Archiv für Februar 2010
Der Streit um die zwei Schwerter – Religion in Zeiten des Pluralismus
Man kennt die Schlagzeilen und Art und Weise, wie Religion für gewöhnlich in die öffentliche Diskussion eingeht: immer dann, wenn es „spannend“ wird, wenn Religion sich selbst verleugnet und an ihre eigenen Grenzen stößt. So geht es z. B. um Missbrauchs- Fälle in der Katholischen Kirche, um das Auftreten der Vorsitzenden der EKD, die Frage der Rehabilitierung eines notorischen Holocaust- Leugners durch den Heiligen Vater, aber ebenso um Fundamentalismus, Islamismus, religiös begründetes Unrecht und Gewalt gegen Minderheiten in muslimisch geprägten Ländern.
Dass Religion ihrer eigenen Botschaft nicht immer gerecht wird, beweist die Erfahrung. Wohlmöglich unterscheiden wir daher auch vom menschlichen Konstrukt Religion den vom Transzendenten ausgehenden Glauben, der uns in das unverfügbare Mysterium hineinzieht (Karl Barth). Religion bringt Probleme mit sich, andere sagen sogar: Religion ist gefährlich. Zumal dann, wenn Menschen verschiedenster Ansichten miteinander leben, scheint sie ein Zerstörungspotenzial ungeahnten Ausmaßes in sich zu tragen. Sollte man daher Religion einfach totschweigen und im öffentlichen Diskurs ausblenden?
Der Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann. – So ließe sich das berühmte Diktum des Juristen und späteren Verfassungsrichters Ernst- Wolfgang Böckenförde zusammenfassen. Der Staat lebt also davon, dass sich Bürger selbst Gedanken machen, über Wahrheit, Religion und Glaube reflektieren. Und das aus einem ganz simplen Grunde: weil er selbst seine Bürger hierzu nicht anleiten kann und darf. Religion ist zwar zunächst und rein objektiv und neutral betrachtet „Privatsache“ oder „Freiheitssache“. Das Grundrecht auf Religionsfreiheit schließt ein einen eigenen Glauben zu bilden, zu haben, zu bekennen und diesem entsprechend zu leben – oder negativ gefasst: all’ dieses nicht zu tun und sich einfach zurückzuziehen. Wenn man nun aber den Sinn der Religionsfreiheit betrachtet, so wird man darauf kommen, dass diese nicht dem Zwecke dient, Religion zu privatisieren. Religionsfreiheit will jeden einzelnen schützen, sie will aber auch Bürger anreizen, ihren eigenen Glauben, ihre Wahrheit und ihren „Sinn für sich“ zu finden, den sie dann als „Sinn an sich“ festhalten.
Der Staat beansprucht viel von der Freiheit seiner Bürger. Er darf ihnen aber keine vorformulierte Wahrheit vorsetzen, den Anspruch auf einen Primat der Wahrheit erheben. Er kann dies auch gar nicht, da Wahrheit auf subjektiver Akzeptanz und persönlicher Annahme beruht. Verstößt er indes gegen diesen Grundsatz, so wird er totalitär, vereinnahmt seine Bürger und ist auf dem Weg zum faschistischen Staat.
Vor diesem Hintergrund haben die Väter und Mütter des Grundgesetzes, auch in Abgrenzung zur Schreckensherrschaft des Nazi- Regimes, in das Grundgesetz nichts von Gott, Kirche, Moral und Wahrheit geschrieben. Der Staat ist säkular, er scheidet sich von der Kirche, er setzt keine Moral- und Sittenlehre vor. Selbst das Strafgesetzbuch normiert nur die äußeren Eckpunkte von Moral, ist quasi ein „moralisches Minimum“, das Eingriffe in das Leben, die körperliche Unversehrtheit und Persönlichkeitsrechte missbilligt, da sie die Grenzen des friedlichen Zusammenlebens überschreiten. Der säkulare Staat scheint wahrheitsscheu, will keine Staatsanschauung oder –religion vorgeben, ist kein Gottesstaat.
