Archiv für November 2010

Das Geld von Diktatoren und Mördern behalten – Sozialhilfebetrüger abschieben?

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz hat der sogenannten Ausschaffungsinitiative, der rechtsradikalen Schweizerischen Volkspartei, zugestimmt. Dies scheint nach der Zustimmung zum Minarettverbot nur naheliegend zu sein, aber handelt die Schweiz den nicht gegen ihre eigenen Prinzipien mit diesem Vorstoß?

Durch dieses neue Gesetz müssen Ausländer, welche eine bestimmte Straftat begangen haben abgeschoben werden, dazu zählen neben Straftaten wie Mord, Vergewaltigung und Einbruch, auch Straftaten wie Sozialhilfebetrug.
Es ist schwer nachzuvollziehen, wie eine Straftat wie Sozialhilfebetrug auf eine Stufe mit Verbrechen wie Mord oder Vergewaltigung gestellt werden kann.
Davon soll dieser Artikel aber nicht handeln. Ich frage mich viel mehr, wie die ganzen Schweizer abgestimmt haben, die von dem ausländischen Geld, welches in der Schweiz gelagert wird, profitieren.

Bankkonten von Diktatoren, Mafiosis und Mördern

Als Schweizer der für die Initiative gestimmt hat, müsste ich doch eigentlich auch fordern, dass das Geld, welches durch Straftaten erwirtschaftet wurde und nun auf Schweizer Konten ist, nicht in der Schweiz gelagert werden darf.
Wenn ein afrikanischer Diktator mehrere Menschen umbringen lässt, ist er ein Verbrecher, dass sehen sicherlich auch die Menschen so, die für dieses Gesetz gestimmt haben. Wenn er durch die Plünderung der Ressourcen des eigenen Landes ein Vermögen besitzt, kann er dieses aber problemlos auf einem Bankkonto in der Schweiz deponieren. Nun flüchten allerdings Menschen aus seinem Land in die Schweiz und begehen dort Sozialhilfebetrug, für diese Straftat werden die Menschen umgehend wieder abgeschoben und müssen weiter unter einem grausamen Diktator leben. Wenn es irgendwann mal zu einem erfolgreichen Aufstand gegen den Tyrannen kommt, kann er aber ohne Probleme in die Schweiz flüchten und dort, mit seinem durch Verbrechen erwirtschafteten Geld, leben, da er sich in der Schweiz sicherlich keines Verbrechen wie Sozialhilfebetrug schuldig macht.

Wer ist der Verbrecher?

Nun vergleicht man die beiden Personen und erkennt ein Mörder und Tyrann hätte kein Problem sein Geld in der Schweiz zu lagern und vielleicht sogar in dieser zu leben. Ein Mensch der vor dem Elend seiner Heimat geflohen ist und sich dort eines nicht ganz so schweren Verbrechens wie Sozialhilfebetrugs schuldig gemacht hat, wird allerdings abgeschoben.
Nun fragt man sich doch, ob es bei solchen Initiativen nicht auch folgerichtig wäre, kein Geld mehr von Diktatoren, Mafiosis, etc auf schweizer Bankkonten zu erlauben?
Weiterhin fragt man sich, ob Sozialhilfebetrug oder Steuerhinterziehung einen größeren Schaden für einen Staat anrichtet, denn das Geld von Steuerhinterziehern ist in der Schweiz bekanntlich häufig zu finden?

“Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.” (Brecht) oder legen illegal erwirtschaftets Geld auf einer Bank an.

Terrorwarnungen dienen nur zur Angstmache – der einzige Anschlag war auf eine Moschee

Im Windschatten der aktuellen Terrorwarnungen werden die umfangsreichsten Veränderungen der deutschen Sicherheitsbehörden seit Einführung der Notstandsgesetze 1968 vorbereitet. Schon jetzt ist klar, dass die Demokratie zum ersten Opfer auch dieser Facette des sogenannten Krieges gegen den Terror gehört. Die muslimische Bevölkerung bekommt das zuallererst zu spüren.

