Archiv für Dezember 2009
Evo Morales und soziale Maßnahmen Boliviens
Gründe dafür liegen in der zum einen schwachen Opposition von Manfred Reyes und seiner Partei, da diese an der Unterdrückung der armen Bevölkerung sowie an Ermordungsaktionen von politischen Gegnern beteiligt war.
Der zweite Grund ist, dass Evo Morales sowohl die Zustimmung der indigenen Bevölkerung als auch die der Unter- und Mittelschicht hat. Diese profitierten sehr stark durch seine Regierung, da er sich für eine bessere Bildung der Jugend einsetzte und auch für eine bessere Anbindungen aller Schichten an die Wirtschaft.
Bis zu seinem Amtsantritt im Jahre 2005 profitierte eigentlich nur die Oberschicht von den enormen Ressourcen des Landes. Dies änderte er nach seinem Regierungsantritt, als er wichtige Industrien verstaatlichen liess und mit den Geldern, die dem Staat daraufhin zur Verfügung standen, ein soziales System aufbaute, durch das auch die Armen wieder leben konnten. Auch finanzierte er ein besseres Straßensystem, von dem besonders die indigene Bevölkerung profitierte, da zuvor besonders ihre Gebiete schlecht erreichbar waren. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Regierungen Boliviens, setzte Evo Morales sich dafür ein, alle Teile der Bevölkerung am Reichtum des Landes zu beteiligen, anstatt nur die Oberschicht weiter zu stärken. Evo Morales erzielte bei den Wahlen im Jahre 2005 das beste Ergebnis seit Beendigung der Militärdiktatur im Jahr 1982.
Als Folge einer Politik, die sich für ein Bolivien einsetzt, in dem die Lebensqualität aller erhöht wurde, kann er sich auch bei dieser Wahl ziemlich sicher darauf verlassen, von der Bevölkerung wiedergewählt zu werden.
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"Kein Anschluss unter dieser Nummer…"
Am letzten Montag wollte ich einen Freund aus der Schweiz anrufen- Er heißt ‘Religionsfreiheit’ und ist eine leittragende Person für eine demokratische Gesellschaft.
Dieser Freund ist zugleich in dem Grundgedanke einer europäischen Gesellschaft verankert, das heißt, dass man ihn niemals in Frage stellen darf. Doch man hat ihn in Frage gestellt und er traute sich nicht mehr in der Öffentlichkeit zu zeigen:
Die Schweiz stimmte am Sonntag für ein Minarett-Verbot, welches in ganz Europa und in der islamischen Welt für Furore sorgte.
Die schweizerische Regierung hat sich zwar gemeinsam mit anderen europäischen Regierungen ganz klar von dieser Entscheidung distanziert, dennoch müsste man in Frage stellen, wie die Bürger von einer “Invasion des Islams” ausgehen konnten/können.
Wir West-Europäer werden in den letzten Jahren zu stark von Rechtspopulisten terrorisiert. Ich möchte natürlich damit nicht ausschließen, dass wir auch ein Problem mit politisierten Islamisten haben.
Jedoch müssen wir es doch langsam einsehen, dass die muslimischen “Einwanderer” inzwischen keine “Einwanderer” mehr sind, sie sind von Generation zu Generation immer fester in der deutschen, französischen, niederländischen, belgischen, (…) Gesellschaft inklusiert : Sie besuchen die gleichen Kindertagestätten, Schulen, Gymnasien, Realschulen, etc.
Diesen Volksentscheid könnte man auch mit der Frage gleichstellen, ob die Schweizer bereit für eine Inklusion der muslimischen Gesellschaft wären. Dazu muss man hinzufügen, dass die Immigranten in der Schweiz um einiges Offener mit anderen Weltanschauungen umgehen und somit einen erheblichen Beitrag in der Vergangenheit für ein offenes Miteinander schaffen.
Kommen wir nun Weg von der Frage der Migrationspolitik und stellen uns lieber die Frage wie konstruktiv diese Entscheidung gegen die “Invasion des Islamismus” war.
“Diese Entscheidung hat alte Wunden geöffnet.
Diese Entscheidung ist ein wichtiger Beitrag gegen Migrantinnen und Migranten.
Diese Entscheidung wurde nun zu einem Argument für die islamistischen Organisationen, den Westen weiterhin als Feind zu sehen.“
Erdogan, als Ministerpräsident in der Türkei, machte dies vor: “Die Schweiz ist rassistisch!” Es ist richtig, dass man dieser Entscheidung mit Kritik entgegentreten muss, jedoch nicht mit Wut. Nun haben wir ein typisches Phänomen, oder auch eine Erklärung dafür wieso es weiterhin diesen unnötigen Konflikt zwischen der westlichen und islamischen Welt gibt: Der Westen reagiert mit populistischen Aussagen auf die islamische Welt und die islamische Welt reagiert mit populistischen Aussagen auf die westliche Welt.
Unsere Demokratie und ein Leben innerhalb einer Gesellschaft wurde nun zum Opfer von Populisten. Welche Grundrechte wollt ihr lieben Populisten demnächst in Frage stellen?
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