Gleichwohl bedarf der Staat, vielleicht gerade deshalb, der Religion, der religiösen „Füllung“. Demokratie darf man nie – und dies war auch gar nicht der Sinn des „Erfinders“ – als bloße Hülle, formale Organisation zur Beschaffung von Mehrheiten verstehen. Jeder Mehrheit im Parlament, auch jeder Zwei- Drittel- Mehrheit geht noch eins voraus: die unveräußerliche Menschenwürde und damit gewisse Grundrechte und Grundwerte des Menschen. Und auch der demokratische Diskurs kommt nicht mit Areligiosität und Relativismus aus, er ist auf ein Forum an Meinungen, politischer und ebenso religiöser Art, angewiesen. Eben weil der Mensch existentiell von seiner religiösen Anschauung geprägt ist und weil Religion ihm ein bzw. das Grundverständnis vom Menschen, vom Miteinander, von Werten schenkt, ist Demokratie, ist der Staat auf Religion angewiesen. Anders formuliert: Der Staat schreit danach, dass sich Religion, dass man sich religiös einmischt, seine eigene Meinung sagt und nach ihr lebt.
Die Grenze dieses demokratischen Forums ist das demokratische Forum selbst. Bloß dann, wenn mit den Mitteln der Freiheit gegen dieselbe gekämpft wird, wenn die öffentliche Meinung fundamentalistisch vereinnahmt wird, muss auch Religion ihre Grenze finden. Respektiert religiöse Anschauung nicht die grundlegende Trennung von Staat und Religion im freiheitlich- liberalen Verfassungsstaat, muss sie schweigen, wird Demokratie „wehrhaft“. Dies ist die Ausnahme, da Religion grundsätzlich nicht „von oben“, sondern „von unten“, vom Träger der Staatsgewalt gemacht und aufgenommen wird.
Aus der grundlegenden Trennung von Staat und Religion entspringt, dass der Staat sich als neutraler zeigen muss. Um diese Frage ging es z. B. im Kopftuch- Streit. Der Staat nimmt sich hier religiös „zurück“, um des Rechtsfriedens und der Eintracht der Religionen willen. Diese grundlegende Trennung von staatlicher Sphäre und Religion/ Weltanschauung ist aber nicht mit Relativismus, Nihilismus und Laizismus zu verwechseln. Weil der Staat doch gerade auf Religion und Meinungsbildung angewiesen ist, fördert er diese auch. Religion schadet nicht, sie nützt. Ohne Religion ließe sich nicht erklären, warum der Mensch menschenwürdig ist. Pragmatisch ließe sich doch auch nach dem Gesetz „Friss oder stirb“ leben – die Stärkeren würden hier gleich mitgehen.
Aber weil das christlich- jüdische Menschenbild vom Menschen als Ebenbild Gottes ausgeht und ebenfalls der Islam den Menschen als Krone der Schöpfung ehrt, kann dem Menschen seine Würde nicht mehr entzogen werden. Denkt der Mensch religiös, so spricht er dem Menschen nicht mehr Menschenwürde zu – sie ist ihm schon, von Gott, zugesprochen. Und gerade ob dieser Auffassung, die Grundlage und Bedingung unserer Gesellschaft ist, brauchen wir Religion. Ohne Religion und Weltanschauung wäre vielleicht vieles einfacher – der Anspruch auf umfassende Wahrheit ist aber wichtig, um eine feste und sichere Grundlage zu haben. Nur vor diesem Forum bleibt eine Kultur, die von Grundwerten lebt, erklärlich. Man könnte sagen: Wir müssen mehr Wahrheit wagen, und „minschlisch blieve“.
Georg Dietlein, Köln
Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag und spiegelt nicht die Meinung des Veröffentlichenden wieder. Ein Dank geht an den Verfasser des Artikels Georg Dietlein, Mitglied der JU und der CDU.
Norman Finkelstein ein jüdischer Antisemit oder doch ein berechtigter Kritiker?
Der amerikanische Historiker jüdischen Glaubens Norman Finkelstein sollte diesen Monat nach Deutschland kommen, um an einer Diskussion über den Gazakrieg teilzunehmen. Nun hatte trotz vorheriger Zustimmung die Trinitatis-Gemeinde in Berlin ihre Raumzusage zurückgenommen und sich das Bildungswerk Berlin der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung gegen seinen Auftritt entschieden. Auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung musste eine geplante Diskussion mit ihm absagen, nachdem es aus den Reihen der “antideutschen” Linken Kritik gegen Norman Finkelstein hagelte.