Die Forderungen nach Reformen der Sicherheitsapparate häufen sich. Auch wenn sie teilweise unkoordiniert erfolgen, verdichten sie sich zu einem Angriff auf demokratische Standards, wie sie in der BRD seit dem Zweiten Weltkrieg als Lehre aus dem deutschen Faschismus etabliert worden sind.

Starker Staat

Wieder einmal wird nach einem starken Staat, besser gesagt: einem starken Überwachungsstaat, gerufen. Die Innenminister aus Bund und Ländern verlangen nach der Vorratsdatenspeicherung und unterstellen den Gegnern dieses Überwachungsgesetzes heimliche Komplizenschaft mit dem Terrorismus. Es fehlt nicht der Ruf nach dem Bundeswehreinsatz im Inland, der mit den Forderungen nach Stellenerhöhungen bei der Polizei konkurriert. Auch präventive Haft für „einschlägig bekannte Islamisten“ wurde bereits gefordert. Vor allem aber steckt in den Schubladen der vermeintlichen Sicherheitspolitiker der Plan nach der Schaffung eines neuen, zentralstaatlichen Polizei-Amtes, das aus einer Fusion der jetzigen Bundespolizei mit dem Bundeskriminalamt und dem Zoll hervorgehen soll. Eine solche Behörde wäre mehr als die Summe ihrer Teile: Sie wäre eine weitere intransparente, zentrale Mammutbehörde, die sich demokratischer Kontrolle
weitgehend entzieht.

Das BKA hat vor wenigen Jahren bereits die Kompetenzen für quasi-geheimdienstliche Ermittlungen erhalten, Stichworte: heimliche Videoüberwachung, Online-Durchsuchungen. Würde es durch den Apparat der Bundespolizei und des Zolls verstärkt, könnte es diese Kompetenzen auch auf breiter Front umsetzen. Dies wäre zugleich eine Absage an das föderalistische Prinzip, das den Bundesländern die Hauptkompetenz bei der Kriminalitätsbekämpfung zuweist.

Die angestrebte Übernahme des MAD durch die beiden anderen Geheimdienste BND und BfV dient dem gleichen Zweck: Der Stärkung zentralstaatlicher Überwachungsinstrumente, die sich öffentlicher Kontrolle entziehen.

Der einzige Anschlag war auf eine Moschee

Es ist höchst bezeichnend, dass der einzige Anschlag, den es seit Beginn der aktuellen Warnserie tatsächlich gegeben hat, politisch nahezu unterging: Der Anschlag auf die Moschee am Columbiadamm in Berlin. Aber Muslime als Opfer eines Anschlages – dafür hatten bürgerliche Politiker und Medien keine Zeit. Dabei verdeutlicht dies das Prinzip deutscher Anti-Terrorpolitik, die eben auf Misstrauenserklärungen und Generalverdacht setzt. Dass der Zentralrat der Muslime eine massive Zunahme von Hass-Mails wie auch verbalen und körperlichen Übergriffen auf Muslime in Deutschland registriert, ist kein Zufall, sondern Folge der herrschenden Politik.

Anfang Dezember will die vom Bundesinnenministerium eingesetzte sogenannte Werthebach-Kommission ihre Vorschläge für eine „Reform“ der Sicherheitsapparate öffentlich präsentieren, deren Kern jetzt bereits öffentlich wurde. Die Kommissionsvorschläge können nun im Windschatten aktueller Terrorwarnungen diskutiert werden. Der Kommissionschef hatte zu Beginn angekündigt: „Wir werden an die Grenzen dessen gehen, was unseres Erachtens notwendig ist – und politisch vertretbar.“ Die Grenzen dessen, was als „politisch vertretbar“ verkauft werden kann, drohen sich mit solch spektakulären Bildern wie der Absperrung des Reichstagsgebäudes und der Positionierung schwerbewaffneter Polizisten an Bahnhöfen beträchtlich zu verschieben.

