästinensischen Behörde zu marschieren
Westbanksiedler, radikale Rechte, bereiten sich für einen „Souveränitätsmarsch” in das Land der palästinensischen Behörde vor, um gegen den Antrag bei der UN zu protestieren. Sie sagen auch, dass sie nicht zögern würden, scharfe Munition zu benützen. Die Polizei, die IDF stellen sich auf erwartete Ausschreitungen ein.
Die Westbanksiedler haben damit begonnen, sich auf Massendemonstrationen in die palästinensischen Gebieten hinein vorzubereiten. Sie haben diese Demos „Souveränitätsmärsche“ genannt. Es ist ein Versuch, gegen den Antrag bei der UN des aufstrebenden palästinensischen Staates zu protestieren. Diesen Beitrag weiterlesen »
Weltweit gegen die Todesstrafe kämpfen
“Der Kampf gegen die Todesstrafe ist nicht mit mir verloren oder gewonnen (…). Wir werden gewinnen, wenn ihr nie aufhört, für Gerechtigkeit zu kämpfen.”
Das sind die Worte von Troy Davis, wenige Stunden vor seiner Hinrichtung in der vergangenen Nacht. Er wurde getötet für ein Verbrechen, das er vielleicht nie begangen hat.
Der Direktor von Amnesty USA hatte zuvor noch mit ihm telefoniert. Troy hat seine Dankbarkeit für all die Unterstützung ausgedrückt. Er habe immer Vertrauen in unsere Bewegung gehabt und es sei wichtig, dass alle, die sich gegen die Todesstrafe einsetzen, niemals die Zuversicht verlieren. Diesen Beitrag weiterlesen »
Palästinensische Friedenspädagogin fordert politische Unterstützung auch von Deutschland
Israel schaffe “Fakten am Boden”, deshalb könnten die Palästinenser nicht auf Friedensverhandlungen warten, sagt Sumaya Farhat-Naser, Friedens- pädagogin im Westjordanland. Es sei den Versuch wert, über einen Anerkennungsantrag bei den Vereinten Nationen Verbesserungen zu erreichen.
Friedbert Meurer: Diese Woche hat die Generaldebatte in der UNO-Vollversammlung begonnen, und diese Versammlung in New York wird in diesem Jahr dominiert von einem Thema: Die Palästinenser wollen die UNO-Vollmitgliedschaft und damit die staatliche Anerkennung. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas will morgen diesen Antrag einreichen, hat er jedenfalls angekündigt. Wenn es dazu kommt, will Israel mit Sanktionen reagieren und auch die USA sagen nein, es sei noch zu früh, und wollen, sollte es zu einem Ja in der Vollversammlung kommen, ihr Veto im Sicherheitsrat einlegen. Wir gehen nun ins Westjordanland, dort beobachten und erwarten viele Palästinenser gespannt, was denn diese Woche wohl in New York passieren wird. Auch Sumaya Farhat-Naser. Sie lebt in Birseit bei Ramallah, eine palästinensische Friedenspädagogin, und sie ist 2002 vom deutschen PEN-Zentrum mit der Hermann-Kesten-Medaille ausgezeichnet worden. Guten Morgen, Frau Farhat-Naser!
Sumaya Farhat-Naser: Guten Morgen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Replant Palestine – Eine Initiative aus Ni’lin im Westjordanland
Ni’lin hat seit derm Beginn des Baus der Apartheits-Mauer im Jahr 2008 etwa 1100 seiner Olivenbäume verloren. Manche wurden planiert, manche verbrannt. Jeder einzelne davon ist eine Tragödie für eine Gesellschaft, die von der Olivenernte abhängig ist. Nun wurde als Antwort auf einen lokalen Aufruf eine Webseite geschaffen, um Spenden zu sammeln damit die Bäume wieder angepflanzt werden können.
Die Initiative zu diesem Projekt wurde vom “Komitee der Bewohner Ni’lins gegen die Mauer” und der Jugendorganisation “Söhne Ni’lins” ins Leben gerufen. Das Komitee ist parteilos und nicht an eine bestimmte Religion oder Familie gebunden. Es ist für alle Bewohner Ni’lins offen und koordiniert den gewaltlosen Widerstand gegen die Mauer. Das Projekt strebt 100% Transparenz, sowohl für die Spender als auch für die Bewohner Ni’lins an, die komplette Liste der Spenden, wird auf der Seite veröffentlicht. Nur die Namen der Spender, die anonym bleiben wollen, werden nicht genannt. Diesen Beitrag weiterlesen »