Nun muss man sich fragen, warum die Kritik gegen Norman Finkelstein so heftig ausfällt.
Norman Finkelstein wird von einigen Kritikern vorgeworfen, sich antisemitisch zu äußern, auch wenn dabei vergessen wird das er selbst Semit ist.
Problematisiert wird auch, dass er den Antisemitismusvorwurf heute als Waffe sieht, die gegen jeden verwendet wird, der die israelische Politik kritisiert, wie berechtigt diese Kritik auch immer sein mag.
Ihm wird wie auch dem jüdischen Historiker Ilan Pappe vorgeworfen, sich einseitig gegen Israel zu stellen, obwohl von beiden nur Kritik an der momentanen ultranationalistischen Politik Israels geübt wird. Norman Finkelstein kritisierte auch den Gazakrieg und die Mauern, welche sowohl den Gazastreifen als auch die Westbanks von Israel abtrennen.
Seine stellenweise Verharmlosung der Hisbollah dagegen ist nicht so einfach nachzuvollziehen. Ebenso ist es auch schwer nachzuvollziehen, wenn einige Gruppen den Krieg im Libanon nur einem Agressor zuweisen, obwohl er die Folge von beidseitigen Aggressionen war und sowohl Teile der Hisbollah als auch große Teile der israelischen Politik zielgerichtet auf diesen Krieg hinarbeiteten.
Finkelsteins Veranstaltung wurde nun von Leuten verhindert, die jegliche Kritik an Israel als antisemitisch ansehen und einem Sohn von jüdischen Holocaustüberlebenden das Recht absprechen, seine Sicht der aktuellen israelischen Politik vorzutragen.
Die jüdische Stimme für einen gerechten Frieden wirft den Kritikern Finkelsteins vor:
Die Meinungsfreiheit einzuschränken und nicht an einem Frieden sowie einer ernsthaften Debatte interessiert zu sein
Es bleibt nur zu hoffen, dass es Finkelstein möglich gemacht wird, in nächster Zeit in Deutschland vor einem breiteren Publikum seine Meinung vorzutragen und eine Debatte über Menschenrechtsverletzungen sowie Kriegstreiber, die es sowohl auf palästinensischer wie auch israelischer Seite gibt, bald möglich wird.
In diesem Sinne für einen gerechten Frieden und das Ausscheiden von Kriegstreibern als auch Rechtsnationalen bei allen beteiligten Gruppen.
Die Linke geht leer aus
Am 16.02.2010 veröffentlichte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)die Rechnungsberichte der Parteien aus dem Jahre 2008. Diese Berichte enthalten auch Infos über Großspenden an die einzelnen Parteien. Eine Summe von über 20 Millionen Euro haben die Parteien erhalten und dies ist nur der Wert der Spenden, welche angegeben werden müssen; das bedeutet, es muss sich um einen Spendenbetrag von mehr als 10.000 Euro handeln.
Das meiste Geld erhielten CDU/CSU mit über 14 Millionen Euro. FDP und SPD können trotz Unterschieden bei der Parteigröße und den Wahlergebnissen auf eine annähernd gleiche Spendenhöhe von 2,69 (FDP) und 2,67(SPD) verweisen. Die Grünen erhielten Spendenbeträge von fast 500.000 Euro. Die einzige Partei, die keine Großspenden verbuchen konnte, war wie in den Jahren zuvor, die Linke.
Die Parteien des Mitte-Links Spektrums erhielten auffallend wenige Spenden, wenn man dies mit den Spenden sowohl der FDP als auch der Union vergleicht. Es zeichnet sich, wenn man den (Groß-)Spenden einen hohen Stellenwert zukommen lassen mag, eine deutliche Wirtschaftsnähe von Union und FDP ab.
Necla Kelek – Ja, auch ihre Sicht brauchen wir!