Terrorwarnung als politisches Mittel

Öffentliche Warnungen vor Terroranschlägen sind per se immer auch ein politisches Instrument. In den westlichen Staaten werden sie seit Jahren als Mittel genutzt, um Gesetzesverschärfungen und Demokratieabbau voranzutreiben. Es werden antidemokratische Geister gerufen, die unsere Gesellschaft auf lange Sicht und im wahrsten Sinne des Wortes zu terrorisieren drohen. Deswegen rufen wir dazu auf, sich nicht irre machen zu lassen und weisen darauf hin: So legitim Kriminalitätsbekämpfung ist – sie muss auf demokratischen Prinzipien basieren und der Verteidigung demokratischer Werte gelten, und nicht ihrer schrittweisen Abschaffung! Außerdem machen wir auf einen von der „offiziellen“ Politik gerne vernachlässigten Aspekt aufmerksam: Die Terror-Weltmeister sind die westlichen Staaten selbst. Die Vorherrschaft der kapitalistischen Ausbeutungslogik sorgt weltweit für Hunger und Verelendung. Vor allem die NATO-Staaten exportieren seit Jahren Tod und Zerstörung nach Afghanistan. Sie stärken damit nicht die Demokratie, sondern provozieren Gegenterror und schwächen die demokratischen Kräfte in den derart heimgesuchten Ländern.

Aber auch im eigenen Lande forcieren die Herrschenden ihre Politik der Zerstörung. Sie bekämpfen soziale Bewegungen wie die gegen Stuttgart 21 oder die Anti-Atom-Aktionen im Wendland. Sie fürchten nichts mehr als soziale Unruhen, die angesichts des sozialen Terrors, geprägt von menschenunwürdigen Niedriglöhnen, Hartz IV und Zwei-Klassen-Gesundheitsheitspolitik dringend nötig wären. Die heraufbeschworene Gefahr von Terroranschlägen erfüllt die Funktion, von der ganz realen Gefahr abzulenken, die vom schwarz-gelben Kürzungspaket ausgeht. Dieses Ablenkungsmanöver darf nicht gelingen. Deswegen rufen wir jetzt erst recht dazu auf, am Freitag, 26. November, ab 10 Uhr parallel zur Verabschiedung des unsozialen Sparhaushaltes entlang der Bannmeile gegen den Sozialabbau zu protestieren.

Ein Artikel mehrerer Linker
UnterzeichnerInnen

Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag:

Ulla Jelpke, Karin Binder, Christine Buchholz, Sevim Dagdelen, Heidrun Dittrich, Annette Groth, Heike Hänsel, Inge Höger, Andrej Hunko, Kornelia Moeller, Niema Movassat, Yvonne Ploetz, Alexander Süssmair

Weitere Genossinnen und Genossen:

Carsten Albrecht, Ali Al Dailami, Parteivorstand, Jürgen Aust, Landesvorstand NRW, Antonie Brinkmann, Einde O’Callaghan, Erkan Dinar, Dr. M. Fiedler, Thies Gleiss, Landesvorstand NRW, Paul Grasse, Stefanie Haenisch, Parteivorstand, Claudia Haydt, Dagmar Henn, André Hettrich, Uwe Hiksch, Bernd Irmler, Beate Jenkner, Dietmar Kuschke, Michael Mork, Michael Niedworok, Arno Pfaffenberger, Tobias Pflüger, Parteivorstand, Victor Rother, Herbert Rubisch, Uwe Schildbach, Dirk Scholl, Angelika Schömig, Heinrich Schwimmbeck, Chris Sedlmair, Mario Simeunovic, Landesvorstand Bayern, Reinhard Simon, Richard Spieß, Dr. Martina Tiedens, Landesvorstand Bayern, Jochen Traut, Marianne Wolf, Edmund Wolf

Fast 200 antisemitische Straftaten.

Im dritten Quartal 2010 sind in Deutschland fast 200 antisemitische Straftaten registriert worden. Insgesamt seien von Anfang Juli bis Ende September dieses Jahres 189 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet worden, die der politisch rechts motivierten Kriminalität zugeordnet worden seien, berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/3775>) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/3573>).

Darunter befanden sich den Angaben zufolge eine Gewalttat und 50 Propagandadelikte. Verletzt worden sei im dritten Quartal 2010 niemand infolge antisemitischer Straftaten. Zu den genannten 189 Straftaten wurden laut Bundesregierung insgesamt 93 Tatverdächtige ermittelt und 6 Personen festgenommen. Haftbefehl sei in keinem Fall erlassen worden. Wie es in der Antwort weiter heißt, stellen die aufgeführten Zahlen ”keine abschließende Statistik dar, sondern können sich aufgrund von Nachmeldungen noch (teilweise erheblich) verändern“.

Pressemitteilung des Bundes

Schwarzgrün am Ende – was kommt? Ein Gastbeitrag von Kersten Artus (MdHB)

Die Bürgerschaft wird am 20. Februar 2011 neu gewählt, denn die GAL will, nachdem sie aus der Koalition ausgestiegen ist, auf der nächsten Bürgerschaftssitzung am 15. Dezember einen Antrag auf Neuwahlen einbringen. Wir werden ihn als Linksfraktion unterstützen.

Das schwarzgrüne Experiment ist gescheitert. Glaubt man dem GAL-Fraktionsvorsitzenden Jens Kerstan, dann stimmte der Geist der Koalition nicht mehr. Dabei stimmte schon einiges einige Zeit lang nicht. Genau genommen von Anfang an. Die inhaltlichen Differenzen waren und sind groß. In der Gleichstellungspolitik ebenso wie in der Innen- und Schulpolitik. Auf der letzten Bürgerschaftssitzung hatte Jens Kerstan zum Beispiel klar Position bezogen gegen die Privatisierung des Landesbetriebs Krankenhäuser, der größten Demokratiesünde des Vorgänger-CDU-Senats. Es war ein gewisser Trotz, der die GAL hatte durchhalten lassen, auch weil SPD und GAL in Hamburg sich seit ihrer rotgrünen Gemeinschaftsregierungszeit nicht mehr sehr mochten. Es standen auch große Projekte auf dem Spiel, mit denen Hamburg ein grüner Charakter gegeben werden sollte. Die Schulreform oder die Stadtbahn. Doch die Kernthemen der GAL zerflossen schnell: Das Kohlekraftwerk Moorburg musste durch GAL-Frau Hajduk genehmigt werden. Den verlorenen Volksentscheid gegen die Schulreform von GAL-Frau Goetsch akzeptiert werden. Große Ideen lassen sich von kleinen Partnern eben nur begrenzt verwirklichen.