“Das war die herzlose Fremde. Meine Eltern hatten mich ins dunkle Deutschland verschleppt und mir Istanbul gestohlen” (S.122)
Doch es kommt auch zu Aussagen, die bewusst viele Interpretationsmöglichkeiten bieten:
“Die Verhaltensnorm, die Tradition, die ganze Sozialisation der türkischen Gesellschaft sind muslimisch” (S.161)
Ist der Islam aggressiv, oder die Geschichte der türkischen Gesellschaft? Ist es im Sinne des Islams, wenn man Frauen zwangsverheiratet? Gibt es etwa nur eine muslimische Gesellschaft in der Türkei? Worauf möchte sie hinaus?
Sie kritisiert in ihrem Buch “den Islam”, kann aber dabei nicht zwischen einer schweren Kindheit und “dem Islam” unterscheiden. Natürlich muss man gewisse Probleme, wie zum Beispiel die Zwangsheirat in der Türkei hinterfragen, jedoch sollte man darauf aufpassen solche Probleme nicht als ein Produkt “des Islams” darzustellen.
Im Weiteren finde ich es auch auffällig, dass sie dieses Buch mit Peter Mathews Hilfe veröffentlicht hat. Sie bedankt sich im Vorwort für die kritische Diskussion mit ihm. Hinzuzufügen ist, dass Peter Mathwes als einer der konservativsten Spiegel-Autoren gilt und sich unter den Journalisten ein Image als ein “populistischer” Islamkritiker gemacht hat.
Mit diesem Artikel möchte ich nicht die Frage klären, wer Islam-kritisch sein darf und wer nicht. Ganz im Gegenteil – Wir brauchen sehr wohl die Sicht von Necla Kelek und Seyran Ates, dabei muss man aber darauf achten, dass beide Soziologinnen innerhalb eines konservativen Islams aufgewachsen sind. Beide Islamkritikerinnen sind in einem Umfeld aufgewachsen, die von fundamentalistischen und einflussreichen Hocas geprägt war. Beide Kritikerinnen mussten sehr oft durch “den falschen Islam” große Einschränkungen in ihrer Freiheit in Kauf nehmen.
Bei solchen Debatten sollten wir stets auf die Vergangenheit der Personen achten. Wir haben dennoch kein Recht Necla Kelek (und Seyran Ates) kritische Aussagen, die Ohrfeigen gleichen, zu verbieten, da manche von denen auch stimmen:
“Können die Migranten nicht selbst den Mund aufmachen, können die Muslime nicht selbst für ihre Integration tun, so diese denn in ihrem Interesse liegt?” (S.270)
Denkt daran, diese Debatte braucht Seyran Ates und Necla Kelek, denn sie mussten erst um ihre Freiheit ringen.
Fristlos gekündigt – Rechtsprechung des kalten Herzens
Wir alle erinnern uns an die Fälle fristloser Kündigungen, welche auf Grund von kleinsten Delikten ausgesprochen wurden und die Zukunft eines Menschen zerstörten. Fälle wie der einer 59jährigen Sekträrin aus Dortmund, die ein Buletten-Brötchen vom Büffet genommen hatte und deswegen nach 34 Jahren sorgfältiger, guter Arbeit entlassen wurde. Auch die Kassiererin die Pfandbons im Wert von 1,30 Euro benutzte und daraufhin gefeuert wurde, bleiben im Gedächtnis.
Doch nun regt sich Wiederstand gegen diese Kündigungen aufgrund von Bagatellen, Wolfgang Neskovic ein Bundestagsabgeordneter der Linken und ehemaliger Bundesrichter, plant einen Gesetzesentwurf gegen diese Art von Kündigungen. Er fordert, dass bei dem ersten Fall mit einer Abmahnung reagiert wird und erst beim zweiten Mal eine Kündigung veranlasst werden darf.
Auch möchte er die Möglichkeit von Verdachtskündigungen mit seinem Gesetzesentwurf aufheben. Bis jetzt muss der Arbeitgeber die Straftat nicht eindeutig beweisen, dies soll durch den Gesetzesentwurf geändert werden. Die aktuelle Rechtssprechung nennt er
“eine Rechtsprechung des kalten Herzens”
Er erklärt, dass keinem Menschen die Existenzgrundlage aufgrund von Vermutungen geraubt werdem dürfe.