Letzlich hat die Finanz- und Wirtschaftskrise und das Desaster um die HSH-Nordbank die Koalition ins Wanken gebracht, weniger der Rücktritt von Ole von Beust. Doch wird er vermutlich trotzdem als Anfang vom Ende Schwarzgrüns in die Geschichte eingehen. Ich glaube,Schwarzgrün wäre auch mit Ole von Beust gescheitert. Es ist zudem das insgesamt unprofessionelle Personaltableau der CDU gewesen, das die Grünen aus der Koalition getrieben hat. Freyag, Frigge, Studt … und ein zu ehrgeiziger Sozial- und Gesundheitssenator namens Wersich, der vor lauter Wichtigtuerei kein Fettnäpfchen ausließ, um die HamburgerInnen gegen den Senat aufzubringen: Wohnzuschüsse für Pflegende abgeschafft, Kita-Gebühren erhöht, Rechtsanspruch für Kinder für einen Kitaplatz zurückgenommen und Kürzungspläne gestrickt, die der sozialen Matte in Hamburg empfindliche Löcher beibringen wird (würde). Wersich trägt die Hauptverantwortung dafür, dass der Senat bei der Bevölkerung so unbeliebt war.
DIE LINKE Hamburg wird die vorgezogenen Bürgerschaftswahlen nutzen, um auf die dringlichen Themen aufmerksam zu machen, die für Hamburg angepackt werden müssen. Es darf keinen neuen Senat geben, der nur anders kürzt als schwarzgrün. Hamburg braucht keine Regierung, die die soziale Spaltung weiter vertieft. Es muss endlich eine Wende eingeleitet werden, die der neoliberalen, kalten, Politik ein Ende setzt. Darf Rotgrün in der Regierung von uns allein gelassen werden? Droht sogar Schwarzrot, wenn die Wahlergebnisse zu einer SPD-GAL-Mehrheit nicht reichen? Diese beiden Fragen werden in der Linken in Hamburg leidenschaftlich diskutiert werden.
Unser Wahlprogramm von 2008 ist in vielen Bereichen immer noch aktuell, wir werden es der aktuellen Situation anpassen. Weiter muss gelten: Keine Elbvertiefung, mehr sozialer Wohnungsbau, gebührenfreies Lernen, Sicherung und Ausbau des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – das sind nur einige der Themen, die von uns nach vorne geschoben werden müssen. Am wichtigsten aber ist: Die CDU muss von der Senatsbank verschwinden. Neun Jahre sind mehr als genug.

Der Beitrag stammt von Kersten Artus und wird exclusiv auf unserem und ihrem Blog veröffentlicht, wir sind  dankbar für diesen Gastbeitrag. Kersten Artus ist Mitglied der Linken und sitzt für diese in der Hamburger Bürgerschaft.

PI-News wird verboten

PI-News wird verboten

Während ich bei meinem Mitautoren zu Gast war, surften wir durch die Weiten des Internets und landeten mal wieder auf unserer „Lieblingsseite“, die sich in einem „interessanten“ Artikel zu einem in Kraft getretenen EU-Beschluss äußerten. Wir konnten diese Kolumne natürlich nicht unkommentiert lassen.

Neuer EU-Beschluss

Am heutigen 1. Advent tritt der Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit” in Kraft. Dieser sieht, wie folgt aus:

Folgende Verhaltensweisen gelten als Strafdelikte, sofern sie in rassistischer oder fremdenfeindlicher Absicht begangen werden:
• Aufstachelung zu Gewalt oder Hass gegen eine nach den Kriterien der Rasse, Hautfarbe, Abstammung, Religion oder Weltanschauung oder nationalen oder ethnischen Herkunft definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe;
• öffentliche Verbreitung oder Verteilung von Schriften, Bild- oder sonstigem Material mit rassistischen oder fremdenfeindlichen Inhalten;
• das öffentliche Billigen, Leugnen oder gröbliche Verharmlosen von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen im Sinne des Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs (Artikel 6, 7 und 8) und Verbrechen nach Artikel 6 der Charta des Internationalen Militärgerichtshofs, wenn die Handlung in einer Weise begangen wird, die wahrscheinlich zu Gewalt oder Hass gegen solch eine Gruppe oder gegen ein Mitglied solch einer Gruppe aufstachelt.

Beschluss Grundlage zu einem Verbot von Pi-News
Nein, leider gibt es noch kein Verbot von Pi-News, aber mit diesem Rahmenbeschluss ließe sich ein solches sicherlich leicht durchsetzen. Ähnlich, wie wir berichtete Pi-News über den Rahmenbeschluss, was wie ich anmerken möchte, die einzige Schnittmenge zwischen den beiden Seiten ist. Bei PI-News klang das wie folgt:

Heute, am 1. Advent, dem 28.11.2010, tritt der “Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit” in sämtlichen EU-Staaten in Kraft. Ab diesem Tag ist die Wahrheit strafbar. Ab diesem Tag ist es verboten, über die größte Bedrohung unserer Zivilisation, den Islam, zu reden. Ab diesem Tag ist es sinnlos, über was auch immer zu diskutieren – außer über das Wetter.

In Zeiten von Terrorwarnungen aufgrund von herrenlosen Gepäckstücken, Steuerfinanzierten Fahrten der Jungen Union nach Berlin und Schröders Präventionsprogramme gegen Islamismus und Linksextremismus brauchen wir natürlich eine Seite wie PI-News, die mir als Konvertit, besser als der Koran es jemals könnte, erklärt, dass meine Religion eine Bedrohung für mein Heimatland darstellt. Betrachte ich den Artikel zu dem Rahmenbeschluss näher, fehlen mir eigentlich nur die Worte, wie man aus einem Beschluss, der meiner Ansicht nach längst nötig war, eine Basis ziehen kann für einen hetzerischen Artikel gegen den Islam, ein linkes Meinungsspektrum und die freie Meinungsäußerung.
Gehe ich nach PI-News ist das Abendland schon lange gefallen und die „Mohren“ stehen mit gezückten Krummsäbeln vor den Toren der Demokratie und freien Meinung des Individuums. Der Rahmenbeschluss scheint ein Tor zur Apokalypse aufgestoßen zu haben, dass durch nichts mehr geschlossen werden kann. Entschuldigung, verzeihen Sie mir die Ausschweifung, ich war noch irgendwie in der von PI-News gemalten Darstellung gefangen, während ich weiter meinen Dolch in das Herz Deutschlands stoße.
Vom Verfassungsschutz werde ich wahrscheinlich beobachtet, weil ich links bin und PI-News steht bald mit Transparenten und Fackeln vor meiner Haustür, um mir die Schuld an der Verwahrlosung Deutschlands zu geben.

Antifaschisten dürfen nun auch SPD-Mitglieder werden

Die SPD hat den Unvereinbarkeitsbeschluß mit der  Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) offenbar aufgehoben.

Wie der Kreisverband Aachen berichtet, hat der SPD-Parteivorstand den Unvereinbarkeitsbeschluß zwischen der Mitgliedschaft in der SPD und in der VVN-BdA am 25 Oktober aufgehoben haben.

Dies ist in Zeiten von zunehmendem Rassismus und immer größer werdender Intoleranz in unserer Gesellschaft, definitiv eine erfreulich Mitteilungen. Zur Aufhebung des Verbotes dürfte, neben der Erkenntnis, dass Antifaschismus Teil der SPD-Parteiräson sein sollte und man Antifaschisten nicht ausschließen sollte, auch die SPD-Bundesgeschäftsführerin Kluge beigetragen haben, welche Mitglied beim VVN-BdA ist.

Der aufgehobene Beschluss

Hier nun der Verbotsbeschluß, sowie die Änderung:

Beschluss des Parteitages 1948

Die Sozialdemokratische Partei stellt fest, dass die Mitgliedschaft in der VVN unvereinbar ist mit der Mitgliedschaft in der SPD. Hieraus ergibt sich für die SPD als politische Organisation die Verpflichtung, im Rahmen der Möglichkeiten und der in Vorbereitung befindlichen Gesetze einer Wiedergutmachung gegenüber Antinationalsozialisten das Wort zu reden, die den berechtigten Ansprüchen und der Verpflichtung des Volkes gegenüber den Vorkämpfern der Freiheit in weitestem Maße gerecht wird.

(Jahrbuch 1948-49, Seite 113)

Der Beschluss wird gem. § 6 Absatz 2 Satz 3 Organisationsstatut aufgehoben.

25.10.2010

Ministerin Schröder ist noch rückständiger als CSU

Der Bundestagsabgeordnete Sven Christian Kindler, Bündnis 90 die Grünen, zeigt deutlich, dass die Grünen gegen Mobbing und Gewalt sind, erklärt aber noch deutlicher, dass die Debatte um Deutschenfeindlichkeit eine Scheindebatte ist.
Ebenfalls zeigt er wie Frau Schröder die Gesellschaft spalten will.