Auch die SPD sieht diese Art Kündigungen als Problem an und plant eine Beratung zusammen mit den Linken, um dem Bundestag einen gemeinsamen Gesetzesentwurf vorzulegen. Ob dieser erfolgreich sein wird, bleibt fraglich, da weder FDP noch CDU/CSU bis jetzt Interesse gezeigt haben die bisherige Rechtsprechung zu verändern.
Friedensdemonstrationen in Israel und Palästina
Seit einiger Zeit kommt es nun in Nilin und Bilin zu Demonstrationen für Frieden und den Abbau der israelischen Mauer. Diese Demonstrationen wurden in der letzten Woche von europäischen Diplomaten besucht, die sich ein Bild von ihnen machen wollten. Diese Demonstrationen sind ausdrücklich gewaltfrei. Die Diplomaten wollten mit ihrem Besuch in Nilin auf die Situation der dort lebenden Bevölkerung aufmerksam machen. Trotz gewaltloser Proteste wurden allein in Nilin über 130 Personen verhaftet. Meist geschieht dies auf unbestimmt Zeit, sogenannte administrativ Haft, ein Relikt aus der Kolonialzeit.
Die Diplomaten, auch deutsche, beabsichtigten ein Zeichen zu setzten gegen die Verhaftung von friedlichen Demonstranten.
“Wir sehen nicht, was man den Inhaftierten vorwerfen kann”
äußerte sich ein Diplomat zu den Verhaftungen.
Die Menschen in den beiden Dörfern müssen sich seit Beginn der Demonstrationen mit nächtlichen Verhaftungen und Razzien auseinandersetzen.
Wenngleich die Proteste friedlich verlaufen, wurden durch Schüsse mindestens 5 Palästinenser getötet und weitere verletzt.
Auch in Jerusalem kommt es seit geraumer Zeit zu gemeinsamen Demonstrationen von Israelis und Palästinenser. Diese richten sich insbesondere gegen die Vertreibung von palästinensischen Familien aus ihren Jerusalemer Wohnungen. Bis vor kurzer Zeit kam es auch dort noch zu Verhaftungen, bis ein israelisches Gericht die Demonstrationen legitimierte. An den Protesten beteiligten sich auf israelischer Seite Meretz, eine Partei, die sich intensiv für einen gerechten Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzt, sowie Akademiker und linksgerichtete Teile der Bevölkerung. Auf palästinensischer Seite nehmen Anwohner wie auch Friedensaktivisten teil.
Auch David Grossman, einer der bekanntesten Schriftsteller Israels, nahm an den Demonstrationen teil und begründet dies
“Manchmal ist es unmöglich zu schweigen”
Ein weiterer Grund sei, so David Grossman, dass
“Die Siedler und die Rechte sich mithilfe der Regierung an den Palästinensern vergehen”
.
Auch aus dem europäischen Ausland kommt weitere Unterstützung. So haben die dänische Danske Bank und die Pernsionskasse PKA Ltd angekündigt, Unternehmen die aktiv am Mauerbau beteiligt sind, zu boykotieren. Vor geraumer Zeit beendete bereits die norwegische Regierung ihre Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das aktiv den Mauerbau vorantrieb.
Ökologisch Geld anlegen
Ökologie und Ökonomie, wie passt das zusammen?
In Zeiten der Erderwärmung, immer größerer Umweltverschmutzung, einem enormen Rückgang der Biodiversität, schmelzenden Gletschern, um nur einige der Plagen unserer Zeit zu nennen, wird der Ruf immer lauter nach mehr Ökologie innerhalb unseres marktwirtschaftlichen Systems. Denn nur so können wir diesen Plagen entgegentreten.
Die Realität sieht anders aus: Zu viele Menschen legen ihr Geld dort an, wo sie sich nicht sicher sein können, in was ihr Geld letztendlich investiert wird.
Ein Gutes Beispiel ist die Deutsche Bank, die verkauft ihren Kunden mit dem Umbau ihrer Konzernzentrale, das Bild, dass sie sich für den Umweltschutz einsetzt und nennt das Projekt des Umbaus ihrer zwei Hochhaustürme, dann schön „Greentowers”.
Nimmt man dann aber mal das Investitionsverhalten der Deutschen Bank genauer unter die Lupe, sieht man, dass die Deutsche Bank über Umwege in eine Aluminiumraffinerie in Indien investiert hat, die dort munter im ostindischen Bundesstaat Orissa, eine einzigartiges Naturreservat bedroht und die Umwelt und Menschen dort verseucht, weil die nötigen Standards fehlen.
Letztendlich siegt dann doch das ökonomische Bewusstsein, wenn man es harmlos sagen möchte, oder direkter die Gier der verantwortlichen Banker. So werden dann einfach die bedrohten Arten vergessen und das Geld gezählt, oder ein Investment nicht näher überprüft und über Partnerbanken abgewickelt.
Die Deutsche Bank ist mit Sicherheit nur ein Beispiel von Vielen „unsauberen“, unökologischen, umweltschadenden Banken und deren Investments.
Doch um das Bild nicht zu schwarz zu malen, am Horizont strahlt ein helles Licht! Grade für die Menschen, die wissen wollen, was mit ihrem Geld geschieht und nicht nur auf Profite aus sind, für die Menschen, die den selbstverursachten Plagen entgegentreten wollen, gibt es eine Alternative.
Banken, wie die Gls-Bank, die EthikBank, die Umweltbank prüfen ihre Investments anhand hoher ethischer und ökologischer Standards, um zu gewährleisten, dass Ökologie und Ökonomie in der Symbiose zum Erfolgskonzept werden.
CDU Politiker schürt Vorurteile und Hass
Der “Wetzlar Kurier” ist ein regionales Anzeigenblatt, das von Hans-Jürgen Irmer einem Mitglied des hessichen Landtages für die CDU, herausgegeben wird, hetzt offen gegen Muslime und bedankt sich bei den Schweizern für deren Referendum zu Minaretten. Auf Grund dieses Artikels forderten die Grünen, die Linke und die SPD die Regierung aus CDU und FDP auf, sich von der islamophoben Hetze zu distanzieren.
Auch der folgende Reim stammt aus dem “Wetzlar Kurier” und lässt jeden schnell erkennen, welch geistes Kind die Zeitung ist
„Integration hat sich expandert,
wir sind in Deutschland unterwandert. […]
Denn Menschen, die ganz anders denken,
und die meisten Kinder schenken,
leben, teilweise bequem,
von unserem Sozialsystem.
Moscheen gleichen Epigonen,
Garantie für Fremd-Religionen, […]
In Zukunft ist´s dann viel zu spät,
wenn auf dem Dom der Halbmond weht.“
Die CDU sieht sich allerdings nicht in der Lage ihren stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden zu ermahnen oder sich von dieser Hetze zu distanzieren. Sie bescheinigt, wie auch die FDP, Irmer, dass er ein ausgezeichneter Politiker sei. Auch die NPD schließt sich dieser Meinung an und fordert Herrn Irmer auf
Herr Irmer, wechseln Sie zur sozialen Heimatpartei NPD!
Dies scheint niemanden in der hessischen CDU zu stören.
Dem folgenden Antrag der Linksfraktion im Parlament
Der Landtag distanziert sich von Äußerungen und Stellungnahmen, die inhaltlich und in der Art der Darstellung xenophobe, revanchistische und die islamische Religion inkriminierende Ressentiments schüren und bestärken.
stimmte kein Abgeordneter der CDU und der FDP zu. Dies zeigt, wie sehr Vorurteile gegenüber Migranten inzwischen auch in der Politik verwurzelt sind und zwar nicht nur in den üblichen rechten Kreisen.