Eine ehrliche und sehr wichtige Rede des linken Grünen Sven Christian Kindler im Bundestag, die es sich definitiv lohnt anzuschauen.

Von A bis Z gegen Rechts – eine kleines Handbuch

Die IG Metal Jugend hat ein sehr lesenswert Handbuch herausgegeben, dass sich mit Rechtsextremismus beschäftigt und dabei über die verschiedensten Facetten von Rechtsextremismus berichtet. Dieses Handbuch erklärt von Antisemitismus, über Faschismus bis hin zum Sozialdarwinismus verschiedenste rechte Ideologien.
Neben rechten Ideologien werden auch noch begrifflichkeiten wie Zivilcourage oder Migration kurz erklärt. Fraglich bleibt allerdings warum dort der Kapitalismus eine Erwähnung findet.

Auffallend ist, dass im Handbuch der IG Metal Jugend leider nichts über Islamophobie zu finden ist.
Es bleibt trotzdem sehr lesenswert. Downloaden und lesen kann man es hier. Wir danken Dontyoubelievethehype für den Hinweis.

Wikileaks Dokumente könnten Israel und USA betreffen

Die US-Regierung will den diplomatischen Schaden, den die angekündigten Wikileaks Dokumente anrichten könnten, durch Warnungen an die betroffenen Regierungen begrenzen. Das Land hat mehrere Bündnispartner gewarnt, sagt Wikileaks. Allerdings könnten diese auch Details über Israel und Australien beinhalten.

Nach Angaben eines Wikileakssprechers wurden Regierungen mehrerer mit den USA verbündeten Staaten von den USA über vertrauliche Dokumente informiert, die Wikileaks vorliegen sollen.

Es handle sich um die Regierungen von Grossbritannien, Kanada, Australien, Israel, Dänemark und Norwegen, erklärten die Internet-Aktivisten. Das Aussenministerium in Washington versucht derweil abzuschätzen, welche Konsequenzen aus den neuen Veröffentlichungen entstehen könnten.

Gespräch mit der New York Times

Nach Angaben von Wikileaks sprach das Weisse Haus bereits mit der «New York Times» über Details der Enthüllungen, wie mehrere internationale Medien berichteten. Die US-Zeitung gehört neben dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und dem britischen «Guardian» zu den Medienpartnern der Plattform Wikileaks. Sie hatten bereits im Juli kooperiert, als Wikileaks 75 000 Geheimpapiere über den Krieg in Afghanistan zugänglich gemacht hatte.

Unangenehm für Israel und Australien

Laut der linksliberalen israelischen Zeitungen Haaretz, könnten die Enthüllungen a auch für Israel unangenehm werden. Die US-Regierung habe die Regierung in Jerusalem vorab gewarnt, dass Material aus den vergangenen fünf Jahren veröffentlicht werden könnte, dies würde somit auch Details über den Libanonkrieg sowie die Bombardierung des Gazastreifens, mit mehr als 1000 Toten in wenigen Wochen, betreffen.

Nach Angaben der Washington Post macht sich auch die australische Regierung große Sorgen über die Dokumente, da diese für sie sehr unangenehm werden könnten.

Flattr baut "Abo-Funktion" ein

Flattr hat ein neues praktisches Feature, was einer Abofunktion entspricht. Und zwar kann man jetzt einzelne Blogs / Podcasts / Zeitung abonieren (bei Flattr heißt das subscriben) und der jeweilige Flattrbutton wird dann regelmäßig geflattert, also einmal im Monat. Das bedeutet ihr könnt nun einstellen, dass ihr und (oder jeden anderen Flattr-Nutzer) jeden Monat mit einem Flattr bedenkt, worüber wir uns natürlich sehr freuen würden. Ihr könnt dort auch einstellen, für welchen Zeitraum ihr uns mit einem Flatter flattert, man kann zwischen 3,6 und 12 Monaten wählen.

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