Mathias Wagner, Geschäftsführer der Grünen Fraktion im hessischen Landtag, zeigt sich entäuscht über diese Intoleranz der Regierungsfraktionen und äusserte sich wie folgt
Es muss eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, einem solchen Antrag zuzustimmen. Dass kein einziger Abgeordneter oder Abgeordnete von CDU und FDP die Kraft dazu aufbringt, ist ein Armutszeugnis. Es ist ein klares Wort gefordert, wenn Minderheiten diffamiert werden sollen. Leider haben CDU und FDP hier keinen klaren Trennungsstrich gezogen. Wir wissen, dass nicht alle bei CDU und FDP die Auffassung von Herrn Irmer teilen. Leider hatten sie jedoch erneut nicht die Kraft, ihm Grenzen aufzuzeigen“
Auch von Linken sowie der SPD kam Proteste gegen CDU und FDP. Anzumerken bleibt allerdings, dass Herr Irmer mit seinen Ansichten leider nicht allein steht.
Mein imaginärer Freund: Der Jesus
“Vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass der hier verfasste Artikel nicht das Ziel anstrebt jedwede Glaubensanhänger in irgendeiner Art und Weise zu diffamieren, es wird lediglich ein ironisch angehauchter Blick auf Gott und die Welt beschrieben.”
Seit jeher glauben Menschen an eine höhere Macht, an jemanden, der wie ein Art Puppenspieler die Fäden in den Händen hält, schnell mal die Welt in sechs Tagen erschafft und sich später von Adam und Eva ins Licht führen lässt.
Versteht man die Bibel als eine Art “Großes Buch der Metaphern” so darf man diese Aussagen nicht wörtlich nehmen, Fakt ist jedoch, dass diverse Schulen im tiefsten Mittleren Westen der Vereinigten Staaten im Biologieunterricht genau diese “Theorie der Weltentwicklung” als gemachtes Wort ansehen und unterrichten. Eine gefährliche Entwicklung.
Fakt ist auch, dass Religionen als eine Art Lebenshilfe für viele Menschen gelten kann. Die Bibel als praktischen Weggefährten, der immer weiß wo der Hase lang läuft und wie er geopfert werden muss um ewige Glückseligkeit zu erreichen.
Pardon, geopfert wird ja nur in anderen Religionen, wie leicht man da schon durcheinander kommt. Fast jede Religion sieht sich im Anspruch den Obermuffti zu stellen, einen zweiten Platz gibt es nicht. Wer gibt schon gerne zu, dass die Anderen einen mächtigeren und größeren Boss besitzen. Erinnerungen an alte Querelen zwichen befeindeten Mafiafamilien werden wach: “Auf geht’s Glaubensanhänger, holt die Lineale raus, jetzt wird geguckt, wer den Größeren hat!”
Als mitunter den größten Zwist der heutigen Zeit sehen viele gerne den Konflikt zwischen dem Abendland, das heißt der christlichen Welt und dem Morgenland, das heißt der Welt des Islams. Alternativ dürfte man da auch, alt gegen neu, reich gegen arm, links gegen rechts, Baum gegen Katze oder gar Köln gegen Gladbach einsetzen. Misstrauen gesäht von Gestalten die sich am Krieg laben und Missverständnisse vernichten meist jegliche Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben.
Ein Hauptschuldiger an der verfahrenen Situation ist in hiesigen Gefilden schon ausgemacht: Die Verborrtheit des Islams. Eine vorschnelle Aussage. Auswüchse in islamischen Länder wie die Frauenfeindlichkeit, die Schari’a oder der Fanatismus sind jedoch oftmals auf eine fehlerhafte Übersetzung des Korans zurückzuführen. Arabisch ist eine Sprache die Kaum in andere Dialekte übersetz werden kann, so gehen viele Grundgedanken und Ausdrücke verloren. Geschichtlich gesehen, steht die christliche Welt mit Hexenverbrennung, der Inquisition und den Kreuzzügen dem in nichts nach.
Törricht nenne ich alle, die sich diesem Buch, oder dem Buch der Anderen, hier hauptsächlich die christliche oder jüdische Variante genannt, verschreiben und ihr gesamtes, armseliges Leben danach richten. Rücksicht auf Gefühle? Fehlanzeige!
Parallelen zwischen allen Religionen sind nicht von der Hand zu weisen. Ein Dialog und kein Monolog der großen Drei muss folgen. Und zwar bald, bevor es zu spät ist!
Der Autor ist Schüler und besucht die Stufe 12 eines Kölner Gymnasiums. Er interessiert sich sehr für Politik und die Skurilität von Politikerinnen und Politiker.

